Preiswerter Wohnungsbau attraktiv umgesetzt

Ziegelbauweise sorgt für Wohnbehaglichkeit

Bei der Wohnanlage legte die Gemeinde besonderen Wert auf wirtschaftliche sowie bauphysikalisch hochwertige Außenwandbaustoffe. Die Wahl fiel auf massives, monolithisches Ziegelmauerwerk, das auch maßgeblichen Schallschutz erbringt.

Wohnraum wird in Ballungsgebieten immer knapper und damit teurer – so auch in der ehemals ländlich geprägten Gemeinde Neubiberg im Südosten des Landkreises München. Diese hat sich seit den 1990er Jahren in ihrem Erscheinungsbild stark geändert. Neben einem Bevölkerungszuwachs durch die Nähe zur Landeshauptstadt erlangte die Kommune auch als Wissenschaftsstandort überregionale Bekanntheit. Entsprechende Einrichtungen führten zu einem weiteren Bevölkerungsanstieg auf mittlerweile 14.000 Einwohner.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Die steigende Wohnungsnachfrage führt in dem Ort nahe München zu einer Verknappung des ohnehin schon wenigen Wohnraumes. Ein Problem, mit dem auch andere Ballungsgebiete zu kämpfen haben. Besonders schwierig ist die Situation für Berufsgruppen mit niedrigen und mittleren Einkommen – zu diesen gehören auch die Angestellten Neubibergs. Aus diesem Grund entschied sich der Gemeinderat bereits Ende 2014 auf einem zentral gelegenen kommunalen Grundstück an der Äußeren Hauptstraße eine Wohnanlage mit bezahlbarem Raumangebot zu bauen.

Im Frühjahr 2017 begann schließlich in Zusammenarbeit mit der Baugesellschaft München-Land die Ausführung des Projektes. Insgesamt wurden 35 Mietwohnungen errichtet, wobei ein durchschnittlicher Mietpreis von gerade einmal 9,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche das Ziel war. Reserviert für Mitarbeiter der Gemeinde und sozialer Einrichtungen im Ort, wie beispielsweise Kindertagesstätten, sind davon 28 Wohnungen. Das Belegungsrecht für die anderen sieben Einheiten liegt während der ersten 15 Jahre beim Landkreis München, welcher das Projekt finanziell förderte.

Markanter Blickfang

Die Eingliederung in ein gewachsenes Umfeld erforderte von Architekt Peter Flickinger vom Büro Höss Amberg + Partner (München) viel Feingefühl bei der Planung. Der Entwurf sah einen parallel zur Äußeren Hauptstraße angeordneten dreistöckigen Riegelbau vor, der zum Osten hin über einen Zwischenbau in einen fünfgeschossigen Kopfbau eintritt. In den hinteren Bereich des Grundstückes wurde außerdem ein zweigeschossiges Reihenhaus mit vier Maisonette-Wohnungen eingeplant. Der zeilenförmige Gebäuderiegel und das Reihenhaus erhielten ein Satteldach, während auf Kopf- und Zwischenbau jeweils ein Flachdach gesetzt wurde.

Die gestalterische Strukturierung des Gebäudekomplexes passt sich der vorhandenen Zeilen- und Reihenhausbebauung in der Nachbarschaft an, ohne dabei auf individuelle Aspekte zu verzichten. Gleichzeitig bildet der Gebäuderiegel durch seinen fünfgeschossigen Kopfbau auch den vom Planungsausschuss der Gemeinde geforderten städtebaulich markanten Blickfang am Schnittpunkt der Äußeren Hauptstraße mit dem Pfarrer-Sickinger-Weg.

Die Größe der meisten Wohneinheiten orientiert sich an der Wohnungsnachfrage von immer mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalten. So ist die Wohnfläche in den Mehrgeschossgebäuden auf 21 Zweizimmer- und zehn Dreizimmer-Wohnungen verteilt. Jede Wohneinheit verfügt über einen großzügig geplanten Freibereich entweder als Terrasse, Balkon oder Loggia. Die einzelnen Wohnungen sind durch Laubengänge erschlossen, die über zwei abgeschlossene Treppenhäuser und einen Aufzug zu erreichen sind.

Monolithische Bauweise

An den Außenwandbaustoff wurden vielfältige Anforderungen gestellt: Die entscheidenden Kriterien für die Planer waren dabei Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus sollten die werterhaltenden Gebäude nach KfW-Energieeffizienzstandard 55 förderfähig sein. Auch wurde eine massive monolithische Bauweise gewünscht, welche sich durch möglichst geringe Instandhaltungskosten auszeichnet. Die Wahl fiel letztendlich auf den Unipor WS10 Coriso-Mauerziegel: Der mit mineralischer Füllung versehene Wandbaustoff überzeugt durch seinen geringen Wärmeleitwert von 0,10 W/(mK). Der Verzicht auf ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) bei einer Gebäudehöhe von bis zu fünf Geschossen erforderte allerdings zwangsläufig wärmedämmende sowie tragfähige Außenwände. Die in Abstimmung mit der Gemeinde gewählte Mauerwerkslösung mit dem WS10 Coriso konnte die statischen und energiesparenden Vorgaben erfüllen: Der gewählte Mauerziegel leistet eine hohe Druckspannung von 1,9 MN/m². „Unser Architekturbüro hat mit dem rein mineralisch gefüllten Ziegel schon bei einem anderen Projekt sehr positive Erfahrungen gemacht,“ erläutert Peter Flickinger. „Insofern konnten wir guten Gewissens diesen Mauerziegel empfehlen.“ Der von der Unipor-Gruppe speziell für den Geschosswohnungsbau entwickelte Ziegel überzeugt also vor allem durch die Verbindung von guter Wärmedämmung mit hoher zulässiger Druckspannung. Mit einer gewählten Mauerwerksdicke von 42,5 Zentimetern erreicht schon die beidseitig verputzte Außenwand einen geringen Wärmedurchgangskoeffizienten von nur 0,225 W/(m²K). Sie gewährleistet zugleich auch im fünfgeschossigen Gebäudebereich ausreichende Tragfähigkeit.

