Die erste Verbundschalung

Treiber in der Schalungstechnik

Während die einseitig bedienbare Ankertechnik, die 2007 mit Maximo eingeführt wurde, heute zum Technikstandard für hochleistungsfähige Rahmenschalungen gehört, steht mit Duo die erste Verbundschalung am Anfang ihrer Marktentwicklung. Was beide Schalungsinnovationen konzeptionell verbindet, ist die Idee fundamental veränderter Montageabläufe, mit dem Ziel, dadurch eine ebenso stark verbesserte Produktivität (Maximo) oder Anwendungssicherheit (Duo) zu erreichen. So haben Messungen durch ein unabhängiges Prüfinstitut bei Maximo einen gegenüber herkömmlichen Rahmenschalungen bis zu 50 % schnelleren Arbeitsablauf nachgewiesen.

Auch bei Duo liegt die Besonderheit im Montagevorgang. Wobei sich das Bild „Schalen nach dem Lego-Prinzip“ fast von selbst einstellt. Nicht nur die Kompaktheit oder das durchgängige Raster der wenigen Basisbauteile lassen einen an das berühmte Vorbild aus Schweden denken. Es ist vor allem die Aufbauabfolge in Kombination mit der ergonomisch ausgefeilten Verbindungs- und Anschlusstechnik, die in ihrer Einfachheit und logischen Schlüssigkeit immer wieder überraschen. Und dadurch einen positiven Doppeleffekt in Richtung höhere Arbeitszufriedenheit erzeugen. Weniger erprobte Schalungsanwender kommen mit einem Minimum an Einweisung zurecht; die Schalungsprofis dagegen schätzen die spielerische Professionalität des Systems.

Runter mit dem Gewicht

Leichtbau ist in der Architektur und bei Baustoffen schon seit Langem eine feste Größe. Dieses Konstruktionsprinzip steht bei Baugeräten und Baumaschinen jedoch noch in den Anfängen. Obwohl es hinlänglich bekannt ist, dass hohe Gewichte bei handgeführten Werkzeugen und Montagebauteilen in mehrfacher Hinsicht problematisch sind. Denn dauerhaft hohes Gewicht beim Heben, Tragen, Halten und Absetzen beeinträchtigt nicht nur unmittelbar die Arbeitsproduktivität, sondern birgt gleichzeitig hohe Risiken für die Gesundheit und Sicherheit. Zu diesem Fazit kommt auch der 2012 veröffentlichte Stressreport* bei seiner Untersuchung der Negativfaktoren für die Beschäftigten in der Bauwirtschaft. Tatsache ist: Es gibt keine Grenzwerte, sondern nur Richtwerte für die manuell zu handhabenden Lasten. Nach der Lastenhandhabungsverordnung wird bei häufigem Heben und Tragen für Männer im Alter von 19 bis 45 Jahren eine Grenzhublast von 30 kg empfohlen, bei über 45 Jahren sind es 25 kg. Für Duo war es daher zwingende Vorgabe, dass kein Systembauteil mehr als 25 kg wiegen darf; ein Ziel, das selbst beim größten Schalungspaneel mit den Maßen 135 x 90 cm erreicht wurde. * baua: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Innovativer Leichtbau mit Faserverbundwerkstoffen

Leichtbau ist zuerst immer die Frage nach den Randbedingungen und Zielsetzungen, in denen eine technische Lösung sich bewähren soll. Bei der Zielvorgabe einer Leicht- und Handschalung verkürzt sich dagegen die Diskussion. So stand bei Duo vor allem das Was und Wie einer Leichtbaulösung im Vordergrund. Beim Material fiel die Wahl auf den Einsatz von Faserverbundwerkstoffen. Diese basieren auf einer Polymermatrix, in die Fasern mit hoher oder höchster Festigkeit und Steifigkeit entsprechend der äußeren Lasten eingebettet sind.

Neben der Optimierung der technischen Eigenschaften erlauben Faserverbundwerkstoffe eine nahezu uneingeschränkte Bauteilgestaltung, die sich am komplexen und verbundartigen Aufbau der Duo Trägerlage leicht nachvollziehen lässt. Auf diesen Besonderheiten von Werkstoff und Trägerlage beruht zudem der Begriff „Verbundschalung“.

Auch im Langzeitverhalten oder unter Nachhaltigkeitsaspekten hat der bei Duo eingesetzte Faserverbundwerkstoff eine rundum positive Bilanz. Da die eingesetzten Rohstoffe komplett zum Produkt verarbeitet werden, entsteht keinerlei Abfall. Zudem sind alle Bauteile im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu 100 % wieder verwertbar und können zur Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden.

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