Rund 7.000 Unfälle durch Leitern am Bau jährlich
09.06.2026
Beim Einsatz von Leitern gilt: Stufe statt Sprosse
© Michael Gottschalk – BG BAU
Jedes Jahr kommt es in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen zu rund 7.000 Unfällen mit Leitern. Zur „Aktionswoche Gerüste und Leitern“ der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) vom 8. bis 12. Juni macht die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) deshalb auf die Risiken aufmerksam und zeigt, wie Leitern sicher eingesetzt werden können.
„Die Unfallzahlen verdeutlichen: Abstürze von Leitern sind keineswegs harmlos“, sagt Hans-Jürgen Wellnhofer, kommissarischer Leiter der Hauptabteilung Prävention bei der BG BAU. „Sie führen zu schweren Verletzungen - wie Fersenbeinbrüchen -, langen Ausfallzeiten und verursachen hohe Kosten. Für Betroffene haben sie oft schwerwiegende persönliche und berufliche Folgen. Deshalb muss vor jedem Einsatz geprüft werden, ob ein Gerüst, eine Hubarbeitsbühne oder ein Podest sicherer sind. Wo dennoch Leitern eingesetzt werden, gilt: die passende Leiter auswählen, ihren Zustand prüfen und die Sicherheitsregeln konsequent einhalten.“
Sichere Leiternutzung: Vorgaben und Praxishilfen
Klare Vorgaben für die Verwendung von Leitern finden sich in der DGUV Vorschrift 38 „Bauarbeiten“ sowie in der Technischen Regel für Betriebssicherheit TRBS 2121 Teil 2. Eine praxisnahe Orientierung für den Arbeitsalltag bietet darüber hinaus das 5-Punkte-Programm der BG BAU. Es unterstützt Betriebe und Beschäftigte dabei, Leitern sicher auszuwählen, einzusetzen und typische Fehler zu vermeiden. Die fünf Punkte lauten:
1. Alternativen zur Leiter prüfen: Gibt es Arbeitsmittel mit geringerer Gefährdung?
Wenn es kein sichereres Arbeitsmittel gibt, dann gilt:
2. Geeignete Leiter: Auswahl der Leiter entsprechend der Tätigkeit und der benutzenden Person
3. Um die Sicherheit zu erhöhen, passendes und aufeinander abgestimmtes Leiterzubehör verwenden
4. Beschäftigte unterweisen: regelmäßig, mindestens einmal im Jahr
5. Leitern prüfen: Vor jedem Einsatz kontrollieren, ob die Leiter in einwandfreiem Zustand ist. Mindestens einmal im Jahr ist eine Prüfung erforderlich.
Stufe statt Sprosse
Schon Abstürze aus ein bis zwei Metern Höhe können schwere Verletzungen verursachen. Umso wichtiger ist es, die richtige Auswahl zu treffen.
Werden Leitern als Arbeitsplatz oder Verkehrsweg eingesetzt, gilt: Stufe statt Sprosse. Stufen- oder Plattformleitern bieten einen sichereren und ergonomischeren Stand als schmale Sprossen. Beschädigte oder verschlissene Leitern dürfen nicht weiterverwendet und müssen konsequent aus dem Einsatz genommen werden.
Zuschüsse für sichere Alternativen
Wenn Mitgliedsunternehmen auf sichere Arbeitsmittel umsteigen, erhalten sie eine finanzielle Förderung durch die BG BAU. Arbeitsschutzprämien gibt es zum Beispiel für Investitionen in Leiteralternativen und ergänzende Arbeitsmittel, darunter die leichte Plattform-Leiter, Podestleitern, Ein-Personen-Gerüste, Tritte, Arbeits- und Kleinpodeste sowie Leiterzubehör.
Hintergrund GDA-Aktionswoche (8. bis 12. Juni): Die Aktionswoche ist Teil des bundesweiten Experimentierjahres der von Bund, Ländern und gesetzlicher Unfallversicherung getragenen Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) zum Thema „Absturz“. Ziel ist es, typische Unfallrisiken sichtbar zu machen und Prävention im Arbeitsalltag zu stärken. In der GDA arbeiten Bund, Länder und Unfallversicherungsträger gemeinsam daran, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu verbessern und Arbeitsunfälle zu verhindern.
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