Kooperation von Anfang an

Expertenteams projektbasiert anfragen 

In Deutschland gelten ca. 16.000 Brücken als sanierungsbedürftig. Doch es fehlt an Bauingenieuren, vor allem in den Baubehörden. Doch ohne Planer keine Projekte. Ein Lösungsweg könnte sein, sich Unterstützung aus der Privatwirtschaft zu holen.

Zur Herstellung der Aurachbrücke kamen Freivorbauwägen von Doka zum Einsatz.
© Doka

Zur Herstellung der Aurachbrücke kamen Freivorbauwägen von Doka zum Einsatz.
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Beim Projekt Aftetalbrücke entschieden sich Baufirma und Doka für eine Verbundschalwagen-Lösung. Nach Fertigstellung der Fahrbahnplatte wurde einer der beiden Verbundschalwagen zum beidseitigen Kappenschalwagen umgerüstet, um die Gesimskappe zu erstellen.
© Doka
Beim Projekt Aftetalbrücke entschieden sich Baufirma und Doka für eine Verbundschalwagen-Lösung. Nach Fertigstellung der Fahrbahnplatte wurde einer der beiden Verbundschalwagen zum beidseitigen Kappenschalwagen umgerüstet, um die Gesimskappe zu erstellen.
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Bauingenieurinnen und -ingenieure gelten als ein der am stärksten nachgefragten Berufsgruppen in Deutschland. Auf einen arbeitslosen Bauingenieur kommen durchschnittlich fünf offene Stellen. Noch dramatischer sieht es auf Seiten der Behörden aus. Der öffentliche Dienst konkurriert mit der Privatwirtschaft. Die kann Nachwuchs und Fachkräfte mit sehr kreativen Jobangeboten locken. Und der demographische Wandel tut sein übrigens: Viele der Babyboomer gehen in den nächsten Jahre in den Ruhestand. In der Konsequenz würde das bedeuten: Immer weniger Ingenieure müssten immer mehr Projekte bearbeiten. Klingt nach einem geradlinigen Weg in den Burn-out. Und damit noch mehr Mangel an qualifizierten Fachkräften. Was also tun?

Frühzeitig und bedarfsspezifisch Expertise einholen

Wir treffen Marc Bindler, Gruppenleiter Ingenieurbau Brücken der Deutschen Doka. Er kann den Kampf um die Bauingenieure aus eigener Erfahrung bestätigen: „Ich werde auch regelmäßig von Headhuntern angerufen oder angeschrieben, die einen versuchen abzuwerben.“ Dabei hat er einen ganz anderen Vorschlag, um dem Problem des Fachkräftemangels in ­Verwaltungen und Bauämtern zu begegnen: „Statt zu konkurrieren sollte man kooperieren.“ Sprich: Warum nicht noch mehr spezifisches Fachwissen je nach Bedarfslage von extern einholen?

531 m lang und (Pfeiler) bis zu 42 m hoch: die Talbrücke Pfädchensgraben. Der Takt der Kletterschalung wurde mittels Betonmonitoring-System Concremote optimiert.
© Doka

531 m lang und (Pfeiler) bis zu 42 m hoch: die Talbrücke Pfädchensgraben. Der Takt der Kletterschalung wurde mittels Betonmonitoring-System Concremote optimiert.
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Die Zugangsrampen zu Fußgängerbrücke Arnulfsteg in München waren in Sichtbeton-Qualität herzustellen.
© Doka
Die Zugangsrampen zu Fußgängerbrücke Arnulfsteg in München waren in Sichtbeton-Qualität herzustellen.
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„Baufirmen unterstützen wir schon immer in der Submissionsphase mit unserem Fachwissen. Warum nicht noch früher ansetzen und gemeinsam mit Bauherren praxisgerechte und wirtschaftliche Ausführungslösungen entwickeln, auch für die spätere Ausschreibung. Dies brächte für alle Beteiligten – Bauherren, Bauunternehmen und Gewerke – immense Vorteile. Etwa mehr Termin-, Planungs- und Kostensicherheit.

