Mehr Sicherheit, mehr Komfort

Hailo Service-Lift verbessert Arbeitsbedingungen an Talsperre

Die Riveristalsperre versorgt die Einwohner von Trier und Umgebung mit Trinkwasser. Mit dem Einbau eines Service-Lifts wurden Arbeitssicherheit und Komfort für das Wartungspersonal gesteigert.

„Ich war derjenige, der genervt hat, damit ich da rauf- und runterkomme“, sagt Ralf Berg augenzwinkernd. Der 50-jährige Metallbauer hat ein besonderes Verhältnis zur Riveristalsperre. 1987 machte er seine Ausbildung bei den Stadtwerken Trier und landete im Anschluss bei den Wasserwerken, wo er seitdem mit einer Gruppe von Technikern unter anderem für die Wartung und Instandhaltung der Talsperre verantwortlich ist. Das imposante Bauwerk begleitet ihn nun also sein gesamtes Berufsleben und lässt dabei keine Langeweile aufkommen: „Das ist ein vielfältiges und interessantes Aufgabengebiet“, erzählt Ralf Berg. „Einmal im Monat überprüfen wir nach unserem Instandhaltungsprogramm die Anlagen auf Funktionsfähigkeit. Darüber hinaus sind wir auch bei Störungen im Einsatz.“ Über den Schieberschacht gelangt Ralf Berg mit seinen Kollegen zu den Entnahmeeinrichtungen auf mittlerer Ebene und zur unteren Schieberkammer. Dort werden Absperrarmaturen, Ventile, Motoren und alle weiteren technischen Einrichtungen überprüft und gegebenenfalls ausgebessert. Eine Routine, die seit dem Bau vor knapp 70 Jahren besteht.

 

Die Geschichte des „Hochwaldprojekts“

Die Riveristalsperre hat eine lange Geschichte. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Idee auf, die Wasserversorgung der Trierer Bürger durch die Errichtung einer Trinkwassertalsperre im Tal des Riverisbachs sicherzustellen. Damals lehnte der Stadtrat das Projekt wegen zu hoher Kosten ab. Als ein gutes halbes Jahrhundert später Probleme mit dem Wasserwerk Monaise die Wasserversorgung gefährden, wird das sogenannte „Hochwaldprojekt“ wieder hervorgeholt – und nun auch umgesetzt. Schwerpunkt der Baumaßnahmen ist die Errichtung eines 47 Meter hohen Erddamms, der das Wasser des Riverisbachs und des Thielenbachs staut. Die Gegend ist für eine solche Nutzung ideal: Das Einzugsgebiet der Talsperre ist zu rund 90 Prozent bewaldet und als Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen. Im Oktober 1954 beginnen die Bauarbeiten. Mit der Inbetriebnahme der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Trier-Irsch wird die Riveristalsperre im Juni 1958 offiziell in Betrieb genommen.

 

Trinkwasser und Strom für Trier und Umgebung

Nach der Wasserentnahme aus der Talsperre gelangt das Wasser über eine 5,7 Kilometer lange Rohrleitung von 700 Millimeter Durchmesser mittels zweier insgesamt 2,7 Kilometer langer Rohrstollen und weiterer drei Kilometer in der Erde verlegter Leitung in die gegenüber dem Stausee 90 Meter tiefer liegende Wasseraufbereitungsanlage Irsch. Ein Höhengefälle, das seit 1958 durch zwei Turbinen zur Stromerzeugung genutzt wird. So versorgt die Riveristalsperre heute nicht nur 170.000 Einwohner der Region mit weichem Trinkwasser, sondern produziert auch jährlich etwa 1.000.000 Kilowattstunden an sauberer, elektrischer Energie. Und auch sonst ist die Talsperre mit der Zeit gegangen und erfüllt heute alle DIN-Anforderungen für den neuesten Stand der Technik.

 

Verantwortung für 170.000 Bürger

Dafür, dass die Riveristalsperre ihre Versorgungsfunktion für die Region erfüllen kann, sorgt nicht nur das Team von Ralf Berg, sondern auch Stefan Bauer, der stellvertretende Leiter der Wasserwerke Trier. „Herr Berg und ich ergänzen uns sehr gut. Während ich in der Regel alles Notwendige vom Schreibtisch aus erledige, ist Herr Berg derjenige, der die Dinge vor Ort umsetzt“, sagt Stefan Bauer, der seit fast 40 Jahren für die Stadtwerke Trier arbeitet. Als sein Kollege Ralf Berg wegen eines Lifts „genervt“ hat, war er schnell überzeugt. Vor der Installation des Service-Lifts musste das Team von Ralf Berg über Leitern in den 50 Meter tiefen Schacht steigen. „Zusätzlich gab es eine Forstseilwinde, um Material und Werkzeug in den Schacht zu bekommen“, erinnert sich Ralf Berg. „Gerade das Herunterlassen war schwierig. Man musste aufpassen, dass man mit dem freischwebenden Korb nicht an den Zwischenpodesten hängenblieb. Außerdem haben Korb und Winde enormen Lärm gemacht.“ Weiterer Nachteil: Wenn mal etwas vergessen wurde, musste einer der Mitarbeiter den anstrengenden Aufstieg machen – was auch der Arbeitssicherheit nicht zuträglich ist. „Zum Glück ist bei uns noch nie etwas passiert“, sagt Stefan Bauer. „Doch wir wissen, dass körperliche Erschöpfung ein Risikofaktor ist. Insofern haben wir nach der Anregung von Herrn Berg, einen Lift zu installieren, sofort damit begonnen, uns nach einer Lösung umzusehen.“

