Gewässerschutz im Bayernhafen Regensburg
Fränkische sorgt für sauberes RegenwasserIm Bayernhafen Regensburg wurde ein Projekt zur Verbesserung des Gewässerschutzes umgesetzt, das neue Standards im Umgang mit Regenwasser setzt. So wird künftig dafür gesorgt, dass das abfließende Regenwasser den strengen Vor-gaben des Wasserwirtschaftsamts entspricht, bevor es in die Donau eingeleitet wird.
Einbau der Zielsegmente der SediPipe plus: Die Zielsegmente werden in einem Sandbett eingebaut. Im Vordergrund sind die Anschlüsse für die Spül- und Kontrollschächte zu sehen
© FRÄNKISCHE / Guggenberger
Der Bayernhafen Regensburg ist Drehscheibe für den Güterverkehr im gesamten ostbayerischen Raum. Mit seiner strategischen Lage an der Donau und seiner trimodalen Anbindung an Wasser, Schiene und Straße trägt er wesentlich zur Versorgung von Bürgern und Betrieben bei. Umgeschlagen werden hier zum Beispiel Rohstoffe für die Bau- und Metallindustrie, Recyclingprodukte, Agrargüter und Schwergut. Doch die Intensität der logistischen Nutzung bringt hohe Herausforderungen für den Gewässerschutz mit sich: Auf großen befestigten Flächen im Hafen, wie im Trailerport T2, fallen große Mengen an Regenwasser an, die durch Verschmutzungen aus dem Verkehr belastet sein können. Reifenabrieb, Schlamm, Grobschmutz und Leichtflüssigkeiten wie Öle und Fette können die Gewässerqualität belasten.
Innovative Technologie für sauberes Wasser
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, entschied sich Bayernhafen für den Einbau der SediPipe plus 800/26 Reinigungsanlagen von Fränkische für die Behandlung der Regenabflüsse auf der rund 14.000 Quadratmeter großen Fläche. Diese Systeme arbeiten nach einem innovativen Prinzip der Sedimentation und Ölabscheidung, das speziell für stark belastetes Regenwasser entwickelt wurde. Das Verfahren ermöglicht die Einleitung von Regenwasser in die Donau nach dem neuen Regelwerk DWA A102. Durch eine Kombination zweier Strömungstrenner wird sichergestellt, dass Grob-, Feinstoffe und Leichtflüssigkeiten zuverlässig aus dem Wasser entfernt werden. Die Ölabscheidefunktion gewährleistet selbst bei Havarien, etwa durch Unfälle oder Löschwassereinsätze, einen zuverlässigen Schutz. Die von TÜV Rheinland geprüfte Technologie erreicht dabei die Standards eines Ölabscheiders der Klasse I, dies entspricht einem Ölrückhalt von mindestens 99,9 Prozent.
Verbindung der SediPipe plus Sedimentationsrohre: Die Rohre werden über eine Doppelsteckmuffe verbunden und mit einem Kanalbaulaser präzise im gegenläufigen Gefälle ausgerichtet
© FRÄNKISCHE / Guggenberger
Vorteile und Effizienz im Einsatz
Der Projektingenieur Felix Grundner, der bei Bayernhafen für Planung, Vergabe und Bauaufsicht verantwortlich ist, hebt die Effizienz und Zuverlässigkeit der Systeme hervor: „Die SediPipe plus-Anlagen von Fränkische gewährleisten, dass Schadstoffe auch bei Extrembedingungen wie Starkregenereignissen nicht in die Donau gelangen. Diese Technologie hat uns überzeugt, da sie nicht nur leistungsstark, sondern auch kosteneffizient ist.“ Grundner verweist dabei auf die vergleichsweise geringen Investitionskosten im Vergleich zu klassischen Filterschächten oder Filterrohren, ohne dabei Kompromisse bei der Leistungsfähigkeit einzugehen.
In diesem Betonschacht fließt das gereinigte Regenwasser aus den beiden SediPipe plus Anlagen zusammen und wird anschließend in die Donau geleitet
© FRÄNKISCHE / Guggenberger
Die beiden im Trailerport T2 verbauten SediPipe plus 800/26 Anlagen bestehen jeweils aus einem Start- und einem Zielsegment und einer Sedimentationsstrecke von insgesamt 26 Metern. Modulare Elemente ermöglichen eine flexible Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten und gewährleisten eine effiziente Behandlung des Regenwassers.
