ZERTIFIZIERTES PASSIVHAUS IN ZIEGELBAUWEISE

Massiv ohne Zusatzdämmung

Ein Passivhaus in monolithischer Ziegelbauweise ohne Zusatzdämmung zu errichten, ist dank des Mauerziegels „Unipor W07 Coriso“ von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader problemlos möglich.

Die Ziegel mit natürlicher mineralischer Füllung haben ihre hochwärmedämmenden Eigenschaften (λ = 0,07 W/mK) und ihre Verarbeitungsfreundlichkeit in der Praxis bereits vielfach unter Beweis gestellt. Ein überzeugendes Beispiel einer gelungenen Passivhaus-Bauweise ist das Wohnhaus der Familie Luginger in Oberlindhart (Niederbayern). Das errichtete Gebäude wurde vom Passivhaus-Institut in Darmstadt als eines der ersten Ziegel-Passivhäuser Deutschlands zertifiziert.

Das Gebäude

Das vom Bauherren selbst entworfene Haus ist zwar modern gestaltet, fügt sich aber durch regionaltypische Stilmittel und Materialien, wie beispielsweise Holzfenster, harmonisch in die ländlich geprägte Bebauung ein. Der bewusste Verzicht auf Erker und Vorsprünge sowie das flache Pultdach mit nur acht Grad Dachneigung ergeben einen kompakten, energetisch optimalen Baukörper. Dieser bietet viel nutzbaren Raum auf kleiner Grundfläche.

Martin Luginger ist Bauingenieur und somit ein Mann vom Fach. Der Hausbau und die von ihm gewünschte Passivhausbauweise waren allerdings Neuland für ihn. Der Entwurf des eigenen Hauses erforderte von ihm deshalb einen entsprechend hohen Rechercheaufwand. „Bei der Planung eines Passivhauses muss man von Anfang an das Ziel der Minimierung des Heizbedarfs im Auge haben. So sind die Anforderungen an ein Passivhaus schon bei der Gebäudelage auf dem Grundstück mit einer aus energetischer Sicht optimalen Positionierung zu berücksichtigen“, erläutert Luginger.

Passivhaus-Wärmeschutz mit Mauerziegeln

Nach den Vorstellungen des Bauherren sollte das Wohnhaus in massiver Bauweise entstehen. „Bei der Informationsrecherche zum Thema Passivhaus fiel mir unter anderem der Unipor W07 Coriso-Mauerziegel von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader als Passivhaus geeigneter Mauerstein auf“, so Luginger. „Die Möglichkeit, trotz des geforderten hohen baulichen Wärmeschutzes auf eine Zusatzdämmung mit ihren Nachteilen wie mangelnde Dauerhaftigkeit und die Gefahr der Grünbildung der Fassade verzichten zu können, war für mich bei der Entscheidung für den Coriso ausschlaggebend. Zudem handelte es sich angesichts der Nähe des Ziegelwerkes Leipfinger-Bader auch um einen regionalen Baustoff.“

Hilfestellung durch MauerTec-System

Der Bauherr beauftragte mit der Erstellung des erweiterten Rohbaus das mittlerweile schon in dritter und vierter Generation geführte Ergoldsbacher Bauunternehmen Sebastian Beck GmbH. Neben der Ausführung der Gebäudehülle umfasste dies auch Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten sowie den Einbau der Fenster. Das erwies sich angesichts des beim Passivhaus zu berücksichtigenden ganzheitlichen Energiespar-Konzepts auch als sehr sinnvoll. Im regen Gedankenaustausch zwischen Bauherren und Bauunternehmer wurde jede Detaillösung intensiv abgesprochen und ein zügiger Bauablauf sichergestellt.

Wie in der Zulassung Z-17.1-935 für den planebenen W07 Coriso Ziegel vorgeschrieben, wurde das Außenmauerwerk in Dünnbettmörtelweise mit deckelnder Lagerfuge errichtet. „Der Mauerziegel ließ sich genauso verarbeiten wie übliche porosierte Leipfinger-Bader Planziegel ohne Dämmstoff-Füllung“, so Juniorchef Peter-Sebastian Beck. „Auch das Sägen und Anbohren der Steine war für meine Mitarbeiter trotz der Dämmstoff-Füllung vollkommen unproblematisch.“

Ein wirtschaftlich erstelltes Mauerwerk drückt sich in einer zügigen Verlegezeit und einem geringen Mörtelverbrauch aus. Die Verarbeiter nutzten bei der Mauerwerkserstellung deshalb das zu einer schnellen und mörtelsparenden Verlegung beitragende MauerTec-System von Leipfinger-Bader. Besondere Bestandteile des Systems sind der Mörtelschlitten „UnimaxX“ und der spezielle Rühreinsatz „Collomix DLX 150“.

Durch den geringen Fugenanteil ergab sich eine sehr homogene Mauerwerksoberfläche, die sich abschließend leicht luftdicht verputzen ließ (2,5 cm Faserleichtputz außen, 1,5 Zentimeter Gipsputz innen). Mit der Qualität des Mauerwerks allein war es aber nicht getan. Um mögliche Wärmebrücken zu vermeiden, ist es daher notwendig, die wärmedämmende Gebäudehülle an keiner Stelle zu unterbrechen. Wichtig ist dabei, alle Anschlussbereiche, wie beispielsweise Geschossdecke, Außenwand und Fenstereinbau, sorgfältig zu untersuchen. „Hier war der vom Ziegelhersteller zur Verfügung gestellte Wärmebrückenkatalog mit detailliert und anschaulich dargestellten Lösungen sehr hilfreich“, betont Luginger.

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