Gute Vorarbeit als echter Mehrwert

Bindler kann hier auf Erfahrungswerte zurückgreifen, die Doka mit ihren Kunden, den Baufirmen, gesammelt hat: „Die besten Lösungen haben wir immer dann, a) wenn wir das Projekt frühzeitig kennen und b) wenn wir schon in der Submissionsphase mit den Baufirmen zusammenarbeiten. Zu klären, was sind denn nun die tatsächlichen Anforderungen, ist das so überhaupt machbar, gibt es nicht wirtschaftlichere oder baupraktischere Lösungen, welche Risiken gibt es und wie kann man diese minimieren. So kommt man zum besten Angebot, weil schon so viel Vorarbeit in der Planung geleistet wurde.“


Wir kennen und können jede Art von Brücke. Warum dann nicht dieses Wissen anzapfen?

Dipl.-Ing. Marc Bindler, Gruppenleiter
Ingenieurbau Brücken und Gruppenleiter Schweres Traggerüst der Deutschen Doka
© Doka


Wir kennen und können jede Art von Brücke. Warum dann nicht dieses Wissen anzapfen?

Dipl.-Ing. Marc Bindler, Gruppenleiter
Ingenieurbau Brücken und Gruppenleiter Schweres Traggerüst der Deutschen Doka
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Die Praxis zeigt: Es sind die Planungsfehler, die oftmals richtig Geld kosten. „Was in der Planung schiefgelaufen ist, kann man auf der Baustelle in der Regel nie wieder reinholen“, so Bindler weiter. „Wenn man das nun auf den Bauherren ausweitet, kann man das gleiche Prinzip schon hier anwenden. Damit können auch die Baufirmen viel besser in die Angebotsphase gehen, und in der Folge die ganzen daran angeschlossenen Gewerke, wie eben auch wir.“ So spare man sich viel wertvolle Zeit, würde effizienter und damit auch wirtschaftlicher.

Wissenstransfer ausbauen

Warum dann auf einen Schalungsanbieter statt auf ein Bauunternehmen zur Beratung hinsichtlich Lösungsfindung für die Ausschreibung zugehen? „Für mich ist das kein Entweder-oder. Es kommt halt darauf an, wie tief ich in dieser Phase schon einsteigen möchte. Es kommt aufs Projekt und auf den Anspruch an.“

Strombrücke Magdeburg: Pylonherstellung mittels Sonderkletterschalung.
© Doka

Strombrücke Magdeburg: Pylonherstellung mittels Sonderkletterschalung.
© Doka
Doch gerade bei Infrastrukturprojekten könnten Schalungsexperten wie Doka wertvoll unterstützen. „Bei mir landen im Jahr um die 200 Brücken auf dem Tisch, bei einem Ingenieur in einer Behörde vielleicht 10. Wir sehen einfach eine Unmenge an Ingenieurbauten, wir kennen und können wirklich jede Art von Brücke. Warum dann nicht dieses Wissen anzapfen?“, so Bindler. „Denn wir sehen immer wieder die gleichen Fehler bei bauähnlichen Brücken. Ich meine Schalungskonzepte für eine Brücke, die wir gemeinsam mit Baufirma A in eine optimierte Schalungslösung umgeplant haben, weil es somit schneller, sicherer, ressourcenschonender geht. Dann bekommt Baufirma B den nächsten Auftrag für eine bauähnliche Brücke und es ist schon wieder das Konzept drin, das wir mit Firma A verworfen haben. Einfach, weil der Wissenstransfer fehlt“, so Bindler.

„Das sind natürlich dicke Bretter, die man hier bohren müsste, weil es ein Umdenken erfordert und tief verwurzelte Prozesse über den Haufen wirft. Der „chronologische“ Ablauf eines Projekts – aus unserer Sicht – ist ja bisher: Für ein Bauwerk wird eine Ausschreibung erstellt, Baufirmen bewerben sich um den Auftrag der Bauausführung, wir bewerben uns um den Schalungsauftrag. Wir kommen in der Reihenfolge also erst relativ spät dazu, wenn eigentlich schon vieles passiert und geplant ist. Ein wenig haben wir diese Chronologie wie gesagt schon aufgebrochen. Dass wir nicht nur „verlängerte Werkbank“, sondern beratendes Ingenieurbüro für Bauunternehmen sind. Das könnten wir auch für Bauherren sein. Als Bauherr kann ich mir so je nach Bauwerk das passende Team an Fachleuten zusammenstellen. Kooperation und Collaboration der Fachleute statt sie sich gegenseitig abzuwerben.“

Deutsche Doka Schalungstechnik GmbH

www.doka.de

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