Wertstoffhof mit Modulo-System

Modulares Bauen mit Betonfertigteilen

Kernstück auf dem Gelände bildet das Modulo-System mit einer wettergeschützten Annahme der Wertstoffe auf zwei Ebenen. Die Lego-Bauweise mit Betonfertigteilen bietet für den Betreiber dabei einige bedeutende Vorteile.

Im Zentrum der Überlegungen standen bei den Planern neben der Bauzeit vor allem Aspekte der Kundenfreundlichkeit, wie z.B eine schnelle Abwicklung ohne Wartezeiten sowie eine Überdachung der Anlage. Basierend auf einer wirtschaftlichen Vergleichsberechnung entschied sich der Betreiber für eine Rampenanlage – realisiert mittels der flexiblen Modulbauweise „Modulo“: Insgesamt 78 im Fertigteilwerk Kleihues in Emsbüren monolithisch hergestellte Fertigteile gelangten mit auf die Baustelle. Sie wurden vor Ort auf tragfähigem Boden aufgestellt und konstruktiv miteinander verbunden. Die Wandstärken der Elemente betragen 14 cm, die Deckenstärken 23 cm. Alle Elemente wurden mit einer Länge von 3 m geplant. Die Höhen variieren dabei zwischen 0,50 m und 2,60 m. Die maximale Spannweite beträgt 4 m. In Summe bestehen die Elemente aus etwa 700 Tonnen Beton. Der große Vorteil der Modulbauweise: Die Montage der Elemente erfolgte in nur fünf Tagen und bereits kurze Zeit später hatte der neue Wertstoffhof bereits ein Dach über dem Kopf.

Kundenfreundliches Befüllen der Container

Aber wie funktioniert so ein zweigeschossiger Wertstoffhof? Der Kunde zahlt seine Gebühr an einer überdachten Kassenanlage, dort erfolgt auch die Steuerung der Kundenströme durch die Mitarbeiter. Der Nutzer fährt auf der einen Seite der modular aufgebauten Anlage eine Rampe hoch, stellt seinen Pkw in diesem „Obergeschoss“ ab und entsorgt den Abfall ohne größere Anstrengung in tiefer stehenden Containern. Insgesamt befinden sich an der Modulo-­Anlage in Paderborn zehn Containerstellplätze, von denen vier mit speziellen Rutschen ausgestattet sind, die ein besonders kundenfreundliches Befüllen der Container ermöglichen. Anschließend fährt der Nutzer auf der anderen Seite wieder herunter. Ebenerdig ist ein Bereich mit Schüttboxen für die Anlieferung größerer Mengen eingerichtet. Dank der zwei Ebenen soll künftig gewährleistet sein, dass das in den letzten Jahren häufig auftretende Verkehrschaos ausbleibt.

Trennung von Werks- und Kundenverkehr

Die gesamte Verkehrsführung der Anlage ist dabei so ausgelegt, dass der interne Werksverkehr und der Kundenverkehr bis auf wenige Kreuzungsbereiche komplett voneinander getrennt sind. Der vorhandene Recyclinghof besteht aus einer Pflasterfläche, die weitgehend erhalten bleiben konnte. Die neu errichteten Flächen wurden in Asphalt- beziehungsweise neben der Rampenanlage im Bereich der Containerstellflächen in Betonbauweise errichtet. Der Betreiber geht davon aus, dass im Obergeschoss (auf einer Fläche von 30 x 14 Metern) 13 Fahrzeuge gleichzeitig abgefertigt werden können. Bei einer durchschnittlichen Entladezeit von 5 Minuten könnten somit circa 150 Fahrzeuge pro Stunde die Rampenanlage befahren.

Noch ein Vorteil des Modulo-Systems: Der Bereich unter der Rampe kann als Lagerraum für unterschiedlichste Wertstoffe und Materialien genutzt werden. Unter anderem dient er hier in Paderborn zur Annahme und Lagerung von wiederverwendbaren Gegenständen, die in einem vom Roten Kreuz betriebenen Gebrauchtwarenkaufhaus vermarktet werden.

Fertigteilbauweise bietet maximale Flexibilität

Oft ergeben sich im Laufe der Jahre veränderte umweltbezogene und gesetzliche Anforderungen. Die Fertigteilbauweise bietet hier maximale Flexibilität, denn die Elemente können angepasst, erweitert, umgesiedelt und wiederverwendet werden. Dank der hohlen Unterseite kann die Fläche doppelt genutzt werden. Und die Kosten? Diese sind vergleichbar mit einer konventionellen Bauweise.

Kleihues Betonbauteile GmbH & Co. KG

www.kleihues-beton.de

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