Nur noch kurz die Welt retten ...

Anfang März hat das Bundeskabinett den Entwurf für ein Lieferkettengesetz verabschiedet, mit dem in Deutschland ansässige Unternehmen verpflichtet werden, sich selbst und ihre Direktlieferanten auf die Einhaltung von Menschenrechtsstandards hin zu prüfen. Zunächst soll das Gesetz für Unternehmen mit mindestens 3.000 Mitarbeitern Gültigkeit bekommen, ab 2024 wird dann die Gültigkeit auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ausgeweitet.

Natürlich hat sich inzwischen auch die EU der Thematik angenommen. Sie möchte den Überprüfungsansatz nicht nur auf die direkten Zulieferer beschränken – schon das kann sehr herausfordernd werden – sondern auf die gesamte Lieferkette ausweiten. Zusätzlich sollen die Einhaltung von Umweltstandards und eine „gute Regierungsführung“ berücksichtigt werden.

So sehr ich die Ziele dieser Bemühungen verstehen und aus vollem Herzen unterstützen kann, so wenig kann ich die Auslagerung der Umsetzung auf die Wirtschaft verstehen. Es muss die Aufgabe der Politik sein, sich in anderen Ländern um bessere Verhältnisse  zu bemühen, notfalls wären Hinweise oder Vorgaben ähnlich der Reisewarnungs-Informationen akzeptabel, die dann Lieferanten oder Länder mit entsprechenden Verstößen sperren.

Aber die Untersuchung und Feststellung von Menschenrechtsverstößen auf die Wirtschaft umzulegen, bedeutet nur, den schwarzen Peter weiterzureichen für Situationen, die man offenbar selbst nicht in den Griff bekommt.

 

 

Zahl des Monats

knapp 60%

betrug die Wertsteigerung des Deutschen Aktien Index (DAX) in den letzten 12 Monaten

Quelle: DAX


x

Thematisch passende Artikel:

„Gesetz zum Breitbandausbau Kostenfalle und Gefahr für Netze“

Bauindustrie warnt vor versteckten Kosten bei Ausbau der Hochgeschwindigkeitsnetze

Die Kosten für den Glasfaserausbau sollen dadurch deutlich gesenkt werden, so die Regierung. Ein Kernaspekt des neuen Gesetzes – die Nutzung bestehender Kanalnetze zur Verlegung von Glasfaserkabeln...

mehr

Risiko und Chance zugleich

rbv nimmt Stellung zum DigiNetz-Gesetz

Rund ein halbes Jahr ist das „Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze“ (DigiNetz-Gesetz) in Kraft. Kern der Regelung ist die Einbindung von öffentlichen...

mehr