1. Deutscher Fachkongress gegen Staub beim Bauen

Vom 04. bis 05. Oktober im Landschaftspark Duisburg Nord

Gesundheitliche Schäden durch Baustaub sind vermeidbar. Der Fachkongress gegen Staub beim Bauen zeigt Methoden, Prozesse und Produkte, die schützen, Dreck vermeiden, die Arbeit erleichtern und Geld sparen.

Der Fachkongress gegen Staub beim Bauen zeigt Lösungen für staubarmes Arbeiten.
© Bauverlag

Der Fachkongress gegen Staub beim Bauen zeigt Lösungen für staubarmes Arbeiten.
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Staub ist die Sammelbezeichnung für feinste feste Teilchen, die in die Luft aufgewirbelt werden und – je nach Größe der Partikel – lange Zeit dort schweben können. Das Einatmen von Staub ist grundsätzlich gefährlich und zählt zu den größten Gesundheitsrisiken beim Bauen. Husten, Reizungen der Atemwege und der Augen, aber auch Erkrankungen der Atemwege bis hin zu Krebs und Staublunge können die schwerwiegenden Folgen sein.

Baustaub – die unterschätze Gefahr

Wie schädlich Staub wirkt, hängt von verschiedenen Parametern ab – etwa der Art des Staubes, der Partikelgröße, der Dauer und Höhe der Staubbelastung oder der Ort der Ablagerungen in den Atemwegen. Asbest beispielsweise war lange Jahrzehnte aufgrund seiner Festigkeit, Hitzefestigkeit und Beständigkeit gegen Säuren ein überaus beliebter Baustoff. Sehr spät wurde die Gefährlichkeit von Asbest erkannt – Asbeststaub kann etwa zur Fibrose (Vernarbung des Lungengewebes) sowie zu Kehlkopf- oder Lungenkrebs führen. Erst spät, 1990, erfolgte das EU-weite Verbot. Aufgrund dessen ist Asbest beim Bauen im Bestand sehr häufig anzutreffen. Auch andere Stäube wie Mineral-, Zement-, Keramik- oder Holzstäube können hochgefährlich sein.

Genauso gefährlich wie die Baustäube selbst ist, dass die gesundheitsschädliche Wirkung oft nicht ernst genug genommen, sondern bestenfalls als Dreck wahrgenommen wird. Denn „das bisschen Staub“ macht sich oft erst nach Jahren und Jahrzehnten bemerkbar – wenn man die ersten Folgen spürt, ist es in der Regel zu spät.

Am ersten Tag des Fachkongresses erleben die veranstaltungsteilnehmer eine Stirnlampenführung durch die beeindruckende Anlage.
© Thomas Berns
Am ersten Tag des Fachkongresses erleben die veranstaltungsteilnehmer eine Stirnlampenführung durch die beeindruckende Anlage.
© Thomas Berns
Prävention ist einfach

Das Gute an der Situation ist, dass man die schweren Folgekrankheiten durch Baustaub mit Leichtigkeit vermeiden kann. Denn eine Belastung durch Baustaub lässt sich relativ einfach verhindern. Von Mörtel-Pellets, die bei der Verarbeitung keine gefährlichen Staubwolken produzieren, über Baumaschinen und Werkzeuge mit Absaugung, staubdichte Absperrungen – bis hin zu Schutzausrüstung, die für den Fall, dass andere Maßnahmen, den Staub sicher fernhalten, nicht greifen – gibt es hochfunktionelle Lösungen zuhauf. Gesund, sicher und staubarm zu arbeiten ist keine Kunst, wenn man die Mittel, Techniken, Werkzeuge und Maßnahmen kennt.

Der Stand der Technik

Die aktuellste Informationsquelle für das Thema „Staubarmes Arbeiten“ ist der Fachkongress gegen Staub beim Bauen, der vom 04. bis 05. Oktober 2022 im Landschaftspark Duisburg Nord stattfindet. Hier treffen sich Experten und Anwender, Praktiker und Hersteller, Bauunternehmer und Handwerker, um über Lösungen zum Thema „Staubarmes Bauen“ zu diskutieren. Von staubvermeidenden Materialien über staubarme Werkzeuge bis zur 30-Tonnen-Straßenfräse mit Absaugung gibt es in den Ausstellungshallen und im Außengelände von Informationen bis zu Live-Vorführungen und Hands-On-Erfahrungen viel zu sehen und auszuprobieren.

Von „Babylon Berlin“ bis zu Teil 5 der „Tribute von Panem“ (voraussichtlicher Kinostart: 17. November 2023) diente der Landschaftspark Duisburg als atemberaubende Filmkulisse.
© Thomas Berns
Von „Babylon Berlin“ bis zu Teil 5 der „Tribute von Panem“ (voraussichtlicher Kinostart: 17. November 2023) diente der Landschaftspark Duisburg als atemberaubende Filmkulisse.
© Thomas Berns
Der eindrucksvolle Landschaftspark Duisburg, 1901 von der damaligen „Rheinische Stahlwerke zu Meiderich bei Ruhrort“ gegründet, ist Veranstaltungsort des 1. Deutschen Fachkongresses gegen Staub beim Bauen.
@ kaʁstn Disk/Cat, LaPaDu Panorama 2010-10-03, CC BY-SA 3.0 DE
Der eindrucksvolle Landschaftspark Duisburg, 1901 von der damaligen „Rheinische Stahlwerke zu Meiderich bei Ruhrort“ gegründet, ist Veranstaltungsort des 1. Deutschen Fachkongresses gegen Staub beim Bauen.
@ kaʁstn Disk/Cat, LaPaDu Panorama 2010-10-03, CC BY-SA 3.0 DE
Eine Industrie-Ruine als Branchentreffpunkt

Mit dem Landschaftspark Duisburg Nord wurde für den Fachkongress gegen Staub beim Bauen gewählt, die besser nicht passen könnte: 1901 von der damaligen „Rheinische Stahlwerke zu Meiderich bei Ruhrort gegründet, produzierte – keinesfalls staubarm – das Stahlwerk in insgesamt 5 Hochöfen im Laufe der Jahrzehnte 37 Millionen Tonnen Roheisen, dass in der Regel in Stahlwerken von Thyssen dann zu Stahl weiterverarbeitet wurden.

