SCHORNSTEIN-SANIERUNG IN 200 METERN HÖHE

Fliegender Beton

Für die Sanierung des Schornsteinkopfes im Heizkraftwerk der Wuppertaler Stadtwerke in Wuppertal-Elberfeld kam ESW, ein neu entwickelter Spezialbeton von Cemex Deutschland mit erhöhter Säurewiderstandsfähigkeit, zum Einsatz. Ausschlaggebend für die Baustoffwahl waren die Robustheit des Produkts und die lange Verarbeitbarkeit in der extremen Einbausituation.

Der normgerechte Spezialbeton ESW kann ohne Schutzbeschichtung einem Säureangriff gemäß Expositionsklasse XA3 dauerhaft standhalten. Seine Anwendungsgebiete liegen neben dem Kraftwerksbau im Klärwerksbau, in Abwasseranlagen (Rohrleitungen und Schachtbauwerke als Ort- und Fertigkonstruktion) sowie bei Bauteilen im Bereich des Wasserhaushaltsgesetzes (LAU, JGS).




Riss im Schornsteinkopf

Der Beton war für den Bau eines 25 cm breiten Rings vorgesehen, der für die Sicherung des beschädigten Schornsteinkopfes nötig wurde, nachdem – vermutlich durch Blitzeinschlag – ein Riss unterhalb der Schornsteinmündung entstanden war, der sich fast um den kompletten Schlot zog. Die Sanierung musste von einer eigens errichteten Arbeitsbühne in 200 m Höhe ausgeführt werden. Nachdem der Riss ausgestemmt und alle losen Teile entfernt waren, bauten Sanierungsspezialisten rund um den Schornstein eine Schalung auf.

Als Einbauzeit standen für die Betonage nur wenige Stunden zur Verfügung, da das Kraftwerk für die Dauer der Arbeiten abgeschaltet werden musste. Um den Beton möglichst zügig einbauen zu können, entschied man sich, das Material per Hubschrauber zu befördern, erklärt Manfred Haase, Geschäftsführer des Nordhorner Unternehmens für Schornsteintechnik, das mit der Reparatur beauftragt war. „Aufgrund der guten bisherigen Erfahrungen haben wir dieses große Projekt mit dem ESW-Beton ausgeführt. Nicht nur die Verarbeitbarkeit war entscheidend. In Bezug auf die Beständigkeit gegen saure Schwefelverbindungen weist der Beton beste Werte auf – da sind wir bezüglich der Gewährleistung auf der sicheren Seite“, so Haase.

Spektakulärer Einbau in schwindelerregender Höhe

3 m³ ESW-Beton mussten zur Schornsteinspitze des Heizkraftwerks geschafft werden. Das Gelingen dieses Transports war von drei Faktoren abhängig: vom fliegerischen Können des Hubschrauber-Piloten, vom Wetter und von einem ausreichend lange verarbeitbaren, transportfähigen Beton.

Für das Flugmanöver hatte das Luftfahrtamt strenge Vorgaben gemacht: Da das Kraftwerk an eine Chemieanlage sowie an Wohngebiete angrenzt, musste der Helikopter senkrecht seine Lasten nach oben befördern. Als Behelfs-Start- und Landeplatz diente der Kohlelagerplatz des Heizkraftwerks. Unter den beengten Verhältnissen zu fliegen, verlangte dem Piloten der „Lasten-flug.de“ viel Fingerspitzengefühl ab. 19 Mal flog er die Kaminspitze an, und bei jedem Flug musste der knapp 600 kg schwere Betonkübel auf der Turmkrone exakt platziert werden. Die speziell gesicherten Arbeiter entleerten den Kübel von der Plattform am Schornstein aus.

Erhöhte Anforderung an Beton und Einbau

Die Abgase des Kraftwerks erforderten einen Beton mit erhöhtem Säurewiderstand. Normale Betone müssen zum Schutz vor Säurekorrosion zusätzlich beschichtet werden. Der Einsatz des ESW-Betons C55/67 XC4 XD3 XS3 XF2/3 XA3, F4, 16 mm Korngröße mit erhöhtem Säurewiderstand machte diese Beschichtung überflüssig. Der Bauherr erhofft sich durch den Einsatz des ESW-Betons zudem eine höhere Dauerhaftigkeit des Sicherungsrings.

Auch der Umstand, dass der Beton nur portionsweise eingebaut werden konnte erforderte eine spezielle Rezeptur. Der Beton musste mindestens drei Stunden lang verarbeitbar sein, erklärt Daniel Kleeberg, Technik Key Account Management bei Cemex Deutschland. „Wir haben im Vorfeld im Labor die Betonage simuliert. So konnten wir sicherstellen, dass der Kübel und der Beton sowie die Entnahme des Betons vor Ort optimal aufeinander abgestimmt sind. Wir haben das präzise geplant, und das Ergebnis stellt uns und den Bauherrn zufrieden“.

Cemex Deutschland AG

www.cemex.de

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