Winter legte Baustellen lahm,
jetzt Hoffnung auf Baufrühling

Die unerwartet gute Auftragsentwicklung in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres hilft den Bauunternehmen über den witterungsbedingten Produktionseinbruch Anfang des Jahres hinweg. Der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Zeitraum Januar bis Februar zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23,1 % eingebrochen; in den Auftragsbüchern zeich-
nete sich aber eine Gegenbewegung ab, die die Branche auf einen „Baufrühling“ hoffen lässt: Die Ordertätigkeit ist um nominal
5,7 % gestiegen. Aufgrund der relativ guten Beschäftigungsperspektiven halten die Unternehmen trotz Produktionseinbußen an ihren Belegschaften fest.

Der von der gesamtwirtschaftlichen Rezession stark gebeutelte Wirtschaftsbau startete überraschend positiv in das neue Jahr: Die Bauunternehmen meldeten für Januar bis Februar ein Auftragsplus von nominal 3,7 %. Von einer Trendwende ist die Branche aber trotzdem noch weit ent-
fernt: Zwar zogen einige Großprojekte den Wirtschaftsbau im Februar nach oben, aufgrund der weiterhin massiven Unterauslastung der Kapazitäten im Verarbeitenden Gewerbe hält sich aber der Großteil der Unternehmen bei den Investitionen nach wie vor zurück.

Der Öffentliche Bau profitierte weiterhin von den Konjunkturprogrammen: Der Auftragseingang lag in den ersten zwei Monaten um nominal 8,8 % über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Eine Aufweichung der Zusätzlichkeitskriterien im Zukunftsinvestitionsgesetz könnte diese Entwicklung aber abrupt beenden. Es wächst die Gefahr, dass insbesondere die Kommunen auf den Einbruch der Steuereinnahmen mit einer Kürzung der eigenen Investitionen reagieren. Eine Fortsetzung des zum Jahresbeginn nur witterungsbedingten Umsatzrückgangs wäre die Folge, da auf die Kommunen knapp zwei Drittel der gesamten öffentlichen Bauausgaben entfällt.


Bewegung in den Auftragsbüchern

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