 

Von der Windenergie in den Schacht

Doch die Suche nach einem passenden Lift stellte sich als nicht so einfach heraus. Eine „Lösung von der Stange“ war nicht möglich. Ein Ingenieurbüro wurde beauftragt, kam aber nicht voran. „Hilfe brachte das Internet“, so Stefan Bauer. „Darüber kam ich auf Hailo und damit auf eine Chance, den Lift doch noch realisieren zu können.“ Nachdem Kontakt aufgenommen wurde, ging alles seinen Gang. Auf die offizielle Ausschreibung im September 2018 meldete sich nur ein Bewerber. Es war Hailo – und zwar in Gestalt von Martin Endres. „Unsere Abteilung für Service-Lifte ist noch sehr klein“, erzählt der Bereichsleiter von Hailo Professional. „Entstanden ist sie aus unserem Engagement in der Windenergie. Dort sind wir seit Jahren mit unseren Liftlösungen erfolgreich. Irgendwann kam der Gedanke: Wo ist der Einsatz von einem Service-Lift noch sinnvoll? Talsperren waren hier eine Möglichkeit.“ Mit der Riveristalsperre kam 2019 die Gelegenheit, diesen Gedanken in die Praxis umzusetzen. Wobei Hailo von der Planung über die Baustelleneinrichtung bis hin zu den notwendigen Arbeiten im Schacht das komplette Projekt stemmte. „Das hat super geklappt“, sagt Stefan Bauer. „Auf der untersten Ebene musste ein Anfahrpodest installiert, Haltepunkte, Geländer an den Zwischenpodesten mussten montiert werden – das hat alles Hailo übernommen.“ Mit der TÜV-Prüfung am 27.03.2019 wurde der Lift in Betrieb genommen, wenige Tage später folgte noch die Benutzerschulung.

 

Seil- oder leiterführte Lifttypen

Der neue Lift der Wasserwerke Trier ist seilgeführt und kann auch schnell demontiert werden – was notwendig ist, falls ein Kran im Schacht eingesetzt werden muss. „Wir haben zwei verschiedene Lifttypen zur Auswahl. Hier bot sich der seilgeführte GlobalLift an, der für fast jeden Einsatzort geeignet ist. Daneben haben wir auch noch einen leitergeführten Lift, den TopLift. Es gibt in Deutschland kaum Hersteller, die auf diesem Feld aktiv sind – zumal unser Vorteil ist, dass wir mit unserem Team das komplette Projektmanagement bis zur Installation übernehmen und auf individuelle Wünsche eingehen können. Das ist sehr bequem für unsere Kunden“, so Martin Endres.

Alle Service-Lifte sind mit leistungsstarken Winden und vielen Sicherheitskomponenten ausgestattet und nach Maschinenrichtlinie MR 2006/42/EG zertifiziert. Größe, maximale Nutzlast und Fahrgeschwindigkeit sind begrenzt konfigurierbar. Im Fall des Service-Lifts in der Talsperre brauchen die Mitarbeiter nun knapp drei Minuten, um die 50 Meter Höhendifferenz zu überwinden. Für Ralf Berg eine enorme Erleichterung: „Die Arbeit ist sehr viel einfacher geworden. Und sicherer.“ Für letzteres sorgt auch noch ein weiterer Service von Hailo: Neben einem Wartungsvertrag bietet das Unternehmen auch regelmäßige Schulungen. Alle zwei Jahre müssen die Nutzer des Lifts eine Prüfung ablegen – geschult werden sie dafür online in zwei Stunden. „Das ist sehr gut gemacht und bequem“, sagt Stefan Bauer, der für seinen Projektpartner nur gute Worte übrighat: „Wir waren wirklich vollumfänglich zufrieden – besonders auch mit der Betreuung durch Herrn Endres. Die Investition hat sich hinsichtlich der Arbeitssicherheit und der körperlichen Entlastung des Wartungspersonals in jedem Fall gelohnt.“

Hailo-Werk Rudolf Loh GmbH & Co. KG

www.hailo-professional.de

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Ausgabe 2010-06

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