Gemeinsam Werte schöpfen

Gespräch mit Peter Theissing, Geschäftsführer KS-Original

Partnerschaft zwischen Hersteller und Verarbeiter ist mehr als Lieferservice. Beratung und digitale Angebote – davon profitieren beide Seiten. Peter Theissing erläutert im Interview, wie sich KS-Original hier den Bauunternehmern zeigt.

KS setzt neben klassischen Pflichten eines Herstellers – wie zuverlässige Produktqualität und termintreue Lieferung – auf weiterführende Services für seine Partner.

Theissing: KS-Original als Markenverbund regional ansässiger Kalksandsteinhersteller vertritt die Philosophie der kurzen Wege. Das gilt sowohl für Produktion und Logistik, als auch genauso für Dialog und unsere Services. Partnerschaft heißt für uns, dass wir Aufgaben übernehmen, die unseren Marktpartnern einen Mehrwert liefern. Dabei haben wir die gesamte Wertschöpfungskette im Blick, von der Planung bis zur Ausführung auf der Baustelle. Wir sind uns dabei durchaus bewusst, dass wir am Ende auch davon profitieren, wenn unsere Kunden Vorteile durch das Arbeiten mit KS erkennen. Aus unserer Sicht ist es eine Win-win-Situation.

Regionalität sehen Sie also als Ihre Stärke?

Theissing: Unser lokales, bundesweit flächendeckendes Beraternetz und die regionalen Standorte der KS-Werke sehen wir klar als bedeutenden Vorteil. So können wir schnell im persönlichen Dialog schon in der Entwurfsplanung beraten, wenn es z. B. um Tragfähigkeit, Schall- und Brandschutz oder auch Wärmeschutz geht. Darüber hinaus unterstützen wir in konzeptionellen Fragen zu aktuellen Herausforderungen bei Bauaufgaben. So haben wir mit dem KS-Wohnraummodell gemeinsam mit Architekt Torsten Haun und Innenarchitektin Nicola Stammer ein zukunftsweisendes Konzept zur flexiblen Grundrissgestaltung mit einem massiven Kalksandstein-Mauerwerk entwickelt. Dieser Ansatz kann von unseren Marktpartnern frei genutzt werden.

Hinzu kommen Services zum Stand von Normen und zur Arbeit mit Kalksandstein in der Praxis. Dazu gehören beispielsweise bei KS-Plus die Wandelementierung in den Werken und die Erstellung von Verlegeplänen mit allen Maßen und Angaben 1:1 aus den Architektenplänen. Oder bei KS-Quadro die Anfertigung von CAD-Wandoptimierungsplänen mit einem ausführlichen Massenauszug, der die Warenbestellung und das Vermauern erleichtert. Die ausgefeilte Logistik mit Just-in-Time-Lieferung ist zwar für viele schon Standard, aber gerade für große Bauprojekte im Mehrgeschossbau besonders wichtig und wirtschaftlich.

Konkret bezogen auf den Bauunternehmer – welche Hilfe lohnt sich besonders?

Theissing: Ein Beispiel: Die objektbezogenen, CAD-gestützten Verlegepläne für KS-Plus garantieren höchste Ausführungssicherheit. Zur Baustelle kommt das komplette Wandsystem, KS-Berater weisen die Baustellentrupps auf Wunsch professionell ein – so ist sichergestellt, dass das Objekt entsprechend der Planung gebaut wird. Also trägt das Bausystem zur Fehlerprävention auf der Baustelle bei. Zudem führen Wandbausätze zu geringeren Lohnkosten – eine Ersparnis bis zur Hälfte gegenüber konventionellem Mauerwerk lässt sich realisieren. Die softwaregestützte Elementierung schafft bereits vor der Verarbeitung Planungsklarheit. Auch das spart Kosten und schließt Fehlerquellen aus. Das System bildet sogar die Basis für ein effektives Baustellencon-trolling. Durch die werksseitige Vorfertigung und -konfektionierung der modularen Elemente sinkt die Rohbauzeit erheblich, der Investor kann seine Immobilie früher nutzen und Erträge erwirtschaften – alles Vorteile, die dem Unternehmer also direkt oder indirekt zugutekommen.

