NACHHALTIGE ZIEGELBAUWEISE

Nachverdichtung mit  Mehrfamilienhäusern

Preisgünstiger Wohnraum, der heutigen Wohnansprüchen genügt: Das ist ein Grundanliegen der Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG, die daher bei der innerstädtischen Nachverdichtung auf die ökonomischen, ökologischen und bauphysikalischen Pluspunkte einer nachhaltigen Ziegelbauweise vertraut.

Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye, Hannover

Bei zwei viergeschossigen Mehrfamilienhäusern im Stadtteil Ramersdorf kommt daher der besonders tragfähige „Unipor WS10 Coriso“-Mauerziegel zum Einsatz. Dank seines mineralischen Dämmkerns erfüllt der Unipor-Mauerziegel auch ohne Wärmedämmverbundsystem (WDVS) den geforderten Wärmeschutz nach KfW-Standard. Außerdem gewährleistet er mit einem Schalldämmmaß von 52,2 Dezibel hohen Schallschutz.

„Familien zurück in die Stadt“: Unter diesem Motto lobte die Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG im Jahr 2009 einen Architekturwettbewerb zur Quartiersentwicklung des Münchener Stadtteils Ramersdorf-Mitte aus. Der Entwurf der „bogevischs buero architekten und stadtplaner gmbh“ überzeugte zum einen durch ein ausgewogenes Sanierungs- und Umbaukonzept.

Neubauten als Nachverdichtung

Bereits seit dem Jahr 2013 erfolgt im Auftrag der GEWOFAG an der Rupertigaustraße eine ökonomisch und gestalterisch durchdachte Nachverdichtung. Darüber hinaus gibt es Aufstockungsarbeiten am Gebäudebestand mit der Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern. Dabei entstehen – als Ersatz für zwei alte Gebäudezeilen – für veranschlagte 23,8 Mio. Euro zwei kompakte viergeschossige Baukörper mit insgesamt 7.140 m² Wohnfläche. Die Gesamtwohnfläche wird gegenüber der abgerissenen Bausubstanz um 940 m² vergrößert.

Der kleinere der beiden Gebäudeblöcke umfasst 33 Wohnungen, während das zweite, L-förmige Mehrfamilienhaus nach Fertigstellung sogar 65 Wohneinheiten besitzen wird. Der größere Baukörper schließt außerdem an die angrenzenden Bestandsbauten an. Dadurch entsteht ein großer und ruhiger Innenhof, der zum Ausruhen, zur Kommunikation und zum Spielen einlädt. Zudem erhalten die Wohneinheiten durchgängig große Freiraumangebote durch Loggien. Seit Ende 2014 sind die ersten Wohnungen bezugsfertig. Die im zweiten Bauabschnitt zu errichtenden Wohneinheiten werden voraussichtlich bis Ende 2015 fertiggestellt.

Kostengünstige Massivbauweise

Eine wirtschaftliche Bauweise und die Nutzung finanzieller Fördermöglichkeiten spielten bei der Planung eine wichtige Rolle. Rund ein Drittel der errichteten Wohnungen unterliegt der einkommensorientierten Förderung (EOF). Ein weiteres Drittel wird nach dem „München-Modell“ für Mieter gefördert. Um die Förderbestimmungen ohne Verzicht auf Bauqualität einzuhalten, sahen die Architekten für die Gebäudeentwürfe einen kostengünstigen Massivbau mit Putzfassade vor. Bei der Auswahl des Außenwandbaustoffs entschieden sich die Planer dann für den „Unipor WS10 Coriso“-Mauerziegel mit mineralischer Dämmstoff-Füllung. Die Architekten machten sich die in Abstimmung mit dem Bauherren getroffene Entscheidung zuvor nicht leicht: „Angesichts der angestrebten Putzfassade und des geforderten Wärmeschutzes kamen eigentlich entweder Stahlbetonwände mit aufgebrachtem WDVS oder ein ausreichend tragfähiges, hochwärmedämmendes Ziegelmauerwerk in Frage“, erläutert Architekt Julius Klaffke als betreuender Projektleiter. „Wir haben die Alternativen sowohl in Bezug auf die Kosten als auch hinsichtlich ihrer bauphysikalischen Qualität miteinander verglichen. Die Kosten beider Bauweisen sind ähnlich.

