Streckenentwässerung am Fraport
Schlitzrinnen für größtes LuftverkehrsdrehkreuzMit mehreren strategischen Infrastrukturprojekten bereitet Fraport den Flughafen Frankfurt auf die Zukunft vor. Dazu zählen zwölf neue Rollwege, für deren Entwässerung Schlitzrinnen von Hans Rinninger aus Kißlegg zum Einsatz kommen.
Speziell für den Frankfurter Flughafen entwickelten die Ingenieure des Betonwerks Rinninger eine Schlitzrinne mit besonderen Eigenschaften
© Strabag AG
Mit gleich mehreren Infrastrukturprojekten von strategischer Bedeutung rüstet sich der Fraport – Deutschlands größtes Luftverkehrsdrehkreuz – für die Zukunft. Zum einen wird mit der Ramp 9 im westlichen Bereich des Flughafengeländes, in unmittelbarer Nähe zur neuen Terminal-3-Baustelle eine vollständig neue Vorfeldfläche errichtet. Diese ergänzt die bestehenden Abfertigungspositionen und verbessert sowohl die betriebliche Effizienz als auch die zukünftige Kapazität des Flughafens. Außerdem wird im Rahmen des umfassenden Ausbaus des südlichen Flughafensektors mit dem Bau von zwölf neuen Rollwegen ein zentrales Verbindungsglied zwischen Terminal 3, den angrenzenden Vorfeldflächen und dem bestehenden Start- und Landebahnsystem geschaffen. Die Rollwege mit der Bezeichnung „TWY S“ verlaufen parallel zum südlichen Vorfeldbereich und sind essenziell für den künftigen Betrieb von Terminal 3, das nach Fertigstellung bis zu 19 Millionen zusätzliche Passagiere jährlich abfertigen soll. Bei beiden Maßnahmen kommen für die Entwässerung der Flächen Schlitzrinnen vom Betonwerk Hans Rinninger u. Sohn GmbH u. Co. KG aus Kißlegg im Allgäu zum Einsatz.
Flughäfen sind hochkomplexe Verkehrsinfrastrukturen, deren Betrieb höchste Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Umweltverträglichkeit stellt. Ein elementarer Baustein hierfür ist die Entwässerung der befestigten Flächen – insbesondere von Start- und Landebahnen, Rollwegen (Taxiways) und Vorfeldern. Denn nur eine funktionierende Entwässerung sichert die Betriebssicherheit bei jeder Witterung und schützt gleichzeitig Umwelt und Infrastruktur. Stehendes Wasser auf Rollwegen kann nicht nur die Tragfähigkeit der Beläge beeinträchtigen, sondern stellt auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko für den Luftverkehr dar. Aquaplaning, Bremswegverlängerungen und Sichtbehinderungen müssen unter allen Umständen vermieden werden.
Sicherheit, Entwässerungsleistung und Wartung
Um die Anforderungen an die gewünschte Entwässerungsleistung zu erfüllen, weisen die an der Ramp 9 über 700 Meter verbauten Schlitzrinnen einen Abflussquerschnitt von 706 Quadratmetern auf
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Speziell für den Frankfurter Flughafen entwickelten die Ingenieure des Betonwerks Rinninger eine Schlitzrinne mit besonderen Eigenschaften. Uwe Schneider, Technischer Gruppenleiter der Strabag Großprojekte GmbH erläutert die Anforderungen: „Wichtig für einen reibungslosen Betrieb der neuen Vorfeldfläche Ramp 9 sind vor allem die Punkte Sicherheit, Entwässerungsleistung und Wartung. In Punkto Sicherheit spielt vor allem die Griffigkeit der Flächen eine wichtige Rolle. Flugzeuge, Enteisungsfahrzeuge und andere Ground-Support-Fahrzeuge rollen teilweise direkt über die Schlitzrinnen. Ein glatter Beton könnte bei Nässe, Schnee oder Reif sehr rutschig sein – insbesondere beim Drehen oder Bremsen. Deshalb verfügen die hier verwendeten Riki-Schlitzrinnen an der Oberfläche über einen Besenstrich in Querrichtung. Dieser verbessert die Mikrorauigkeit der Oberfläche und damit die Reibung – vergleichbar mit der Griffigkeit von Fahrbahnbelägen“, so Schneider. Die Längsriffelung durch den Besenstrich unterstützt aber auch den gerichteten Abfluss des Oberflächenwassers entlang der Schlitzrinnen. So entstehen keine querstehenden Wasserfilme, die das Wasser über die Rinne hinweg auf angrenzende Flächen drücken könnten. „Dies hilft dabei, das Wasser effizient der Schlitzöffnung und dem darunterliegenden Entwässerungssystem zuzuführen – ohne Pfützenbildung“, ergänzt Schneider.
