SKYLINE PARKING AG

Autohaus mit automatischem Parksystem

Das Zürcher Autohaus AZW hat sich durch den Einsatz eines automatischen Parksystems für ein architektonisch und funktionell neuartiges Konzept eines modernen Autohandels entschieden.

Ursprünglich wurde der Autohandel auf dem 40 x 80 m großen Areal ganz konventionell betrieben: das Grundstück wurde mit über 100, gewöhnlich dicht gedrängt stehenden Autos zugeparkt und der Verkauf und die administrative Arbeit in mobilen Bürocontainern vorgenommen. Heute steht auf dem Grundstück der sogenannte AZW AutoTower. Er dient seit Baufertigstellung im Frühjahr 2013 als Erkennungszeichen des Autohändlers und ermöglicht, dass mehr als doppelt so viele Autos zum Verkauf angeboten werden können wie vorher und die Arbeitsprozesse des Autohandels erheblich effizienter ablaufen. Somit wurde dem Bestreben des Unternehmens nach Expansion und Effizienzsteigerung Rechnung getragen.

Was kann der AutoTower?

Das Herzstück des AZW AutoTowers stellt der rundförmig angeordnete, hoch verdichtete Parkturm mit Platz für 128 Fahrzeuge auf 8 Ebenen dar. Die Fahrzeuge werden mittels modernster Beförderungstechnik der Skyline Parking AG per Knopfdruck vollautomatisch von der Zufahrtsbox im Erdgeschoss auf die Stellplätze und wieder zurück befördert. Ein Parkprozess benötigt dabei gerade mal 60 Sekunden. Auch ist es möglich, die Fahrzeuge zwischenzeitlich in einer Waschanlage vorbeizubringen, selbstverständlich wieder vollautomatisch. So ist es dem Autohändler beispielsweise möglich, über Nacht alle Fahrzeuge zu säubern.

Architektonische Aspekte

Reto Häfele und Jürg Schmid (Architekturbüro hsar.ch aus Zürich) planten den Parkturm exzentrisch auf den runden Sockelbau, einerseits, um den baurechtlichen Spielraum optimal auszunutzen und andererseits, um die lange Waschbox baulich integrieren zu können. Die Formensprache steht unter der Maxime des Automobils und dessen bequemen und effizienten Manövrierbarkeit. Zur besseren Übersichtlichkeit sind die dem Hof zugewandten Verkaufsbüros leicht erhöht angebracht. Über zwei Außentreppen gelangt der Kunde zur Ausstellungsfläche auf der Terrasse. Der größere Radius des Sockelgeschosses lädt zum Rundgang ein, der auch einen Einblick in die Welt der Automatik ermöglicht. Auch im inneren Gang zu den Verkaufsräumen ist dieser Blick über eingebaute Fenster möglich. Während die Räume im Unter- und Erdgeschoss größtenteils beheizt und mit einer Fassade ausgestattet sind, kommt der Stahlbau ohne Fassade und Witterungsschutz aus.

Stahl- und Betonbau

Stefan Nievergelt (Gruner Wepf AG aus Zürich) hat sich der anspruchsvollen Tragwerkskonstruktion des AutoTowers angenommen. Mit der funktionalen Aufteilung in Parkraum und Arbeitsbereich ging auch eine bauliche Aufteilung einher: Während der Sockelbau im Unter- und Erdgeschoss in Stahlbeton hergestellt wurde, bestehen die Stockwerke des Parkturms aus Stahl. Zum Materialmix kommt die spezielle geometrische Form des Gebäudes hinzu, ein komplexer Rundkörper bzw. ein Vieleck, das eine erhöhte Genauigkeit bei der Vermessung, dem Bau, der Aufstellung und der Endmontage des gesamten Bauvorhabens erfordert. Die Herausforderung bei der Planung der Tragwerkstruktur wurde zusätzlich durch das Nutzungskonzept erschwert, das sich nicht auf statische Anforderungen beschränkt, sondern sich auch mit den dynamischen Einflüssen des Aufzugssystems und der Liftplattform arrangieren muss. Neben den ständigen Lastwechseln waren auch mögliche Winde oder Erdbeben zu berücksichtigen. Sicherheitshalber wurde deshalb mit den halben vom SIA (Schweizer Ingenieur- und Architektenverein) vorgegebenen Toleranzen gearbeitet.

Besondere Herausforderungen

Neben den erhöhten Präzisionsanforderungen und den schwierigen Bodenverhältnissen, musste sich das Projektteam mit weiteren Herausforderungen arrangieren. Zum einen wurde während der gesamten Bauphase der Betrieb des Autohändlers aufrecht erhalten, so dass benötigte Flächen jeweils kurzfristig zur Verfügung gestellt und nach Abschluss der Arbeiten wieder freigegeben werden mussten. Zum anderen war die Erschließung der Baustelle ausschließlich über das Grundstück AZW von Seiten der Zürcherstraße möglich. Logistisch mussten deshalb zeitgleich die Kunden, die Anlieferung und die Zulieferung der Baustelle über die gleiche Einfahrt erfolgen.

Zuletzt stand das Projekt unter sehr hohem Zeitdruck. Vom Spatenstich bis zur Fertigstellung des Beton- und Stahlbaus wurden lediglich 5-6 Monate budgetiert, die zudem in die Wintermonate fielen. Die kühlen Temperaturen, Schnee und Wind beeinflussten die Trocknung des Baus und die Ausschalungs-arbeiten, erschwerten aber auch die Stahlbauarbeiten, speziell in Bezug auf die Sicherheitsanforderungen. Der Einbau der Parktechnik, bestehend aus Liftmasten, Hubwagen und Stellplatzförderern erfolgte bei offenem Dach.

Wirz & Partner Baumanagement AG aus Zürich koordinierten ein gelungenes Zusammenspiel unterschiedlichster Fachdisziplinen, von der Architektur, über den Stahl- und Betonbau, bis zur Installation des Parksystems, bestehend aus Mechanik, Sensorik und Steuerung. ⇥■

Skyline Parking AG

www.skyline-parking.ch




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