Gipfelsturm mit 777 Pferdestärken

Große Zeitersparnis beim Fräsen dank hoher Leistung

Der erste Einsatz der Großfräse vom Typ Wirtgen W 220 in Italien führte die Hochleistungsmaschine nicht auf eine Autobahn, sondern auf eine kurvige Landstraße am Fuße des Mont Blanc.

Die zu sanierende Strada Statale 26 (SS 26) führt vom flachen Piemont in die alpinen Regionen am Mont Blanc inklusive einer Anbindung an den Mont Blanc-Tunnel. Auf dem Weg windet sie sich knapp 1.000 Meter in die Höhe bis ins Aosta-Tal und wird auf allen Abschnitten sowohl von Touristen als auch vom Güterverkehr intensiv befahren. Der durchschnittliche Verkehr beläuft sich auf rund 5.000 Fahrzeuge am Tag. Auf insgesamt zehn Kilometer wurde hier die vier Zentimeter dicke Deckschicht in voller Breite erneuert. Dazu kam in Teilbereichen noch eine zehn Zentimeter starke Binderschicht.

 

Wirtschaftliche Qualität

Weil die Vollsperrung der Strecke in den Alpen nur schwer realisierbar ist, erfolgte die Sanierung der SS 26 halbseitig. Hierbei gelang es der beauftragten Italfrese s.r.l., einem der größten italienischen Fräsdienstleister mit Sitz im Piemont, durch den Einsatz der W 220 die Bauzeiten zu beschleunigen. Ein Grund dafür: Die Maschine kann 2,20 Meter in einem Übergang abtragen. Dadurch waren in den meisten Bereichen nur zwei statt drei Überfahrten notwendig. Zudem arbeitete die Fräse mit einem Maschinenvorschub von 28 bis 30 m/min – und das sogar bei Steigungen von etwa fünf Prozent. Schlussendlich benötigte der Fräsdienstleister nur die Hälfte der Zeit, die mit kleineren Maschinen – diese kommen üblicherweise bei engen Abschnitten wie auf dem Alpenpass zum Einsatz – veranschlagt worden wäre. Und das ohne Qualitätseinbußen.

 

Enorme Motorleistung

Über die Zeitersparnis waren sich Ernesto Franco und Emanuele Franco, Geschäftsführer sowie Technischer Leiter bei Italfrese, während der Planung des Einsatzes wohl bewusst: „Wir haben im Vorfeld untersucht, welche unserer zwölf Fräsen diesen Job möglichst wirtschaftlich und schnell erledigt. Das Ergebnis: es ist die neue W 220. Hierbei arbeitete sie mit der hohen Fräsgeschwindigkeit noch nicht am technischen Limit. Die enorme Motorleistung und die ausgefeilte Steuerung ermöglichten aber, auch in den höher gelegenen Regionen und in den Haarnadelkurven mit konstanter Geschwindigkeit zu fräsen. Und das bei einem moderaten Kraftstoffverbrauch.“ Derartige Fräsleistungen sind möglich, weil die neue W 220 mit einem sehr günstigen Maschinengewicht-zur-Motorleistung-Verhältnis an den Start geht: 36.360 Kilogramm Betriebsgewicht treffen auf 571 kW (777 PS) Motorleistung.

 

Leistung intelligent eingesetzt

Der kraftvolle Antrieb ermöglicht zudem, dass Asphaltpakete bei voller Fräsbreite nicht nur schichtweise ausgebaut, in der Deckschicht Unebenheiten egalisiert oder die Griffigkeit erhöht wird, sondern auch komplette Fahrbahnen bis 350 Millimeter Frästiefe in einem Übergang abgetragen werden können. „Dieses Plus an Leistung macht bei zeitkritischen Großprojekten an Flughäfen oder auf Autobahnen oft den Unterschied aus“, sind sich die Gebrüder Franco einig. Gerade bei großen Frästiefen wartet die W 220 mit einem weiteren Detail auf: Der rechte Kantenschutz kann um 450 Millimeter angehoben werden, so dass auch bei großer Frästiefe das Abtasten eines Bordsteins als Referenz möglich ist und die Maschinen den Belag komplett entfernen können.

Ein Blick auf den Fahrantrieb zeigt: Hier wird die Leistung mit dem intelligenten Fahrantrieb ISC clever eingesetzt. Er sorgt durch eine elektronische Regelung für optimale Traktion, passt den Vorschub der Maschine an die jeweilige Motorlast an und regelt bei Kurvenfahrten die jeweilige Geschwindigkeit der äußeren und inneren Fahrwerke. Das erwies sich auf der SS 26 vor allem in den zahlreichen Haarnadelkurven als Vorteil.

 

Optimales Fräsergebnis dank angepasster Walzendrehzahl

Durch die variable Walzendrehzahl, bei der drei Geschwindigkeiten vom Fahrerstand aus eingestellt werden können, kann der Maschinenbediener darüber hinaus das Fräsbild, also die Oberflächenbeschaffenheit und die Rautiefe, beeinflussen. Beim Einsatz auf der SS 26 entschied sich das Team von Italfrese für die maximale Drehzahl in Kombination mit einem hohen Maschinenvorschub. Für die Wirtschaftlichkeit sorgte hierbei das Wechselhaltersystem HAT 22 zusammen mit den Meißeln vom Typ W 7.

 

Hohe Maschinenauslastung

Dank des leistungsstarken Motors geht der W 220 auch beim Fräsen mit größeren Fräsbreiten die Puste nicht aus. Deshalb ist diese Großfräse nicht nur mit dem 2,2 Meter Standard Fräsaggregat erhältlich, sondern optional auch mit einem 2,5 Meter breiten. Um flexibel die Erstellung bestimmter Oberflächenstrukturen zu realisieren, ist zudem das Fräswalzenwechselsystem „FCS Light“ für das 2,2 Meter-Fräsaggregat optional verfügbar. So ist das schnelle Umrüsten auf einen anderen Linienabstand – Standardfräswalzen, Eco Cutter oder Feinfräsen – und damit eine hohe Bandbreite an unterschiedlichen Anwendungen möglich.

 

Leise Kraftentfaltung

Trotz der enormen Kraftentfaltung ist es den Entwicklern bei Wirtgen gelungen, die Geräuschemissionen stark zu reduzieren. Das fiel auch der Mannschaft von Italfrese beim Einsatz am Fuße des Mont Blanc sofort angenehm auf. Damit kann das Team guten Gewissens zum Beispiel auch in Wohngebieten arbeiten.

Wirtgen GmbH

www.wirtgen.com

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