Auswahl fiel auf Unipor WS10 Coriso

Den entscheidenden Ausschlag für den Unipor-Ziegel gaben letztlich die bauphysikalischen Pluspunkte und die hohe Nachhaltigkeit des „Unipor WS10 Coriso“ sowie die typischen Vorteile von Ziegeln im Allgemeinen. Dazu gehört auch der sehr gute Brandschutz (Brandschutzklasse A1): Sowohl Mauerziegel als auch Dämmstoff-Füllung sind nicht brennbar und bieten somit optimalen Schutz. „Wir favorisierten den Wandaufbau aus dem hochwärmedämmenden Ziegel plus Außenputz auch deshalb, weil durch den Verzicht auf ein Wärmedämmverbundsystem die Fassade nicht nur dauerhafter, sondern auch widerstandsfähiger gegenüber mechanischen Belastungen ist“, erklärt Klaffke. „Zudem fanden wir diese Lösung auch angesichts der Ziegelbauweise der vorhandenen Bebauung besser.“ Mit einem 42,5 cm dicken Außenmauerwerk plus drei Zentimetern Putz wird dank des Wärmeleitwertes des Mauerziegels von 0,10 W/mK ein geringer Wärmedurchgangskoeffizient von 0,22 W/m²K erreicht. Dieser ermöglicht den Standard für das KfW-Energieeffizienzhaus 70.

Die Unipor-Gruppe (München) hat den Unipor WS10 Coriso- Mauerziegel speziell für die Bedürfnisse des mehrgeschossigen Wohnungsbaus entwickelt.

Wirtschaftliche Verarbeitung

Ein weiterer Pluspunkt ist seine wirtschaftliche Verarbeitung: Die Errichtung des Mauerwerks durch die vom Unipor-Mitgliedsunternehmen Hörl & Hartmann Ziegeltechnik (Dachau/ Gersthofen) hergestellten und gelieferten Ziegel verläuft äußerst zügig. Als zeit- und gleichzeitig mörtelsparend erweist sich dabei die nach der Zulassung gedeckelte Verlegung des Planziegels in nur drei Millimeter dickem Dünnbettmörtel. Der Mörtelauftrag wird dabei verarbeitungsfreundlich mit dem von der Unipor-Gruppe mitentwickelten Unimaxx-Mörtelschlitten durchgeführt. Auch die Ausführung von Schlitzen oder Aussparungen in die Ziegelwände ist trotz der integrierten Dämmstoff-Füllung vollkommen unproblematisch. „Wenn man den Ziegel schneidet, fällt oder rieselt kein Füllstoff heraus“, erklärt Bauleiter Christoph Wirth von der ausführenden Pfeiffer Bau GmbH aus Rosenheim. „Wir haben den Unipor WS10 Coriso zum ersten Mal verbaut und sind von seiner guten Verarbeitbarkeit positiv überrascht.“⇥■

Unipor-Ziegel Marketing GmbH

www.unipor.de

BAUTAFEL


Objektadresse: Rupertigaustraße 2-12 und 13-17, München
Bauherr: GEWOFAG Wohnen, GmbH, München
Bauausführung: Pfeiffer Bau GmbH, www.pfeifferbau.de
Bauweise: Massive, Ziegelbauweise (ohne WDVS)
Außenwand: Unipor WS10 Coriso-Mauerziegel
Ziegelhersteller: Hörl & Hartmann Ziegeltechnik GmbH & Co.KG, Dachau/Gersthofen, Mitglied der Unipor-Gruppe
Energiesparstandard: KfW-Energieeffizienzhaus 70 (Neubau), KfW-Energieeffizienzhaus 100 (Sanierung)
Bauzeit: Frühjahr 2013 bis Ende 2014 (Baufeld D), Sommer 2013 bis Mitte 2015 (Baufeld C)
Fertigstellung: Ende 2015

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