Modernes im historischen Gebäude

Umbau und Modernisierung des Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg

Das 1708 als Wohnhaus errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz. Um auch in Zukunft beste Rahmenbedingungen zu garantieren, beschloss die Stiftung Nantesbuch eine umfassende, technische Modernisierung.

Die Aufgabenstellung war zunächst die Planung und Erstellung eines Konzepts zur Modernisierung des Museums. Wesentliches Ziel war eine ganzheitliche Betrachtung aller Maßnahmen innerhalb der denkmalgeschützten Struktur. Die Herausforderung für die Architekten bestand also einerseits darin, die bestehenden Räumlichkeiten an zeitgemäße Museumskonzepte anzupassen, andererseits sollte die historisch geprägte Aura der Räumlichkeiten erhalten werden.

Die Plan Forward Architekten gingen sehr feinfühlig ans Werk. Wesentlich war die gründliche Untersuchung der Bausubstanz und die enge Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Mithilfe von 3D-Laserscans wurde im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme durchgeführt und ein 3D-Gesamtmodell erstellt. Dieses bildete die Basis für die konzeptionelle Arbeit sowie die weitere Planung. Bereits im Entwurfsstadium unterstützten 3D-Visualisierungen und virtuelle Rundgänge die Entscheidungsfindung.

Gestalterische Reduzierung und Beruhigung

Das Konglomerat aus verschiedenen Gestaltungstypologien wurde durch ein zeitgemäßes gestalterisches Konzept ersetzt, das eine einheitliche Formensprache spricht. Dezente Dome-Kameras und Unterputzlautsprecher ergänzen die technische Ausstattung. Die Rauchdetektion erfolgt mittels eines Rauchansaugsystems (RAS) – sichtbare Rauchmelder sind nicht mehr erforderlich. Die gestalterische Reduzierung der Deckenspiegel entspricht dem architektonischen Konzept und definiert das neue, frische Gesamtbild.

Um die beiden Ausstellungsräume im Erdgeschoss flexibler nutzen zu können, wurde der Durchgang zwischen den Räumen vergrößert. Dies ermöglicht bei Veranstaltungen eine effizientere Bestuhlung mit mehr Sichtkontakt zum Vortragenden. Eine zentrale Steuerungs- und Beleuchtungstechnik ermöglicht eine flexible Anpassbarkeit an die unterschiedlichen Anforderungen. Funktionale Wandnischen sowie unsichtbare Wandflächenheizungen unterstützen die reduzierte Raumwirkung.

Mit einigem Aufwand wurde das Museum für künftige Nutzungen hergerichtet. Hinter der originalgetreuen Fassade haben die Architekten den typischen Altbau-Flair des Museums erhalten. Durch moderne Lichttechnik sowie neue Wand- und Bodengestaltung wird die Kunst neu in Szene gesetzt. Die neue, behutsam integrierte Technikzentrale schafft die notwendigen Flächen sowohl im Neubau als auch im Bestand. Klima-, Licht- und Audiotechnik wurden auf modernsten Stand gebracht und erhöhen die Aufenthaltsqualität.

Neue Technikzentrale

Im Rahmen einer integralen und ganzheitlichen Betrachtung der Spannungsfelder Architektur, Denkmalschutz, Brandschutz und technischer Gebäudeausrüstung wurde zur Erreichung der Planungsziele ein unterirdischer Erweiterungsneubau beschlossen. Dort ist die neue Technikzentrale untergebracht, in der Raumklima und Beleuchtung des Gebäudekomplexes zentral gesteuert werden. Nur ein geringer Anteil der Haustechnik ist noch im Bestandsgebäude untergebracht. Durch die Auslagerung  der bisherigen ELT-Räume konnten zusätzliche Flächen in mehreren Geschossen gewonnen werden. Im Untergeschoss konnten so beispielsweise Nebenräume für Mitarbeiter realisiert werden.

Für den unterirdischen Neubau bot sich der Innenhof mit dem barock nachgestalteten Garten an, der zuvor kartiert wurde. So konnte der Garten nach abgeschlossenen Bauarbeiten in ursprünglicher Form wiederhergestellt werden. Oberirdisch tritt der Neubau nicht in Erscheinung und wird über das Untergeschoss im Bestand erschlossen.

Wolff Gruppe Holding GmbH

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