Schlitzrinne mit zusätzlicher Rostsicherung
Um die Anforderungen an die gewünschte Entwässerungsleistung zu erfüllen, weisen die an der Ramp 9 über 700 Meter verbauten Schlitzrinnen einen Abflussquerschnitt von 706 Quadratmeter auf. Die Wartung der Rinnen erfolgt über einen Rost. Extra für die Anwendung im Sicherheitsbereich des Flughafens wurde dieser mit einer besonderen Sicherung ausgestattet. Darüber hinaus lieferte das Betonwerk Rinninger aus dem Allgäu aber auch noch über 2.100 Meter Schlitzrinnen für die Entwässerung der Randbereiche der Taxiways. Hierzu sagt Uwe Schneider: „Gerade hier ist ein schnelles und vollständiges Ableiten von Niederschlägen von Bedeutung. Weil die Randbereiche teilweise sehr kurvig verlaufen, mussten die Rinnen an vielen Stellen mit sehr engen Radien ausgeführt werden. Ebenso waren einige Sonderpassrinnen mit abgeschrägten Kanten vorgesehen, um eine nahtlose Entwässerung zu gewährleisten. Für diese Anwendungen lieferte das Betonwerk Rinninger in gewohnt hoher Qualität alle erforderlichen Formsteine und Sonderlösungen“, so Schneider.
Riki-Ceton – ultrahochfester Beton
Die am Fraport verbauten Schlitzrinnen mit der Bezeichnung Riki-Ceton Smart werden aus einer neuen Generation von Beton, dem so genannten Riki-Ceton gefertigt
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Die am Fraport verbauten Schlitzrinnen mit der Bezeichnung Riki-Ceton Smart verfügen aber noch über eine andere besondere Eigenschaft. Jürgen Kurzemann aus dem Vertrieb bei Firma Rinninger erklärt: „Gefertigt werden die Schlitzrinnen aus einer neuen Generation von Beton, dem so genannten Riki-Ceton. Dies steht für ultrahochfesten Beton mit duktilen Eigenschaften nach AbZ DIBT-Nr. Z-74.4.178. Das Besondere dabei ist, dass mit diesem Beton die Bewehrung sowohl im Rinnenelement als auch im Unterbau reduziert werden kann“, erklärt Jürgen Kurzemann. Dank einer WHG-Zulassung sorgen diese Entwässerungssysteme für LAU-Anlagen gemäß dem Merkblatt zur Entwässerung von Flughäfen für eine vorschriftsmäßige Ableitung von Gefahrstoffen.
Bei diesem Verkehrswegebau-Projekt wurde die Strabag AG als erstes Unternehmen im Verkehrswegebau von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet. Neben den Schlitzrinnen, die mit einer geringeren Armierung auskommen und damit auch zur Schonung wertvoller Ressourcen beitragen, spielte hier u.a. die Baustellenorganisation, die Minimierung der Emissionen, die Verantwortung für die Gesundheit und eine qualitätsreiche Bauausführung eine Rolle.
Hans Rinninger u. Sohn GmbH u. Co. KG
www.rinninger.de
