An der Zukunft mitbauen

Baumit Allgäuer Baufachkongress 2020

Mehr als 1.400 Teilnehmer kamen in Oberstdorf zusammen, um sich über (digitale) Zukunftsthemen zu informieren. Besonders nachgefragt waren die Themen

Marketing, Fachkräfte sowie Digitales Planen, Bauen und Betreiben (BIM).

Im Januar reisten wieder Fachhandwerker, Architekten, Wissenschaftler und Vertreter aus dem Fachhandel sowie der Wohnungswirtschaft, Verbands- und Pressevertreter aus dem gesamten Bundesgebiet zur 14. Ausgabe des Allgäuer Baufachkongresses an. Baumit, das Traditionsunternehmen aus Bad Hindelang, lud erneut zur dreitägigen Fachveranstaltung ein. 50 Referenten vermittelten den Teilnehmern in Fachvorträgen, Diskussionen und praktischen Anwendungsbeispielen ihr Fachwissen.

Zukunftstag

Den Kongress eröffnete Udo van Kampen. In seinem Vortrag „Europas neue Wirklichkeit – wie Trump, Brexit und die Populisten die EU verändern“ warf der Journalist und langjährige Leiter des ZDF-Studios in Brüssel und New York einen Blick auf die politische Lage in Europa und Deutschland sowie die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen. In kurzweiligen Anekdoten berichtete er von seinem Arbeitsalltag und Begegnungen mit den Mächtigen der Welt.

Mit Sven Gábor Jánszky, Leiter von Europas größtem unabhängigen Zukunftsforschungsinstitut, warfen die Teilnehmer einen Blick in die Zukunft. Die Digitalisierung und Automatisierung schreiten immer schneller voran. Damit einher gehen Entwicklungen, die unser Leben besser und gesünder machen sowie verlängern könnten – vorausgesetzt die Bevölkerung lässt sich auf diese Technologien ein. Die nachfolgenden Vorträge beleuchteten den zukünftigen Wandel im Bauwesen unter den Gesichtspunkten Digitalisierung, Klimagerechtes Bauen und Fachkräfte. Die Herausforderung wird die Kollision schnelllebiger Technologien mit langfristigen Infrastrukturen sein. Daher müssen bestehende Regeln umgeschrieben werden, damit auf Veränderungen reagiert werden kann. Methoden und Produkte müssen neu konzipiert werden, um flexibel einsetzbar zu sein.

 

Baupraxistag

Mit dem Baupraxistag verlagerte sich der Themenschwerpunkt des Kongresses auf zukunftsweisende Wohnkonzepte, konjunkturelle Entwicklungen und Normen. Hier standen die Methoden im Fokus, um Unternehmen fit für die Veränderungen im Bausektor zu machen. Eine dieser Methoden ist BIM: Dabei muss beachtet werden, dass BIM eine Arbeitsmethodik ist und kein Tool. Unternehmen sollen für sich die BIM-Ziele in Muss-, Soll- und Kann-Ziele festlegen. Dabei gilt zu beachten: So wenig BIM wie möglich, so viel BIM zu nötig! Der Nachmittag stand im Zeichen der Rekonstruktion und der Zukunft des Wohnens. Im Fokus stand das Humboldt Forum im Berliner Schloss. Dieses gilt als ein bautechnisches, handwerkliches und künstlerisches Ausnahmeprojekt, welches sich nun auf der Zielgerade befindet. Die Rekonstruktionsmaßnahmen wurden aus künstlerischer Sicht des Entwurfsarchitekten und aus baukultureller Sicht sowie die entwurflichen und technischen Aspekte der Rekonstruktionsplanung beleuchtet.

Der andere große Block des Nachmittags befasste sich mit dem Thema „Die Zukunft des Wohnens“. In vier Beiträgen wurde das Thema jeweils aus der Sicht eines Wohnungsbauunternehmens und dreier Architekten („heute und in 10 Jahren“, „an Beispielen aus dem Wiener Wohnbau“ und ein „Werkbericht über innovativen Wohnungsbau“) gezeigt. In den Vorträgen wurde deutlich, dass die Flexibilität im Wohnungsbau ein Dauerthema ist. So müssen im Wohnungsbau neue Felder erschlossen werden, um den Bedarf an Wohnungen zu decken. Eine Ausrichtung für die Zukunft können beispielsweise Wohnformen abseits des klassischen Wohnungstypen, Wohnungstauschbörsen und aktive Quartiersentwicklungen sein. Denn es wurde auch verdeutlicht, wie wichtig die Mobilität als Zukunftsfaktor für das Bauen ist und bleiben wird.

 

Unternehmertag

Der Unternehmertag am dritten Kongresstag beschloss die Veranstaltung mit aktuellen Rechtsthemen. Der Strafverteidiger Dr. Erkan Altun warf in seinem Vortrag „Die dunklen Seiten der Macht – Wie Sie mit Versuchungen und Gefahren des Führungsalltags souverän umgehen“ einen Blick auf Führung und Werte. Felix Thönnessen gab in seinem nachfolgenden Vortrag „Start up your old economy“ Unternehmern Ratschläge, welche Innovationen sie sich von Start-ups abschauen können, um ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Der Abschluss des diesjährigen Kongresses war der Keynote-Vortrag „Ist Erfolg planbar?“ von Hans-Joachim Watzke. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Borussia Dortmund berichtete nicht nur über seine Arbeit für den Fußball-Bundesligisten, sondern auch über seine Rolle als Gesellschafter der Watex Schutz-Bekleidungs GmbH, einem Hersteller von Arbeitskleidung.

Baumit GmbH

www.baumit.com

Viva Forschungspark

Viva ist der europaweit größte Forschungspark für vergleichende Baustoffe. Seit März 2015 befindet er sich am Areal des Forschungs- und Innovationszentrums von Baumit im niederösterreichischen Wopfing. In diesem Projekt wird an realen Häusern das Zusammenwirken einzelner Baustoffe und ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden wissenschaftlich untersucht. 13 baugleiche Forschungshäuser aus Beton, aus Vollziegel, als Holz-Blockhaus und in Holzriegelbauweise mit Gipskartonbeplankung und jeweils verschiedensten Innen- und Außenbeschichtungen stehen aktuell auf dem Gelände. Alle Häuser sind den gleichen außenklimatischen Bedingungen ausgesetzt und haben den gleichen U-Wert – nur so sind die Messwerte vergleichbar. Pro Haus wurden 33 Mess-Sensoren installiert, die rund um die Uhr verschiedenste physikalische Messgrößen erfassen. Bisher wurden mehr als fünf Millionen Daten gesammelt und analysiert. Zahlreiche der gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen in die Produktentwicklungen von Baumit ein, gleichzeitig gehen die Forschungen weiter.

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