Herausforderung Arktis
Entwässerungslösungen trotzen anspruchsvollsten BedingungenAuf der Insel Andøya in Nordnorwegen entsteht derzeit eine der innovativsten Fischzuchtanlagen der Welt. Entwässerungssysteme von BG-Graspointner bewähren sich dabei unter extremen klimatischen Bedingungen und tragen zur nachhaltigen Gesamtstrategie des Projektes bei.
Die traditionelle Lachszucht in offenen Netzkäfigen entlang der Küste steht zunehmend in der Kritik – unter anderem wegen Flächenverbrauch, Krankheitsrisiken und ökologischer Wechselwirkungen mit dem Meer. Der norwegische Betreiber Andfjord Salmon setzt daher auf ein geschlossenes, landbasiertes Konzept. Dieses gilt nach Angaben des Unternehmens als eines der nachhaltigsten Aquakulturprojekte weltweit. Bis 2028 soll die Anlage vollständig ausgebaut sein.
Geschlossene Kreisläufe in rauer Umgebung
Herzstück der Anlage sind 13 Becken mit einer Tiefe von jeweils 20 Metern. Das Frischwasser wird über einen rund einen Kilometer langen Tunnel zugeführt, der etwa 50 Meter unter dem Meeresspiegel verläuft. Das System ist auf kontrollierte Wasserführung und Ressourceneffizienz ausgelegt: Biologische Rückstände werden erfasst und weiterverwertet. Bevor das Prozesswasser ins Meer zurückgeleitet wird, durchläuft es eine mehrstufige Filteranlage.
Die exponierte Lage nördlich des Polarkreises stellt an sämtliche Bauteile hohe Anforderungen: Frost-Tau-Wechsel, salzhaltige Luft, starke Niederschläge sowie betriebsbedingte Feuchtigkeit führen zu einem dauerhaft korrosiven Umfeld.
Von Anfang an legten die Betreiber bei allen Bauteilen großen Wert auf langlebige Lösungen – auch unter extremen Bedingungen – mit möglichst geringer Umweltbelastung. Für die kontrollierte Ableitung des Wassers rund um die Becken setzen die Betreiber daher auf Entwässerungssysteme von BG-Graspointner.
Entwässerung unter arktischen Bedingungen
Etwa 700 Meter Entwässerungsrinnen vom Typ BG-Filcoten one urban in der Nennweite 100 umrahmen die Becken. Die monolithischen Rinnen bestehen aus dem mineralischen Hochleistungsbeton Filcoten HPC. Das Material zeichnet sich durch ein hochverdichtetes Gefüge und eine sehr geringe Wasseraufnahme aus – Eigenschaften, die insbesondere bei Frost-Tausalz-Belastung und chloridhaltiger Umgebung von großer Bedeutung sind. Die Rinnen sind für befahrene Betriebsflächen ausgelegt und nehmen Verkehrsbelastungen durch Service- und Wartungsfahrzeuge zuverlässig auf. Die trapezförmige Bauweise unterstützt eine sichere Verankerung im Betonbett. Abgesenkte Einlauföffnungen sowie eine strukturierte Oberfläche verbessern die Wasseraufnahme und erhöhen die Betriebssicherheit – auch unter winterlichen Bedingungen.
Zwischen den Becken kamen zusätzlich rund 400 Meter flachere Kastenrinnen vom Typ BG-Filcoten pro P mini in Nennweite 150 zum Einsatz. Ihre integrierten, korrosionsfreien und farbstabilen Kunststoffkanten bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Bestückt sind sie mit Kunststoff-Stegrosten mit einer Schlitzweite von 8/40 Millimeter, die von der norwegischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zugelassen sind. Die enge Schlitzweite minimiert das Verletzungsrisiko und verhindert, dass Fische im unwahrscheinlichen Fall eines Ausbruchs hängen bleiben.
Fokus auf Nachhaltigkeit und Praxistauglichkeit
Vertriebspartner von BG-Graspointner vor Ort ist das norwegische Unternehmen Ulefos. Für Bezirksverkaufsleiter Christian Bringsli ist das Projekt außergewöhnlich: „Wir wissen, dass das Gesamtprojekt eine klar definierte Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Unsere Entwässerungsrinnen aus dem Hochleistungsbeton Filcoten HPC sind Teil eines durchgängigen Systems, das auf langfristige Nutzung und stabile Betriebsabläufe ausgelegt ist – dauerhaft und wartungsarm“. Das Material besteht vollständig aus mineralischen Bestandteilen und kommt ohne Styrol, Polymerzusätze oder Kunststofffasern aus. Das optimierte, hochdichte Gefüge des HPC ermöglicht die Konstruktion von Rinnen in hochstabiler Leichtbauweise. Zudem sind die Rinnen vollständig recyclingfähig und können am Ende ihrer Nutzungsdauer dem mineralischen Stoffkreislauf wieder zugeführt werden.
Bei Harald Tveite, Projektleiter beim Hauptauftragnehmer Hæhre-Contur, steht auch die zuverlässige Zusammenarbeit und Praxis-tauglichkeit im Fokus: „Gerade unter den logistisch anspruchsvollen Bedingungen hier in Nordnorwegen ist eine reibungslose Verarbeitung ein relevanter Faktor für Bauablauf und Terminsicherheit. Die Rinnen sind effizient zu verarbeiten und konstruktiv durchdacht. Zudem wurden unsere Teams durch Ulefos und BG-Graspointner gezielt in Montage und Handhabung geschult.“
EPDs – Mehrwert für Nachhaltigkeitsstrategien
Für die Nachhaltigkeitsstrategien seiner Kunden stellt BG-Graspointner nun auf Wunsch automatisierte Umweltproduktdeklarationen (EPDs) als Planungshilfe zur Verfügung. Auf Basis von projektspezifischen Angaben sowie Produkt- und Produktionsdaten erstellt ein Tool EPDs, die nur noch abschließend veröffentlicht und verifiziert werden. Damit ist es BG-Graspointner möglich, individuelle EPDs kurzfristig und ohne Mehraufwand für den Kunden zur Verfügung zu stellen.
BG-Graspointner GmbH
www.bg-graspointner.com
