Juwel an der Seine

Gebogenes Verbundsicherheitsglas am Quai Ouest

188 Vorhangelemente mit diagonal gebogenen Scheiben lassen das jüngst sanierte Bürogebäude „Quai Ouest“ im Pariser Vorort Boulogne-Billancourt als „funkelndes Juwel“ erscheinen.

Das ursprünglich 1993 errichtete „Quai Ouest“ befindet sich an einer vielbefahrenen Straße im sogenannten Mediendreieck, zwischen den Großbauten der Sender TF1 und Canal Plus. Mit einer Gesamtfläche von 16.500 qm und neun oberirdischen Geschossen fügt sich das Gebäude harmonisch in die Bebauung des Ortes ein. Folgt man dem Lauf der Seine weiter nordöstlich, gelangt man nach nur 4,4 Kilometern zum Eiffelturm. Die 150 Meter lange, nach Süden und Westen zum Fluss hin orientierte Ansicht des „Quai Ouest“ entwarfen die Architekten Brenac & Gonzalez et Associés als hinterlüftete Vorsatz-Elementfassade. Insgesamt 188 zirka 3 auf 3 m große vorgehängte Fensterelemente alternieren im Raster von 4,05 Metern mit eloxierten Aluminiumkassetten. Zentrale Idee ist es, dass sich in den transparenten Flächen sowohl der Himmel als auch die Umgebung spiegeln sollen.

Gebogenes Glas, um den Himmel zu spiegeln

Als beste Lösung, um dies zu erreichen, stellte sich das diagonal gebogene Glas heraus. Die unterschiedlichen Spiegelungen, aber auch die Dreidimensionalität verleihen der Fassade ein lebendiges Erscheinungsbild: So lassen sich hinter den Vorsatzelementen feststehende Fenster mitbeweglichen Sonnenschutzlamellen erkennen. Daneben angeordnet sind mit Aluminium verkleidete vertikale Flügel, die der Nutzer zum Lüften der Räume öffnen kann. Lediglich in den beiden Sockelebenen wurden flache Scheiben eingesetzt. Dahinter befindet sich an zentraler Stelle das großzügig gestaltete Foyer.

Das Vorhangelement selbst besteht aus einem eloxierten Aluminiumrahmen und der gebogenen Scheibe Stadip Contour aus zwei 8-mm-Floatglas Planiclear. Eine Beschichtung auf dem äußeren Glas sorgt für den gewünschten Sonnenschutz. „Wichtig war es, beim Biegevorgang Beschädigungen an der Beschichtung zu vermeiden sowie planebene Ecken und damit eine zerrfreie Spiegelung zu gewährleisten“, erläutert Carsten Kunert, Projektleiter bei Saint-Gobain Glassolutions Objekt-Center am Standort Döring Berlin.

Mit der Sanierung des „Quai Ouest“ ist ein zeitgemäßes und mit modernen Arbeitswelten ausgestattetes Bürogebäude entstanden. Highlight ist sicherlich seine Gebäudehülle, die – nach neuesten energetischen und akustischen Standards realisiert – identitätsstiftend wirkt und alle ästhetischen und funktionalen Ansprüche erfüllt.

Die gelungene Sanierung wurde jüngst von Generali Real Estate mit dem Immobilienpreis „Grands Prix SIMI 2017“ ausgezeichnet und zum „Best Projekt 2017“ von Archilovers gekürt. Ferner ist das „Quai Ouest“ für den ADC 2018 Award nominiert.

Saint-Gobain Deutsche Glas GmbH

www.glassolutions.de

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