Klimaschonender Zement

Tomaselli Gabriel Bau, Holcim und die ETH Zürich testen Werkstoff

Die Schweizer Holcim AG hat einen Zement entwickelt, der durch Einsparung von Klinker weniger CO2-Emissionen verursacht. Wie sich der Werkstoff unter realen Bedingungen verhält, wird auf der Baustelle des B12 Illside in Nüziders getestet.

Die Arbeiten an der neuen Firmenzentrale von Gantner Electronic und Tomaselli Gabriel Bau, B12 Illside in Nüziders, befinden sich im Endspurt. Nachhaltigkeit und Innovation standen bei der Planung des dreißig Meter hohen Gebäudes mit 200 Arbeitsplätzen im Mittelpunkt. Auch bei der Wahl der Baustoffe setzt Tomaselli Gabriel Bau auf Nachhaltigkeit und Innovation. Ein Teil des Gebäudes besteht aus dem neu entwickelten Zement von Holcim Schweiz – ein Zement mit einem Klinkeranteil von unter 50 Prozent. Dieser sehr niedrige Wert ist weltweit einzigartig für einen Zement, der im Hochbau eingesetzt wird. Zum Vergleich: Der in Österreich verwendete Zement enthält durchschnittlich rund 70 Prozent Klinker.

Die Produktion von Zementklinker erfolgt bei 1.450 Grad Celsius, benötigt somit viel Energie und führt zu einem hohen Klimafußabdruck dieses Werkstoffs. Bereits in den vergangenen Jahrzehnten hatte Holcim den CO2-Ausstoß seiner Zementproduktion um 30 Prozent reduziert, bezogen auf den Ausgangswert von 1990. Der neue Zement schafft eine zusätzliche CO2-Reduktion von mehr als 20 Prozent gegenüber den heute in Vorarlberg eingesetzten Zementen.

Kalkstein, Schiefer und Flugasche statt Klinker

Als Ersatz für den Klinker enthält das neue Holcim-Produkt eine Mischung aus hochwertigem Kalkstein, gebranntem Schiefer sowie Flugasche. Dazu kommen ein rein natürlicher Aktivator sowie sorgfältig abgestimmte Betonzusatzmittel. Alle Labortests zu den Eigenschaften von Frisch- und Festbeton sowie Dauerhaftigkeit und Korrosion hat der Beton bestanden. „Nun geht es darum, die Ergebnisse in der Praxis zu bestätigen“, schildert Peter Kruspan, Produktingenieur bei Holcim Schweiz. „Wir wollen noch besser verstehen, wie sich der Beton mit dem neuartigen Zement unter realen Bedingungen verhält.“

Praxistest mit der ETH Zürich

Ein Team der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat dazu Mitte April hochauflösende Sensorsysteme in den Betonwänden platziert. Die Sensoren übertragen Daten, aus denen sich die Entwicklung des pH-Wertes, der Chloridkonzentration sowie der Feuchte kontinuierlich ablesen lassen. Damit kann beispielsweise der sogenannte Karbonatisierungsfortschritt des Betons abgeschätzt werden. Ein niedriger Klinkeranteil kann die Karbonatisierung und die damit zusammenhängende Korrosion der Stahlbewehrung im Beton verstärken.

„In diesem Projekt haben wir die einzigartige Gelegenheit – gemeinsam mit Fachexperten – die Herstellung von klinkerreduzierten Zementen der neuesten Generation im Beton zu optimieren“, sagt Produktingenieur Kruspan. „Erste fundierte Auswertungen aller Analysen und Daten erwarten wir ab 2020.“

Starke Partnerschaft

Tomaselli Gabriel Bau und Holcim verbindet das Streben nach Innovation und nachhaltigem Handeln. „Wir engagieren uns seit jeher für nachhaltige Entwicklungen und den Umweltschutz“, sagt Geschäftsführer Philipp Tomaselli. „Der Beton mit dem klinkerreduzierten Zement passt somit perfekt in unser Gebäudekonzept.“

Holcim geht davon aus, dass der Klinkeranteil im Zement noch weiter gesenkt werden kann. Damit lässt sich der CO2-Fußabdruck weiter verringern. Zudem möchte das Unternehmen den Klinker in Zukunft vermehrt mit lokalen, erneuerbaren, bereits recyclierten Ressourcen ersetzen. Umfassende Untersuchungen im Labor laufen bereits.

Holcim (Schweiz) AG

www.holcim.ch

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