Überflutungs-Hot-Spots bei Starkregen

Die neuralgischen Punkte der Straßenentwässerung

Das regionale Niederschlagsgeschehen unterliegt oft Schwankungen. An neuralgischen Punkten kommt es in Städten immer wieder zu verkehrsgefährdenden Überflutungen. Eine kombinierte Punkt- und Linienentwässerung soll Abhilfe schaffen.

Aktueller denn je: Der globale Klimawandel verändert das regionale Niederschlagsgeschehen. Schon heute kommt es vermehrt zu Starkregenereignissen, die in Städten zu Überflutungen führen und große Schäden anrichten können. Um dem entgegenzuwirken, entwickeln viele Kommunen und Städte wassersensible Strategien für die Infrastruktur. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen sind vielfältig und der Umgang mit Starkregenereignissen ist je nach Region unterschiedlich. Eins haben alle gemeinsam: Den neuralgischen Punkt, die sogenannten Überflutungs-Hot-Spots. Nicht nur innerstädtisch, sondern auch außerorts auf Fernstraßen, kommt es bei überfluteten Straßen schnell zu kritischen und gefährlichen Situationen. Zudem stellt Wasser auf der Fahrbahn immer ein hohes Risiko für den laufenden Verkehr dar.

 

Wie kommt es zu Überflutungen im

Verkehrsbereich?

Die Hauptaufgabe der Straße aus Sicht der Entwässerung ist es, anfallendes Regenwasser schnell und sicher abzuführen. Innerstädtisch werden Straßen überwiegend durch Bordsteine begrenzt. Diese dienen zunächst der Begrenzung der Verkehrsfläche. Ferner wird das anfallende Regenwasser aufgrund des Quergefälles zum Bordstein gelenkt und dann in Längsrichtung punktuell über Straßenabläufe („Gullys“) am Straßenrand in die Kanalisation abgeführt. Alternativ können lineare Entwässerungssysteme zum Einsatz kommen, welche das Wasser kontinuierlich aufnehmen.

Straßenabläufe gibt es in verschiedensten Ausführungsvarianten. Das Wasser wird zunächst über Einlaufroste, sogenannte Gussabdeckungen, in einen kleinen unterirdischen Schacht abgeführt. Ein herausnehmbarer Schlammeimer sorgt dafür, dass Laub und Unrat zurückgehalten werden. Die Tiefe der Schächte kann variieren. Am Tiefpunkt des Schachtbodens befindet sich ein Rohranschluss, welcher den sicheren Abfluss des Wassers gewährleistet. Von hier wird das Wasser über eine Rohrleitung hin zum Sammelkanal unter der Straße geleitet und kann zum Beispiel der Vorflut zugeführt werden.

Die aufnehmende Menge an Wasser ist für einen punktuellen Ablauf durch verschiedene Faktoren begrenzt. Normative Vorgaben begrenzen zum Beispiel die maximale Schlitzbreiten an der Oberfläche, damit Fußgänger oder Radfahrer nicht gefährdet werden. Neben geometrischen Eigenschaften der Abläufe spielt beispielsweise auch die Geschwindigkeit des auf der Straße abfließenden Wassers eine maßgebliche Rolle im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit. Kommt also viel Wasser am Ablauf an, schießt ein großer Anteil entweder über den Ablauf hinweg oder daran vorbei. Dies erhöht in der Folge den Zufluss zum nächsten Straßenablauf und führt damit zu einer hohen Wasserspiegelbreite, so dass das Wasser im Verkehrsraum steht.

Die Unfallgefahr ist nun an diesen neuralgischen Punkten extrem hoch. Zusätzlich erhöhen volle Schlammeimer durch Laub und Dreck dieses Risiko. Bisher wurden Lösungsansätze gewählt wie das Vergrößern der Einlaufgeometrien, die Erhöhung der Anzahl von Abläufen oder ein Wechsel auf Entwässerungsrinnen. Ein neues und effektives Entwässerungskonzept ergibt sich mit der ACO DrainBox. Dahinter verbirgt sich die Kombination des bekannten Straßenablaufes Combipoint PP und der Hohlbordrinne KerbDrain. ACO Tiefbau führt damit erstmalig systematisch die Punkt- und die Linienentwässerung zusammen.