Reibungslose Projektabwicklung
Die SediPipe plus Sedimentationsrohre mit oberem und unterem Strömungstrenner gewährleisten die Sedimentation von Feinstpartikeln und die Abscheidung von Leichtflüssigkeiten
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Die Umsetzung des Projekts erfolgte in einem straffen Zeitrahmen. Nach der Planungsphase Anfang 2024 starteten die Bauarbeiten im Juni desselben Jahres. Innerhalb von nur zwei Monaten konnten die beiden SediPipe plus 800/26 Anlagen durch die Firma Guggenberger aus Mangolding eingebaut werden. Die Erfahrung und Expertise des Bauunternehmens, das als Generalunternehmer tätig war, trugen wesentlich zu einem reibungslosen Projektverlauf bei. „Der schnelle und präzise Einbau war beeindruckend. Es zeigt, wie vorteilhaft der Einsatz vorgefertigter, modularer Systeme ist“, lobt Grundner. Anfang August 2024 wurde die Fläche planmäßig in Betrieb genommen.
Fortschritt durch technische Innovation
Die technischen Vorteile der neuen Anlagen sind vielfältig. Durch die patentierte Strömungstrenner-Technologie wird ein strömungsberuhigter Bereich geschaffen, der die Sedimentation von Feinstpartikeln optimiert und eine Remobilisierung des Sediments verhindert. Dies ist besonders bei Starkregenereignissen entscheidend, da bei diesen starke Strömungen entstehen können, die in herkömmlichen Systemen häufig zu einer Wiederaufwirbelung der Schadstoffe führen. Zusätzlich sorgt ein zweiter Strömungstrenner im oberen Rohrbereich für die Abscheidung von Leichtflüssigkeiten. Diese werden sicher im Zielschacht gespeichert und können anschließend problemlos entsorgt werden.
Durchdachte Konstruktion für reibungslose Inspektion
Die beiden SediPipe plus 800 Anlagen wurden am Trailerport T2 im Bayernhafen Regensburg vom Bauunternehmen Guggenberger GmbH aus Mangolding eingebaut
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Auch in der Wartung punkten die Anlagen durch ihre durchdachte Konstruktion. Sie können vollständig von der Oberfläche aus inspiziert und gereinigt werden, was nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch die Betriebskosten reduziert. Die Reinigung erfolgt mittels gängiger Kanalspültechnik. Die Anlagen sind direkt nach der Wartung wieder einsatzbereit.
Maßstab für nachhaltige Logistik
Bayernhafen ermöglicht durch die Verknüpfung der Verkehrsträger die Verlagerung von der Straße auf Schiff und Bahn und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Logistik und der Reduzierung von CO₂-Emissionen im Güterverkehr.
Wartung und Reinigung der SediPipe plus Anlagen: Große Kontrollschächte ermöglichen eine einfache Wartung und Reinigung der beiden SediPipe plus Anlagen
© FRÄNKISCHE / Guggenberger
Das Projekt im Bayernhafen Regensburg zeigt eindrucksvoll, wie innovative Technologien und nachhaltiges Denken Hand in Hand gehen können. Neben dem unmittelbaren Nutzen für den Gewässerschutz stellt die Maßnahme auch einen wichtigen Schritt in Richtung einer modernen Hafeninfrastruktur dar, welche auch Belange des Umweltschutzes berücksichtigt.
Blick in die Zukunft
Aktuell wird auf einer anderen Teilfläche des Trailerports T2 bereits eine weitere SediPipe 800 plus von Fränkische eingebaut – diesmal eine kleinere Variante mit nur einem Strang und einer Länge von 24 Metern. „Es hat sich herausgestellt, dass die SediPipe plus von Fränkische auch für diese Fläche genau das richtige Produkt ist“, resümiert Projekt-ingenieur Felix Grundner. Mit dieser Erweiterung setzt Bayernhafen erneut ein klares Zeichen für nachhaltige und zukunftsorientierte Regenwasserbewirtschaftung.