Der „Schiefe Turm“ von Abu Dhabi

Hochhauskern mit 18 Grad Überhang sicher selbstgeklettert

Mit dem zurzeit in Bau befindlichen und durch eine extreme Neigung charakterisierten Capital Gate-Tower macht Abu Dhabi im Wettstreit der Superlative jetzt Dubai ernste Konkurrenz.

Während sich der Schiefe Turm von Pisa „lediglich“ um vier Grad neigt, kragt der 160 m hohe Capital Gate Tower oben um ganze 52 m aus. Dies bedeutet eine Neigung von 18 Grad aus der Vertikalen und übertrifft damit den italienischen Campanile um mehr als das Vierfache.

Mit dieser extremen Neigung lotet der vom renommierten, 1956 in Edinburgh gegründeten und mittlerweile weltweit tätigen Architekturbüro RMJM entworfene Turm die Grenzen des technisch und statisch Machbaren aus und fordert von allen Projektbeteiligten absolute Höchstleitungen.Der Generalunternehmer Al Habtoor Engineering LLC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten errichtet den zentralen Ortbetonkern mit einer Selbstkletterschalung SKE 50 von Doka. Ausschlaggebend dafür war neben den positiven Erfahrungen bei vorangegangenen Projekten vor allem die technisch überzeugende Schalungslösung und das umfassende Dienstleistungspaket.

 

Elliptischer Grundriss „schief“ geklettert

Das Bauwerk ruht auf einer dicht bewehrten Fundamentplatte, die wiederum auf insgesamt 490 Bohrpfählen aufliegt. Sie reichen 30 m tief in den Boden. Die enorme Menge von 6.000 m³ Hochleistungsbeton für das Fundament wurde in einem Zug mit 850 LKW-Fuhren auf die Großbaustelle transportiert und in nur 30 Stunden mit 5 Hochleistungsbetonpumpen eingebaut.

Ein elliptischer Grundriss sowie eine Vielzahl an Schächten kennzeichnen den zentralen Ortbetonkern des Capital Gate-Towers, der in das massive Stahlbetonfundament zurückgespannt ist. Die Konstruktion leitet die aus der extremen Neigung resultierenden Horizontallasten zuverlässig ab und sichert den Turm gegen Windlasten und Erdbeben.

Insgesamt 78 Einheiten der hubstarken Doka-Selbstkletterschalung SKE 50 sowie mehr als 1.300 m² Großflächenschalung Top 50 dienen zum Schalen des Ortbetonkerns. Auf Grund der Betonlasten aus dem Überhang der Schaftwände verstärkt eine ausgeklügelte Konstruktion aus zusätzlichen Stahlriegeln die Trägerschalung Top 50.

Die in den Eckbereichen angeordneten Top 50-Elemente sind darüber hinaus mit speziell gefertigten Stahlwandriegeln ausgestattet und mit einer Schalhaut aus Stahl verstärkt. Diese Schalungslösung berücksichtigt Erfahrungen, die Doka während des zweieinhalbjährigen Klettereinsatzes am Burj Dubai gemacht hat. Die Selbstkletterkonsolen SKE 50 sind auf Grund der extremen Schieflage des Bauwerks mit speziell für diese Aufgabe entwickelten Aufhängeschuhen sicher am Gebäudekern geführt. Um die Tragfähigkeit der Kletterkonsolen und Arbeitsplattformen bei gleichbleibend sicherer Verankerung im Gebäude zu erhöhen, sind stärkere Ankerstäbe erforderlich als sonst üblich.

 

Im Wochentakt nach oben

Mit dieser leistungsstarken Selbstkletterschalung gelingt es der Baustellenmannschaft, einen Betonierabschnitt pro Woche zu bewehren, zu schalen und zu betonieren. Insgesamt werden dabei 42 Betonierabschnitte ohne Schalhautwechsel ausgeführt. Ein leistungsstarkes Hydraulikaggregat dient dazu, bis zu 30 Kletterkonsolen gemeinsam in einem Hub nach oben zu klettern. Die Plattformen der Selbstkletterschalung hat Doka komplett vormontiert auf die Baustelle geliefert. Die Endmontage auf der Baustelle erfolgte unter der professionellen Anleitung eines erfahrenen Doka-Richtmeisters.

„Doka hat die hohen Anforderungen an den Schalungseinsatz zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt“, unterstreicht Projektleiter Mohammad Zakaria von Al Habtoor.

[www.doka.de]

Mit dieser extremen Neigung ...

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