Strand wird Stadion

Präzisionsarbeit am Timmendorfer Strand

In den Spülsaum gerammte Träger und Platten des E+S-Linearverbaus sorgten dafür, dass der aufgeschüttete Sand unter dem Stadion vom Meerwasser nicht weggespült werden konnte
© terra infrastructure GmbH

In den Spülsaum gerammte Träger und Platten des E+S-Linearverbaus sorgten dafür, dass der aufgeschüttete Sand unter dem Stadion vom Meerwasser nicht weggespült werden konnte
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Der Timmendorfer Strand, 15 Kilometer nördlich von Lübeck gelegen, ist im Sommer nicht nur Badeort, sondern Hochleistungsbaustelle. Für die Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften und das anschließende Open-Air-Event „Stars am Strand“ entsteht hier Jahr für Jahr eine temporäre Arena direkt am Spülsaum der Ostsee – technisch anspruchsvoll, logistisch eng getaktet und mit klaren Vorgaben von Küsten- und Naturschutz. Von der STRABAG AG, Bereich Schleswig-Holstein Ost, in den Spülsaum gerammte Träger und Platten des E+S-Linearverbaus von terra infrastructure sorgten auch 2025 dafür, dass der für die Veranstaltungen eigens aufgeschüttete Sand vom Meerwasser nicht weggespült werden konnte.

Das Stadion hat eine Länge von rund 83 Metern und ist 39 Meter breit. Es verfügt über zwei Innenraum-Eingänge, acht Tribünenaufgänge und bietet Platz für mehrere Tausend Zuschauer bei Sport- und Musikveranstaltungen. „Das Event wird seit sieben Jahren in dieser Kombination umgesetzt“, sagt Martina Block, Eventmanagerin, Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH. „Die Detailplanungen beginnen in der Regel schon Monate im Voraus. Rund 180 Beteiligte sorgen dafür, dass vom Sandplanum bis zur Bühnenshow alles reibungslos funktioniert.“

Sand, Stahl und Statik

Die Sandarbeiten starteten am 18. August 2025. Insgesamt wurden 4.500 m³ Sand bewegt. Der Strand wird dabei nicht einfach aufgeschüttet, sondern präzise modelliert, wobei der Höhenunterschied vom Dünenfuß bis zum Spülsaum durchaus 2 bis 3 Meter betragen kann. „Vom Dünenfuß aus wird Sand seewärts zu einem Plateau geschoben, ergänzt durch zugefahrenes Material“, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Björn Güttler, Oberbauleiter, Gruppe Ostholstein, Direktion Nord, STRABAG AG, Bereich Schleswig-Holstein Ost. „Grundlage sind digitale Aufmaße – denn nach dem Rückbau muss der Strand wieder exakt seinem ursprünglichen Profil entsprechen.“

Damit Wind, Welle und auflaufendes Ostseewasser den frisch eingebauten Sand nicht binnen Tagen wieder abtragen, kam ein temporärer Küstenschutz-Verbau zum Einsatz. Verwendet wurden hierfür Träger und Platten des E+S-Linearverbausystems von terra infrastructure. „Dabei handelt es sich um ein technisches Verbausystem das üblicherweise im Tief- und Ingenieurbau eingesetzt wird und zur Sicherung von Baugruben, insbesondere beim Verlegen von Leitungen, Kanälen oder bei Kanalbauwerken dient“, sagt Christian Grunert, Vertriebsaußendienstmitarbeiter terra infrastructure GmbH.

Vlies schützt vor Ausspülung

Bis 3 Wochen vor Veranstaltungsbeginn wurden Träger und Platten geliefert. Während ein Radlader die Elemente am Strand zur jeweiligen Einbaustelle fuhr, rammte ein Bagger die Träger ein. Diese Arbeiten sind laut Oberbauleiter Güttler von der Witterung abhängig und nur bei ablandigem Wind durchführbar, da sonst zu viel Meerwasser auf den Strand gedrückt wird. Insgesamt wurden 28 Träger eingebaut und die Verbauplatten dazwischen gestellt. Die Träger hatten eine Baulänge von rund 3,50 Metern und waren ca. 1,50 tief in den Untergrund eingebunden. Die Platten waren 2,32 Meter hoch und 3 Meter breit. Ein zusätzlich hinter dem Verbau angebrachtes Filtervlies verhinderte Ausspülungen, selbst wenn bei Starkwind Wasser über die Wand schlug. „Der Verbau, der als Konstruktion letztendlich die gleiche Funktion wie eine einfache Spundwand hat, diente in diesem Fall nicht der Lastabtragung des Stadions, sondern ausschließlich dem Schutz des angeschütteten Sandes vor den Wellen“, betont Güttler.

Aufbau unter Hochdruck

Direkt nach Abschluss der Sandarbeiten startete der Stadionaufbau. Insgesamt 280 Tonnen Material wurden hierfür mit sieben Lkw angeliefert. Dazu kamen die weitestgehend unsichtbaren, aber ebenso wichtigen Infrastrukturen. So etwa 7.000 Meter Stromleitungen, 800 Meter Netzwerkleitungen sowie 1.000 Meter Wasserund Abwasserleitungen und ca. 40 Stromkästen. Nach Ende der Veranstaltungen wurde alles vollständig zurückgebaut, Verbauplatten und Vlies entfernt, die Träger gezogen sowie der Sand zurück Richtung Düne geschoben. Die ursprüngliche Neigung von Dünenfuß zu Wasser wurde dabei wiederhergestellt – alles in Abstimmung mit Gemeinde, Küsten- und Naturschutz.

terra-Infrastructure GmbH
www.terra-infrastructure.com

Insgesamt wurden 4.500 m³ Sand bewegt, um den Höhenunterschied vom Dünenfuß bis zum Spülsaum auszugleichen und eine ebene Fläche für den Stadionbau herzustellen
© terra infrastructure GmbH

Insgesamt wurden 4.500 m³ Sand bewegt, um den Höhenunterschied vom Dünenfuß bis zum Spülsaum auszugleichen und eine ebene Fläche für den Stadionbau herzustellen
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