Kommen wir zum Kerngeschäft – Kalksandstein als Baustoff. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, muss das Angebot gleichermaßen wirtschaftlich wie umweltfreundlich bzw. nachhaltig sein. Sehen Sie Kalksandstein hier schon zukunftsfähig aufgestellt?

Theissing: Nicht nur das – Kalksandstein erfüllt diese Anforderung schon immer und auch zukünftig. Nachhaltigkeit gewinnt weiter an Bedeutung – mit den Faktoren Ökonomie, Ökologie und Soziales. Zur Ökonomie: Studien belegen, dass die Kalksandsteinbauweise zu den wirtschaftlichsten Bauweisen im Markt gehört. Der ökologische Aspekt hat für uns seit 125 Jahren Tradition, denn Kalksandstein – schadstofffrei und ohne chemische oder allergieauslösende Zusatzstoffe – braucht eben nur Kalk, Sand und Wasser – also nur drei natürliche, heimische Rohstoffe zur Herstellung. Der gesamte Herstellungsprozess erfolgt umweltschonend und energieeffizient. Die dritte Komponente: Wir renaturieren ausgeschöpfte Sandgruben. Es entstehen neue Biotope mit einer vielgestaltigen Flora und Fauna oder Naherholungsgebiete, oft zusammen mit einem Badesee.

Und noch dies: Kalksandstein lässt sich vollständig recyceln – sogar aufgrund der KS-Bauweise mit getrennten Funktionsschichten vergleichsweise einfach.

Oft wird als besonders umweltfreundlich der Einsatz nachwachsender Rohstoffe genannt.

Theissing: Wir scheuen den Vergleich mit nachwachsenden Rohstoffen gerade unter ökologischen Gesichtspunkten nicht: Kalksandstein besteht aus reinen, natürlich vorkommenden Rohstoffen. Er wird nicht chemisch behandelt, was bei manchen Baustoffen aus nachwachsenden Quellen notwendig ist – zum Beispiel beim Stichwort Brandschutz.

Das hat auch Folgen für die Verwertung beim Rückbau. Zudem sind aufgrund unserer Regionalität die Lieferwege sehr kurz, was sich sehr positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt. Bei einer ganzheitlichen Betrachtung, insbesondere über die Lebensdauer über 50 Jahren hinaus, liegen dann auch die ökologischen Vorteile bei einem massiven Mauerwerk aus Kalksandstein.

An der überall voranschreitenden Digitalisierung kommt auch ein Anbieter von Mauerwerks-Steinen nicht vorbei. Welche Angebote haben Sie auf diesem Gebiet entwickelt?

Theissing: Eines unserer jüngeren Angebote im Web ist unser Blog „projekt-weiss.blog“: Das Besondere daran ist, dass wir ihn nicht als bloße Nabelschau angelegt haben. Er dient vielmehr als Plattform, auf der Architekten und Bauunternehmer ihre Projekte vorstellen und über Social-Media-Kanäle teilen können. Mit unserer App stellen wir Daten auch mobil bereit – zum Beispiel für die Baustelle. Und selbstverständlich arbeiten wir auch mit an BIM-Lösungen. Wichtig ist hier unserer Meinung nach vor allem Mehrwert durch einen branchenweiten Standard.

Zum Schluss der Blick in die Kristallkugel –

was bringt 2020?

Theissing: Für den Mauerwerksbau bietet das kommende Jahr weiterhin Stabilität: Die Politik hat erkannt, dass dem Wohnungsmangel besonders in den Ballungszentren unbedingt mit Neubau zu begegnen ist. Da rund drei Viertel des Wohnungsbaus massiv erfolgt, erwarten wir für das kommende Jahr eine leichte Belebung.

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