Vom Stahlwerk zur Event-Location

Ende der 1960er Jahre machte sich dann auch hier die von weltweiten Überkapazitäten geprägte Stahlkrise bemerkbar: 1968 wurde Hochofen Nr. 3 stillgelegt, Hochofen Nr. 4 folgte 2 Jahre später. 1982 wurden die Hochöfen 1 und 2 abgerissen. Der damals hochmoderne Hochofen 5, 1973 errichtet, hielt noch bis 1985 durch; die Stahlproduktion in Deutschland wurde zu unrentabel. Man entschied sich früh für eine Umnutzung des Geländes und schrieb einen Architekten-Wettbewerb aus, der vom Büro Latz + Partner, Landschaftsarchitekt*innen, gewonnen wurde. Ab 1990 nahmen Gelände und Hallen die aktuelle Form an. Heute ist die Anlage eine Mischung zwischen Natur- und Landschafts- und Freizeitpark, Industriemuseum, Filmkulisse und Event-Location.

Filmreifer Kampf gegen den Staub

In dieser Umgebung können sich die Veranstaltungsbesucher in der begleitenden Fachausstellung informieren.
© Thomas Berns

In dieser Umgebung können sich die Veranstaltungsbesucher in der begleitenden Fachausstellung informieren.
© Thomas Berns
Der Vortragssaal in der Gebläsehalle bietet die perfekte Bühne für Fachvorträge und Produktpräsentationen.
© Thomas Berns
Der Vortragssaal in der Gebläsehalle bietet die perfekte Bühne für Fachvorträge und Produktpräsentationen.
© Thomas Berns
Der Ausstellungs- und Vortragsteil des Fachkongresses gegen Staub beim Bauen findet im Komplex der Gebläsehalle statt, die schon des Öfteren als Drehort für Film- und Fernsehproduktionen diente. Die in der Nacht eindrucksvoll illuminierte Anlage diente beispielsweise als Kulisse für das TV-Event „Babylon Berlin“, aktuell werden hier Szenen für die Hollywood-Filmproduktion „Tribute von Panem: Teil 5“ umgesetzt, der Ende 2023 in die Kinos kommen soll – der perfekte Ort also, um auch den Kampf gegen Baustaub aufzunehmen.

Jetzt hier anmelden!

Kämpfen Sie mit – lassen Sie sich auf unterhaltende Art informieren, auf informative Art unterhalten, probieren Sie aus, seien Sie dabei. Hier geht’s zur Anmeldung:

1. Deutscher Fachkongress gegen Staub beim Bauen

Baustaub

Staub ist die Sammelbezeichnung für feinste feste Teilchen (Partikel), die in der Atemluft aufgewirbelt werden und lange Zeit schweben können. Staub kann je nach Staubart, Größe der Partikel und Ort der Ablagerung zu Reizungen und Erkrankungen der Atemwege, der Haut und der Augen führen. Die schädigende Wirkung ist abhängig von der Art des Staubes, der Dauer und Höhe der Staubbelastung, der Teilchengröße und dem Ort der Ablagerung in den Atemwegen.

Es gibt mineralischer Mischstaub, z.B. aus Sand, Kalk, Gips, Zement oder Beton mit unterschiedlichem Quarzanteil, Holzstaub, Asbestfaserstaub, Keramikfaserstaub, oder Staub mikrobiologischer Herkunft. Asbeststaub kann zur Asbestose, einem Mesotheliom und zu Kehlkopf- oder Lungenkrebs führen. Mineralischer, quarzhaltiger Staub kann zur Silikose führen und Lungenkrebs verursachen. Staub von Laubholz kann Krebs der Nasenschleimhaut auslösen. Stäube mit mikrobiologischer Kontamination können je nach Art der Keime Infektionen und Allergien auslösen.

Tabakrauch erhöht die Gefahr von Lungenerkrankungen bei Staubbelastung.

Rangfolge der Schutzmaßnahmen – das „STOP-Prinzip“

Das STOP-Prinzip beschreibt die Rangfolge von Schutzmaßnahmen. Diese Rangfolge hat der Arbeitgeber bei der Festlegung und Anwendung von Schutzmaßnahmen zu beachten. Das STOP-Prinzip wird oft auch als STOP-Hierarchie, -Reihenfolge oder -Rangfolge bezeichnet. Dabei stehen die einzelnen Buchstaben „STOP“ für jeweils verschiedene Arten von Schutzmaßnahmen:

S – Substitution

T – Technische Schutzmaßnahmen

O – Organisatorische Schutzmaßnahmen

P – Persönliche Schutzmaßnahmen

Unter dem STOP-Prinzip ist zu verstehen, dass bei der Auswahl der Schutzmaßnahmen grundsätzlich eine Maßnahmenhierarchie zu beachten ist.

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