 

Kombiniere: Linie trifft Punkt

Mit der ACO DrainBox bietet ACO Tiefbau den neuen Lösungsbaustein für Überflutungs-Hot-Spots inner- wie außerorts an. Geeignet ist es für die Nachrüstung, die Sanierung und für den Neubau. Dabei wird die bauliche Situation von Gully und Bordstein vor Ort genutzt. So können kritische Überflutungspunkte einfach, schnell und mit herkömmlichen Baugewohnheiten entschärft werden.

Der große Vorteil liegt im Umfang der Baumaßnahme. Die Nachrüstung oder Sanierung bedarf wenig Platz, so dass längere Straßenabsperrungen entfallen. Dadurch bleibt der Kosten- sowie Arbeitsaufwand gering. Bestehende Anschlussleitungen oder gar Ablaufschachtunterteile können dabei verwendet werden. Fahrbahnseitig wird der existierende Straßenablauf mit dem Betonbauteilen gegen die Module des ACO Combipoint PP ausgetauscht. Analog zu den Bauteilen der DIN 4052 lässt sich dieser deutlich leichter versetzen. Beim Verbleib des Betonbodenteils vom Ablauf können mittels des neuen Sanierungsadapters die Combipoint-Teile aufgesetzt werden. Je nach Einsatzgebiet stehen verschiedene ACO Multitop Aufsatzvarianten zu Verfügung.

Die zweite Schlüsselkomponente ist die Hohlbordrinne ACO KerbDrain, die den Bordstein im Bereich des Straßenablaufes ersetzt. Die Kombination von Bordstein und Rinne in einem ergibt die Besonderheit für die ACO DrainBox. Vor dem Punktablauf nehmen die seitlichen Öffnungen der Hohlbordrinne entlang des Bordes einen Teil des anströmenden Wassers auf. Dabei ist die Gossenausbildung nicht relevant. Bereits mit ein paar Metern der KerbDrain wird eine signifikante hydraulische Leistungsverbesserung erreicht. Die Verbindung von der Hohlbordrinne zum Straßenablauf erfolgt über den Einlaufkasten und dem Zwischenteil des Straßenablaufes mittels eines Rohrstücks.

 

Funktionsweise der ACO DrainBox

Der Clou der DrainBox ist die Kombination von beiden Entwässerungssystemen. Das Oberflächenwasser wird sowohl seitlich über die Einlauföffnungen der Hohlbordrinne als auch über den herkömmlichen Straßenablauf aufgenommen. Beide Systeme sind über einen Einlaufkasten miteinander verbunden und können dennoch unabhängig voneinander entwässern. Dadurch erhöht sich signifikant die hydraulische Leistungsfähigkeit, und die Wasserspiegelbreite wird auf der Fahrbahn sukzessive vermindert.

So ergibt sich mit Hilfe von nur wenigen Metern Hohlbordrinne anhand einer hydraulischen Beispielrechnung mit einer angeschlossenen Fläche von 400 m², einem Abflussbeiwert von 0,9 und einer Regenspende von 110 l/(s*ha) eine Leistungssteigerung von 25 Prozent. Ein weiterer positiver Nebeneffekt bei der Ertüchtigung von Straßenabläufen ist der zusätzliche Schlammeimer im System KerbDrain. Dadurch kann die Gefahr von Verstopfung reduziert werden.

 

Fazit

Starker Regen erfordert starke Produktideen. Mit der ACO DrainBox ergibt sich heute ein neues Konzept für bestehende und geplante punktuelle Entwässerungslösungen für Kommunen, Straßen- und Autobahnmeistereien. Das Abflussgeschehen auf der Straße infolge von Starkregen kann entschärft werden, die Verkehrssicherheit wird gefördert und Überflutungsschäden werden reduziert. Alles in einem ist es ein zukunftsfähiges Produkt bei Überflutungsstrategien der Kommunen und Städte.

 

ACO Tiefbau Vertrieb GmbH

www.aco-tiefbau.de/drainbox

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