HDD

Schwieriger
Lückenschluss

Im Zuge der Umstrukturierung des ehemaligen Marinestützpunkts
Olpenitz zum „Ostsee Resort Olpenitz“ wurde die gesamte
Leitungsinfrastruktur mit allen Hausanschlüssen und
Transportleitungen neu erstellt. Abschließend stand der
Lückenschluss der Ringleitung für die Strom- und Wasserversorgung unter der Zufahrt der Marina mittels HDD-Spülbohrung an.

Bislang war Olpenitz eher ein kleiner verschlafener Ort an der Ostseeküste bei Kappeln, nahe Flensburg und allenfalls als ehemaliger Marinestützpunkt der Bundeswehr bekannt. Die Helma Ferienimmobilien GmbH, Berlin ist dabei, das brachliegende, weitläufige Gelände einer neuen Nutzung zu zuführen.

Unter dem Label „Ostsee Resort Olpenitz“ baut und vermarktet das Unternehmen dort variantenreiche, schmucke Villen, Doppelhaushälften und schwimmende Häuser à la Hausboot. Der endgültige Ausbau dieser einzigartigen Ferienwohnanlage wird wohl noch 6 Jahre in Anspruch nehmen.

Das Rohrleitungsbauunternehmen Paasch aus Damendorf bei Rendsburg ist Vertragsunternehmen für die Verlegung der Leitungsinfrastruktur mit sämtlichen Hausanschlüssen und Transportleitungen. Nun stand der Lückenschluss der Ringleitung für die Strom- und Wasserversorgung auf 265 m Länge unter der Zufahrt der Marina mittels HDD-Spülbohrung an. Das Unternehmen ist bekannt dafür, sich anspruchsvollen Bohraufgaben zu stellen und zu lösen. Ihr Aktionsradius erstreckt sich überwiegend auf Schleswig Holstein und den Nordseeinseln.

Leitungsbündel zu verlegen

Im Rahmen der Baumaßnahme waren ein 160er KS Rohr für eine Mittelspannungsleitung und ein noch nicht belegtes 125 KS Rohr sowie eine 160er Trinkwassertransportleitung im Bündel zu verlegen. Es handelt sich hierbei um PE Ringbundware, die am Strand abgetrommelt und verschweißt wurde.

Bauleiter Guido Röhlich, seit 18 Jahren bei Paasch beschäftigt: „Die Herausforderung dieser Spülbohrung war die Planung und Einhaltung der Bohrtrasse. Der Zielpunkt bei der Trafostation lag nahe am Ufer und in einem eng begrenzten öffentlichen Bereich. Die mit Echolot ermittelte Wassertiefe betrug im Bohrtrassenbereich 4,50 m bis 7,50 m. Um eine möglichst große Überdeckung auch wegen der Steinschüttung im Uferbereich zu erreichen, lag die Bohrtiefe streckenweise bei 15 m unter Grund. Die 265 Meter lange Pilotbohrung begann auf den ersten 70 Metern mit 25 % Gefälle. Weitere 135 Meter verlief die Bohrung horizontal, um dann bis zum Endpunkt über 60 Metern wieder mit 35 % anzusteigen. Auch der grobkiesige und lehmige Sandboden, erforderte eine spezielle Bohrsuspension, damit die Bohrwerkzeuge nicht verkleben.“

Bohrung exakt nach Plan

Dank der guten Planung verlief die 115 mm Pilotbohrung komplikationslos und konnte innerhalb eines Arbeitstages mit dem Grundodrill 15 N der Firma Paasch erstellt werden. Die Ortung des Bohrkopfes und Kontrolle des Bohrverlaufs erfolgte mit einer Tiefensonde in bekannter Weise mit einem am Seil geführten Boot. Für den Aufweitungsvorgang und den Rohreinzug ging die Firma Paasch auf Nummer Sicher und hat bei der Tracto-Technik, Lennestadt, den leistungsstärkeren Grundodrill 28 Nplus mit einer deutlich höheren Rotations-, Zug- und Spülleistung angemietet. Einen Tag nach Erstellung der Pilotbohrung konnte die Bohrung auf 330 mm und gleichzeitig das Bohrgestänge TD 72 des Grundodrill 15 N gegen das größere Bohrgestänge TD 82  des Grundodrill 28 Nplus eingezogen werden. Mit dem Rohreinzug kam ein 455er Backreamer zum Einsatz, an den das Rohrbündel angebunden wurde. Für einen möglichst reibungsfreien Einzug war auf die parallele Lage der 3 Rohre zu achten.

Um 9.15 Uhr begann der Einzug. Bereits um 16.30 Uhr lagen alle 88 Bohrgestänge wieder in ihrer Gestängebox. Die durchschnittlichen Werte lagen bei 10 t Zugkraft, 3000 Nm Drehmoment und 250 l/min Spülleistung. Die Einzugszeit pro Bohrgestänge betrug ca. 4 Minuten.

Tracto-Technik GmbH & Co. KG

www.tracto-technik.de

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