100 Jahre Diringer & Scheidel

100 Jahre war es im Juni 2021 her, dass Franz-Anton Diringer in Mannheim-Neckarau ein Baugeschäft ins Leben rief. Sein Schwiegersohn Heinrich Scheidel und dessen Sohn Heinz, der 1969 als junger Ingenieur eintrat und die Geschäfte seit Mitte der 70er-Jahre führt, haben den anfangs kleinen Handwerksbetrieb zur Diringer & Scheidel Unternehmensgruppe ausgebaut, die heute ein breites Portfolio im Bau- und Technologiebereich, der Projektentwicklung und im Dienstleistungsbereich bietet, mit 90 Standorten in Deutschland und Europa, und zu den traditionsreichsten Familienunternehmen im Südwesten Deutschlands zählt.

Was der Großvater von Heinz Scheidel ins Leben rief, haben zunächst Scheidels Vater Heinrich, seine Mutter Elisabeth und ab den 1960er Jahren er selbst mit seiner Schwester Elisabeth Heffner und heute die Familienmitglieder im Management-Board – mit seinem Neffen Karlheinz Heffner (Technik) und den Schwiegersöhnen Tobias Volckmann (Finanzen) und Achim Ihrig (Dienstleistungen, Projektentwicklung) – groß und stark gemacht. Heinz Scheidel wurde in die Firma hineingeboren, er wuchs auf Baustellen auf. Das „Bau-Gen“ und der Pioniergeist, die die Familie seines Großvaters bereits im 19. Jahrhundert auszeichneten, prägen auch im 21. Jahrhundert die Unternehmensgruppe: Etwa die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet im technischen Bereich. Diringer & Scheidel gehört in Deutschland zu den bedeutenden Familienunternehmen, wenn unter oder über der Erde gebaut wird.


Jahrhundert-Unternehmen

In 100 Jahren gab es manche Krise, viele Herausforderungen – und noch mehr Höhepunkte. Wie jedes „Jahrhundert-Unternehmen“ hatten auch die Neckarauer wirtschaftlich aufgewühlte Gewässer zu durchfahren. Die zunehmende Firmenkonzentration in der Bauwirtschaft in den 1970er Jahren beantwortete Heinz Scheidel mit dem Leitsatz: „Lieber übernehmen, statt übernommen zu werden“. Fast 40 Betriebe hat Diringer & Scheidel seitdem teilweise oder ganz übernommen und dabei manchmal bis zu 200 Mitarbeiter vor der Arbeitslosigkeit bewahrt. Zu den größten Übernahmen zählen die Firmen Grimminger aus Heidelberg (1973), die 1796 gegründete F. A. Noll (1982), in der Großvater Franz-Anton Diringer in die Lehre ging und die Scheven Rohrleitungs- und Tiefbau (2020) aus Erkrath.


Viel Technik – bis zur Robotik

In Diringer & Scheidel steckte schon früh ganz viel Technik – und heute sogar Robotik! Dabei dreht sich alles um die grabenlose Sanierung von Rohrleitungssystemen mittels innovativer Verfahren, eine Alternative zur klassischen offenen Bauweise. D&S kann beides; klassischer Rohrleitungsbau und grabenlose Rohrsanierung arbeiten bei Bedarf Hand in Hand – und das schon seit 25 Jahren. Die Rohrsanierung zählt heute zu den Marktführern in der Anwendung grabenloser Verfahren.

 

Die „neuen Bundesländer“

Mit der Wende 1989 hatte sich Diringer & Scheidel quasi sofort die „neuen Bundesländer“ erschlossen, in Dessau-Roßlau ihre Hauptniederlassung Ost gegründet und in Löbnitz bei Leipzig ein Kieswerk und ein Baustoffwerk für Kalksandsteine und Porensteine aufgebaut. Das 400 Hektar große Areal verfügt über reichlich Rohstoffe und bietet Raum für mehr: So hat D&S an seinem vor drei Jahren ausgekiesten Mühlfeldsee ein idyllisches Freizeitgebiet mit 160 Ferienhäusern entwickelt und eine Uferseite als weitläufige Naturschutzzone gesichert.

Die heutige hohe Diversifikation der Gruppe – von den technischen Bereichen über die Projektentwicklung und Planung bis hin zum Dienstleistungsbereich mit eigenen Betreibergesellschaften für Hotellerie, ambulante und stationäre Pflege und Retail-Aktivitäten – ist für Heinz Scheidel ein wichtiger Garant im Rahmen der bisherigen, erfolgreichen Unternehmensentwicklung.

Das Unternehmen hat in Mannheim zahlreiche markante Gebäude errichtet, darunter das Planetarium und das Landesmuseum für Technik und Arbeit, heute „Technoseum“. Absolutes Highlight der Projektentwicklung und auch im Hinblick auf das Bauvolumen im an Höhepunkten nicht armen D&S-Projektportfolio ist sicherlich das Stadtquartier Q 6 Q 7 in Mannheim, eine planerische Meisterleistung von Architekt Dieter Blocher und seinen Teams in Mannheim und Stuttgart.

Vier Generationen der Familie haben inzwischen das Unternehmen geprägt und einige Enkel von Heinz Scheidel und seiner Schwester Elisabeth Heffner sind bereits in entsprechenden Studiengängen unterwegs. „Meine Schwester ist, wie ich, noch jeden Tag in der Firma. Sie ist und bleibt die gute Seele des Betriebs!“ Werden die beiden in den kommenden Jahren etwas kürzer treten? „Vielleicht“, schmunzelt Heinz Scheidel.

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