Schall- und Hitzeschutz

Angesichts der Nähe zur S-Bahn-Linie und dem dadurch zu berücksichtigen Verkehrslärm spielte auch guter Schallschutz der Außenbauteile eine wichtige Rolle. Hierbei erweist sich der 42,5 Zentimeter breite WS10 Coriso-Ziegel mit seinem bewerteten Schalldämm-Maß Rw,Bau,ref von 52 Dezibel ebenfalls als vorteilhaft. Wie die Bezeichnung WS aussagt, garantiert er zusätzlich zu gutem Wärme- (W) auch hohen Schallschutz (S). Ein Schallschutzgutachten belegt, dass das ermittelte resultierende Schalldämm-Maß (Wand, Fenster, Lüftungselement) den geforderten Schallschutzwert von 42 Dezibel nach DIN 4109 erfüllt. Die schallabsorbierende Wirkung des Mauerwerks reduziert zudem effizient die vertikale und horizontale Schallübertragung des im Gebäude entstehenden Luftschalls über die Außenwand.

Das massive Ziegelmauerwerk wirkt sich dank seiner hohen Wärmespeicherfähigkeit auch positiv auf den sommerlichen Wärmeschutz aus. Übermäßige Wärme aus intensiver Sonneneinstrahlung wird dadurch tagsüber zwischengespeichert und erst während der kühleren Abend- und Nachtstunden an den Innenraum abgegeben: Ein ohne Mehrkosten eingebauter Hitzeschutz, den die Bewohner vor allem im nächsten Hochsommer schätzen werden.

Mauertec-System

Die hohe Maßgenauigkeit und Verarbeitungsfreundlichkeit der Ziegel ermöglichten eine zügige Mauerwerkserstellung. Das Unipor-Mitgliedsunternehmen Leipfinger-Bader (Vatersdorf) produzierte und lieferte den Wandbaustoff. Die Verarbeitung in deckelndem Dünnbettmörtel nach Zulassung Z-17.1-1021 garantierte ein fast fugenloses und mörtelsparendes Außenmauerwerk. Dazu trug auch der dank verzahnter Stirnseiten machbare Verzicht auf Stoßfugenvermörtelung bei. Die Deckelung unterstützte zudem die hohe Tragfähigkeit der Außenwand. Ein weiterer zeitsparender Vorteil ergab sich aus dem Einsatz des von der Unipor-Gruppe für die Planziegelvermauerung entwickelten Mauertec-Systems: Die Systemkomponenten Mörtelschlitten Unimaxx, Rührgerät Collomix und Dünnbettmörtel Maxit 900 D gewährleisteten die Erstellung eines hochwertigen Mauerwerkes, dass sich abschließend leicht verputzen ließ.

Hoher Wohnwert

Das Erscheinungsbild der im Herbst 2018 fertiggestellten Wohnanlage gefiel auch dem Gemeinderat. Befürchtungen einzelner Ratsmitglieder, der fünfgeschossige Kopfbau könne durch seine Höhe zu dominant wirken, erwiesen sich als unbegründet. Spezielle Endbeschichtungen der Fassaden sorgen für eine zusätzliche optische Aufwertung: Horizontale Farb- und Putzbänder grenzen kostengünstig unterschiedliche Außenwandbereiche ab und erzielen dadurch eine aufgelockerte Fassadengliederung.

Unipor Ziegel Gruppe

www.unipor.de

Bautafel

Objektadresse: Äußere Hauptstraße 5 und 5a, 85579 Neubiberg
Bauherr: BML Bau Service GmbH, Baugesellschaft München-Land GmbH, Ludwig-van-Beethoven-Straße 12, 85540 Haar
Entwurf: Höss Amberg + Partner Architekten mbB, Pütrichstraße 3a, 81667 München
Bauausführung: M. Haseitl Baugesellschaft mbH & Co. Betriebs
KG, Dießener Straße 12, 86956 Schongau
Anzahl Wohnungen: 31 Zwei- und Dreizimmerwohnungen, 4 Vierzimmer-Maisonette-Wohnungen
Wohnfläche (insgesamt): 2.340 Quadratmeter
Ermittelter Jahresenergiebedarf: Längsbau circa 78,8 kwh/m²a
Außenwandbaustoff: Unipor WS10 Coriso
Ziegelhersteller: Leipfinger-Bader Ziegelwerke KG, Ziegeleistraße 15, 84172 Vatersdorf; Mitglied der Unipor-Gruppe
Baukosten: circa 6.000.000 Euro/Brutto (Kostengruppe 3 + 4)
Bauzeit (Gesamtanlage): 3/2017 - 11/2018

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