Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen 2016

Neuer Informationsband herausgegeben

Alljährlich vor dem Jahreswechsel gibt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den neuen Informationsband „Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen“ heraus. Im Band 2016 werden wieder in gewohnt hoher Qualität 10 gut gestaltete Bauwerke bzw. interessante und schwierige Baumaßnahmen, 9 Brücken und ein Galeriebauwerk, präsentiert.

Stahlverbundbrücke bei Sindelfingen

Bei Sindelfingen überquert eine neue Fuß-/Radwegbrücke den zum Kleeblatt ausgebauten Knoten der B 464 mit der L 1183. Die Stahlverbundbrücke ist ein zweifeldriges, integrales Bauwerk mit gevoutetem Trogquerschnitt. Über dem Mittelpfeiler wurden die schrägen Stahlwände zu einem fächerartigen Rohrstrebenfachwerk aufgelöst. Die beiden schlanken Einzelstützen des Mittelpfeilers wurden entsprechend der Neigung der Überbauwände angeordnet.

Neue Talbrücke bei Nesselwang

Bei Nesselwang quert die B 309 das Wertachtal. Bis zur Fertigstellung der A 7 war sie die sehr stark belastete Hauptverbindung nach Österreich. Der Bau der 292 m langen Talbrücke erfolgte 1959/1960 mit einem Stahlverbundquerschnitt. Nach der Feststellung schwerer Schäden wurde ein neuer Überbau auf den verbleibenden, zu sanierenden Unterbauten erforderlich. Die neue Stahlverbundbrücke konnte wegen Umweltauflagen für den Baugrund nur erstellt werden, indem er an den Überbau des geleichterten Bestandsbauwerkes angeschlossen und im Taktschiebeverfahren sukzessive in Richtung des gegenüberliegenden Widerlagers vorgeschoben wurde. Hinter diesem Wiederlager erfolgte entsprechend der Abbruch des alten Überbaues.

Querung des Helterbachtals

Bei Kassel überquert eine 1936/1937 errichtete 200 m lange Talbrücke im Zuge der A 7 das Helterbachtal. An den 1972 verbreiterten Überbauten aus gerade geführten Trägerrosten und Gerberträgern wurden 2005 schwere Schäden festgestellt. Im Rahmen der Planungen für den erforderlichen Brückenneubau wurde die Trassierung der A 7 geändert. Die neue, 174 m lange, vierfeldrige Brücke wurde in einer Wanne liegend im Taktschiebeverfahren errichtet. Ein Höhenversatz von bis zu 8 m im Brückenbereich musste dabei kompensiert werden.

Neues Kreuzungsbauwerk bei Schwerin

Südlich von Schwerin wurde im Zuge des Ausbaues der A 14 das bestehende Autobahndreieck mit der A 24 zum Autobahnkreuz umgebaut. Als neues Kreuzungsbauwerk wurden vier Teilbauwerke mit zweistegigen Plattenbalkenüberbauten errichtet. Die bogenförmig angeordneten Flügelwände der Widerlager wurden mit naturgelbem Klinkermauerwerk verkleidet.

Neue Hubbrücke bei Hunte

Im Rahmen des Neubaues der B 212 war im Bereich der Ortschaft Berne der Neubau der vorhandenen Hubbrücke über die Hunte, einer Bundeswasserstraße, erforderlich. Der Neubau wurde als Klappbrücke mit gevouteten Fachwerkträgern realisiert.

Talbrücke Ganslandsiepen wird neu gebaut

Östlich von Düsseldorf erfolgte im Zuge der A 44 der Neubau der Talbrücke Ganslandsiepen als semiintegrales Bauwerk mit einem Stahlverbundüberbau. Die beiden Pfeiler weisen an den Köpfen V-förmige Streben auf, die mit den Außenseiten der Stahlkästen verschweißt und bis zur Fahrbahnplatte hochgezogen wurden.

Neue Moselbrücke

Im Zuge der B 53 wurde bei Traben-Trarbach zur Entlastung der Ortsdurchfahrt eine neue, 311 m lange Moselbrücke erforderlich. Die gevoutete, vierfeldrige Spannbetonbrücke liegt in einer Wendelinie und wurde im Freivorbau erstellt.

Drei Flutbrücken

Im Rahmen des Neubaues der B 6n bei Bernburg erfolgte der Bau dreier Flutbrücken und einer Saalebrücke. Die Flutbrücken wurde mit mehrfeldrigen, schlanken zweistegigen Plattenbalkenüberbauten errichtet, die Saalebrücke als Stabbogenkonstruktion mit netzwerkartiger Anordnung der Bogenhänger.

Ersatzneubau der Störbrücke

Beim Neubau der A 23 wurde nördlich von Hamburg der Ersatzneubau der Störbrücke erforderlich. Das ursprüngliche Bauwerk aus Spannbeton stammte aus dem Jahr 1967 und wies einen schlechten Bauzustand auf. Die neu Störbrücke wurde mit zwei 1.155 m und 1.161 m langen Überbauten errichtet, die im Vorlandbereich aus je einem Stahlverbundkasten, über der Stör aus einem Stabbogen bestehen. Mit 40 m über Gelände bzw. dem Wasserspiegel ist die Brücke weithin in der flachen Landschaft sichtbar.

Neues Galeriebauwerk

Bei Bad Reichenhall wurde auf der B 21 zur Sicherung des Verkehrs vor Steinschlag, Lawinen und Murabgängen von den Steilhängen der angrenzenden Berge der Bau eines 138 m langen Galeriebauwerkes erforderlich. Dessen Bau erfolgte unter Aufrechterhaltung des Verkehrs. 

Mit der Auswahl der Beiträge aus mehreren Bundesländern präsentiert das BMVI wieder gut gestaltete Bauwerke sowie die interessanten, abwechslungsreichen Aufgaben von Bauingenieuren und Architekten in bzw. für die Straßenbauverwaltungen der Länder, der DEGES, den planenden Ingenieurbüros sowie der Bauindustrie. Mit den Beispielen über Brückenneubauten und Ersatzneubauten werden anschaulich die vielfältigen aktuellen Aufgaben zum Ausbau der Bundesfernstraßen und zur Erhaltung des Brückenbestandes beschrieben.

Das Heft kann per E-Mail () kostenfrei beim Bürgerservice des BMVI angefordert werden.

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen 2016 – Dokumentation;

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Ref. Z 32, Hausdruckerei, 2016, 168 S., A 4, kartoniert, mit vierfarbigen Abbildungen und Konstruktionszeichnungen

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