Die BGL online

Von der Druckausgabe zur digitalen Schnittstelle

Was über Jahrzehnte als gedrucktes Werk genutzt wurde, ist heute Teil digitaler Prozesse. Die Online-Version der BGL hat die Systematik nicht verändert – aber ihre Anwendung deutlich erweitert.

Die Startseite der BGL Online
© Bauverlag BV GmbH

Die Startseite der BGL Online
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Über viele Jahre war die Baugeräteliste ein klassisches Nachschlagewerk. Wer eine Geräteklasse suchte, schlug sie im gedruckten Werk nach. Die Systematik war klar, die Struktur nachvollziehbar, die Anwendung jedoch weitgehend manuell.

Vom Buch zur Datenstruktur

Mit der Einführung der BGL Online im Jahr 2007 wurde dieses Prinzip in die digitale Welt überführt. Aus der Buchstruktur wurde eine Datenstruktur. Geräte konnten nun gezielt recherchiert, schneller gefunden und systematisch durchsucht werden. Aktualisierungen ließen sich effizienter umsetzen, neue Entwicklungen zeitnah einpflegen.

Wichtig ist dabei: Das Grundprinzip blieb unverändert. Auch in digitaler Form ordnet die BGL Geräte leistungsbezogen und neutral ein. Die technische Systematik wurde nicht ersetzt, sondern technisch zugänglich gemacht.

Grundlage für digitale Prozesse

Mit der Digitalisierung veränderten sich auch die Anforderungen in Bauunternehmen. Kalkulationsprogramme, ERP-Systeme, Gerätemanagementlösungen und Controlling-Tools arbeiten heute datenbasiert. Informationen müssen eindeutig strukturiert sein, damit sie verarbeitet, ausgewertet und übertragen werden können.

Das Dashboard der BGL 2025
© Bauverlag BV GmbH

Das Dashboard der BGL 2025
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Genau hier entfaltet die digitale BGL ihren Mehrwert. Sie bietet eine standardisierte, klar definierte Referenzstruktur, die sich in bestehende Systeme inte-grieren lässt. Die BGL wird damit nicht nur als Nachschlagewerk genutzt, sondern als Bestandteil der unternehmensinternen Datenlogik.

Ein Gerätedatensatz im ERP-System kann beispielsweise mit der entsprechenden BGL-Größe verknüpft werden. Kalkulationssoftware kann auf diese definierte Kategorie Bezug nehmen. Im Controlling lassen sich Geräteeinsätze einheitlich auswerten, weil sie auf einer identischen technischen Bezugsgröße beruhen.

Einbindung in bestehende Softwarelösungen

Die BGL ersetzt keine Software – sie strukturiert deren Datenbasis. In der Praxis erfolgt die Einbindung meist dadurch, dass die jeweilige BGL-Bezeichnung oder -Nummer im Gerätedatensatz hinterlegt wird. Damit wird sichergestellt, dass das Gerät eindeutig klassifiziert ist.

Vergleich der Online Version der BGL 2020 ...
© Bauverlag BV GmbH

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In der Kalkulation bedeutet das: Leistungsansätze beziehen sich auf eine klar definierte Gerätegröße. Im Gerätemanagement lassen sich Geräte nach einheitlichen Kriterien gruppieren. Im Controlling können Auswertungen strukturiert erfolgen, weil identische Kategorien zugrunde liegen.

Auch in Arbeitsgemeinschaften erleichtert diese digitale Referenz den Datenaustausch. Wenn mehrere Unternehmen ihre Systeme nutzen, aber dieselbe BGL-Klassifikation hinterlegen, entsteht eine gemeinsame technische Sprache – selbst wenn die IT-Systeme unterschiedlich sind.

Digitalisierung ohne Systembruch

Ein entscheidender Vorteil der digitalen Weiterentwicklung besteht darin, dass kein Systembruch entstanden ist. Unternehmen, die die BGL bereits aus der Printversion kannten, mussten keine neue Logik erlernen. Die Struktur blieb erhalten, die Nutzung wurde effizienter.

... mit der Version 2025
© Bauverlag BV GmbH

... mit der Version 2025
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Das Update der vergangenen Jahre zeigt zudem, dass die BGL kontinuierlich weiterentwickelt wird. Technische Veränderungen, neue Gerätetypen und aktuelle Anforderungen werden berücksichtigt, ohne das Grundprinzip aufzugeben. Damit bleibt die BGL sowohl historisch gewachsen als auch zukunftsfähig.

Ausblick: Struktur als Voraussetzung für Innovation

Digitale Baustelle, vernetzte Maschinen, alternative Antriebstechnologien – die Bauwirtschaft befindet sich im Wandel. Je komplexer Technik und Prozesse werden, desto wichtiger wird eine stabile, neutrale Referenzstruktur.

Die BGL schafft diese Struktur auf technischer Ebene. Sie sorgt dafür, dass Geräte eindeutig definiert sind – unabhängig davon, ob sie konventionell oder elektrisch angetrieben werden, ob sie auf einer einzelnen Baustelle oder in einem vernetzten Projektumfeld eingesetzt werden.

Damit wird deutlich: Die Digitalisierung hat die BGL nicht ersetzt. Sie hat ihre Bedeutung vielmehr erweitert. Aus einem gedruckten Ordnungssystem ist eine anschlussfähige Datenbasis geworden – und damit ein Baustein moderner Bauprozesse.

BGL Baugeräteliste
www.bgl-online.info

Neuerungen der BGL 2025

Die aktualisierte Ausgabe 2025 bringt weitreichende inhaltliche und technische Neuerungen mit sich.

Alle Gerätegruppen wurden umfassend überarbeitet. Zahlreiche neue Geräte, insbesondere im Bereich Elektromobilität und alternative Antriebe, wurden neu aufgenommen. Zudem wurden alle mittleren Neuwerte aktualisiert, um aktuellen Marktbedingungen gerecht zu werden.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der neuen Online-Version: Mit einer komplett überarbeiteten, intuitiven Benutzeroberfläche und zahlreichen neuen Funktionen – darunter die Möglichkeit zur Anlage mehrerer Gerätelisten, erweiterte Notiz- und Lesezeichenfunktionen sowie die Berechnung des Nennlastmoments – bietet sie Anwendern eine deutlich verbesserte Nutzer-erfahrung.

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