Vom Stein zum System
Einfaches Bauen mit KalksandsteinAkuter Wohnraummangel, steigende Baukosten, Fachkräfteknappheit und Klimafolgen setzen den Bausektor unter Druck. Gefragt sind Bauweisen, die Wirtschaftlichkeit und Ökologie verbinden und Prozesse vereinfachen. Das Quartier „Hainer Höfe“ in Frankfurt zeigt mögliche Ansätze.
Die Anforderungen an den Hochbau haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Bauweisen müssen nicht nur kostengünstig und effizient realisierbar, sondern auch ressourcenschonend und möglichst langlebig sein. Die Massivbauweise mit Kalksandstein zahlt darauf unter anderem mit einer Lebensdauer von weit über 100 Jahren ein. Durch die hohe Druckfestigkeit des weißen Wandbildners sind tragende Wände bereits ab einer Dicke von 11,5 Zentimeter realisierbar. Dies trägt vor allem im mehrgeschossigen Wohnungsbau zur Materialeinsparung bei – und zwar ohne Verlust an bauphysikalischer Qualität. Denn die KS-Bauweise zeichnet sich durch ihre Trennung in eine tragende, eine dämmende und eine Witterungsschicht aus. Somit kann jede Bauteilschicht unabhängig und entsprechend der gestellten Anforderungen an die Außenwand optimiert werden.
Barrierefreie Wohnvielfalt
Auch in der Umsetzung trägt die KS-Bauweise durch großformatige, vorgefertigte Bausysteme und maschinelle Verarbeitung zur Vereinfachung bei. So zum Beispiel beim Wohnungsbauprojekt „Hainer Höfe“ im Frankfurter Szeneviertel Sachsenhausen. Hier hat die Dietmar Bücher Schlüsselfertiges Bauen GmbH es trotz der dichten innerstädtischen Bebauung geschafft, das Wohnprojekt mit rund 150 Wohnungen zu realisieren. Dabei reicht das barrierefreie Wohnungsangebot in dem achtgeschossigen Gebäudekomplex von kompakten Singlewohnungen mit 46 Quadratmetern bis zu großzügigen Familienwohnungen mit bis zu 200 Quadratmetern. Doch nicht nur die dichte Bebauung des Viertels stellte das Planungsbüro Wentz & Co. vor große Herausforderungen, auch die historischen Bestandsbauten verlangten nach einer sensiblen Gestaltung des Neubaus.
Robuste Konstruktion im innerstädtischen Kontext
Bevor jedoch mit dem eigentlichen Bau begonnen werden konnte, erforderte die damalige Stellplatzsatzung den Bau einer dreigeschossigen Tiefgarage. In dem dicht bebauten Umfeld entstand deshalb zeitweise eine bis zu 13 Meter tiefe Baugrube, die umfangreiche Sicherungsmaßnahmen für die angrenzende Bebauung notwendig machte. Weil die Konstruktion insgesamt sehr robust sein musste, wurde das Projekt in KS-Bauweise realisiert. Uwe Vierl, Planungsleiter von der Dietmar Bücher Schlüsselfertiges Bauen GmbH & Co. KG, erklärt: „Für uns ist Kalksandstein immer die erste Wahl.“ Der massive Wandbaustoff von KS-Original biete sehr gute Schallschutzeigenschaften und erfülle zugleich hohe Anforderungen an Tragfähigkeit und Brandschutz.
Flexibel bis kurz vor Baubeginn
In Sachsenhausen fiel die Wahl auf Kalksandsteine des Bausystems KS-Quadro. Es besteht aus einem Regelformat sowie zwei Ergänzungsformaten. KS-Kimmsteine komplettieren die Auswahl und ermöglichen die Anpassung an unterschiedliche Wandlängen und -höhen. Alle Steinformate folgen zudem dem 12,5er-Raster. Dieses Baukastenprinzip erleichterte die flexible, schnelle und wirtschaftliche Planung der Außen- sowie tragenden Innenwände.
Der entscheidende Vorteil lag aber in der Ausführungsvereinfachung. Weil die Steine „just-in-sequence“ auf die Baustelle geliefert wurden, entfielen lange Lagerzeiten vor Ort. Und da das System ohne im Werk vorgefertigte Pass-Steine auskommt, konnten Änderungen der Planung bis kurz vor Beginn der Maurerarbeiten erfolgen. „Außerdem reduzieren die kurzen Transportwege zusätzliche Emissionen“, ergänzt Vierl und verweist dabei auf das flächendeckende, deutschlandweite Händlernetzwerk. Verzweigte Lieferketten, die aktuell und nicht zuletzt wegen der gesamtpolitischen Lage immer wieder für Engpässe und Verzögerungen auf den Baustellen sorgen, werden auf diese Weise ebenfalls umgangen.
Kraft sparen beim Mauern
Auf der Baustelle angekommen überzeugte das System durch seine einfache, ergonomische Handhabung. Mithilfe spezieller Versetzgeräte konnten die großformatigen Steine von ein bis zwei Fachkräften versetzt werden – für eine Wandfläche von 1,0 bis 1,25 Quadratmeter waren gerade einmal zwei Hübe notwendig. Das Nut-Feder-System an den Stoßkanten sorgte dabei für eine hohe Präzision. Der Baufortschritt wurde auf diese Weise erheblich beschleunigt, die körperliche Belastung reduziert. „Trotz komplexer Rahmenbedingungen konnten wir so im vorgesehenen Zeitrahmen bleiben“, fasst Vierl die Erfahrungen aus der Bauphase zusammen.
Mit den Hainer Höfen ist in Frankfurt-Sachsenhausen ein Stadtbaustein entstanden, der den anspruchsvollen Rahmenbedingungen einer innerstädtischen Nachverdichtung konsequent Rechnung trägt. Architektur, Konstruktion und Baustoffwahl greifen ineinander und bilden eine robuste Grundlage für einen langlebigen, hochwertigen und vielfältig nutzbaren Wohnraum.
KS-Original GmbH
www.ks-original.de
