Der digitale Zwilling

Das Prinzip das digitalen Zwillings, die beim Bau entstandenen Modelldaten für den Betrieb weiter zu nutzen und weiterzuführen, hat bislang nur bei privaten Auftraggebern, etwa Autoproduzenten, Banken, oder bei Betreibern von Flughäfen Fuß gefasst; kein Wunder, entwickeln die doch ihre Dienstleistungen und Produkte nach dem gleichen Schema. Bis zu den öffentlichen Auftraggebern haben sich die Vorteile des Prinzips noch nicht durchgesprochen, was man nicht nur an fehlenden Abrechnungsgrundlagen für BIM-Modelle in der HOAI sieht.
Wie es besser geht, kann man in Singapur sehen: Wo in Deutschlands Städten gelegentlich Schüler an Kreiseln und Brücken sitzen, um die vorbeifahrenden Fahrzeuge zu listen, findet in Singapur eine durchgängige digitale Verkehrsflusskontrolle und -auswertung für Straßen und U-Bahnen statt, um zu erfassen, welche Auswirkungen Baustellen, Wettereinflüsse oder sich verändernde Gebühren auf das Mobilitätsverhalten der Menschen haben. Die Ergebnisse haben direkte Auswirkungen auf den Betrieb.
Ein anderes positives Beispiel ist Helsinki. Für die finnische Hauptstadt wurde ein digitaler Zwilling erstellt, der dazu dient, die Auswirkungen unterschiedlichster (Bau-)Entscheidungen sichtbar zu machen: von der erforderlichen Strom-, Wasser- oder Abwasserkapazität oder der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel bis zu Auswirkungen von ansteigenden Wasserpegeln, etwa für neue Wohnviertel oder Industriegebiete.   
Der digitale Zwilling kann nicht mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen, CO2 reduzieren, in die Zukunft schauen – aber er kann den Verantwortlichen dabei helfen, diese Ziele zu erreichen.

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