Fundament des Erfolges

Neumarkter Familienunternehmen Klebl realisiert Rohbau der Pasing-Arcaden

Einkaufen auf 44.000 m² Bruttogrundfläche direkt neben dem ICE-Bahnhof: Im Frühjahr 2011 soll das 300 m lange und rund 50 m breite Shopping-Center den Stadtteil im Westen der Bayerischen Landeshauptstadt, der bis heute durch ein eigenes Selbstbewusstsein sowie eine von München nahezu unabhängige Infrastruktur besticht, weiter beleben.

Pasing mit neuem Shopping-Center

Rund 200 Millionen Euro investiert Bauherr mfi in dieses Bauprojekt der Superlative. Gebaut wird im Münchner Vorort bereits seit August 2009. Bis zu 100 Ladengeschäfte sollen in unmittelbarer Nähe zum Pasinger Bürklein-Bahnhof auf drei Stockwerken zum Shoppen einladen. Und damit nicht genug: Über den drei Etagen mit Verkaufsflächen entstehen zwei weitere Ebenen mit rund 50 Wohnungen auf einer Bruttogrundfläche von weiteren 10.000 m². Eine Tiefgarage über zwei Geschosse komplettiert das multifunktionale Gebäude und soll Platz für rund 650 Autos bieten – für Bewohner sowie Besucher. Der Bürklein-Bahnhof wird ebenfalls Bestandteil des neuen Bauwerks. Da dieser unter Denkmalschutz steht, plant der Aufraggeber selbstverständlich keine vollständige Integration in die moderne Mall. Hier sollen lediglich neue Optionen der Nutzung für Attraktivität sorgen. Ein Gastronomiekonzept ist für das Bahnhofsgebäude vorgesehen. Auch der Entwurf für das moderne Wohn- und Einkaufszentrum stammt aus der Landeshauptstadt: Im Februar 2007 konnte das Münchener Architekturbüro Allmann Sattler Wappner die hochkarätige Jury beeindrucken. So kürten Architekten, Verwaltungsexperten und Politiker deren Entwurf zum Sieger des Wettbewerbs.

 

Größte Baugrube Münchens

Im Hochsommer, genauer im August 2009, begann das Neumarkter Bauunternehmen Klebl mit den Rohbauarbeiten. Die Unternehmensgruppe gehört zu den 20 größten Bauunternehmen Deutschlands und ist mit sechs Werken in der Herstellung von konstruktiven Fertigteilen führend in der Bundesrepublik. Der Auftragswert für die Baumaßnahme liegt bei mehr als 20 Millionen Euro. Das innovative Bauunternehmen strebte nach Aussagen von Geschäftsführer Wolfgang Kelch 2009 einen Unternehmensumsatz von 400 Millionen Euro an. Die umfassenden Maßnahmen nahe des ICE-Bahnhofs, derzeit die größte Baugrube der bayerischen Landeshauptstadt, fügen sich daher perfekt in die strategischen Ziele von Klebl ein.

Der Zeitplan ist tough: bis Mitte Mai dieses Jahres sollen die drei Geschosse des Shopping-Centers einschließlich der zwei Tiefgaragengeschosse stehen. Zwei Monate später ist bereits der nächste Termin angesetzt – die Fertigstellung der Wohnareale. Last but not least ist für August 2010 ein Terminal geplant, das den Bahnhof mit dem Center verbinden soll. Das Gesamtvolumen des Rohbaus beträgt 320.000 m³.

Anspruchsvolle Baulogistik

Hier ist Expertenwissen gefordert, insbesondere im Bereich der Baulogistik. Eine innerstädtische Baumaßnahme in diesen Dimensionen ist immer mit Herausforderungen der besonderen Art verbunden. Für die reinen Rohbaumaßnahmen, die allesamt von Klebl ausgeführt werden, ist eine enorme Menge an Ressourcen erforderlich. Während der gesamten Bauzeit werden mehr als 13.000 Fahrzeuge Baumaterialien auf die Baustelle liefern. Insgesamt ca. 7.000 t Stahl und mehr als 60.000 m³ Beton verbaut das eingespielte Team aus Neumarkt in der Oberpfalz. 2.000 t Stahl sowie 12.000 m³ Beton werden allein für die massive Bodenplatte benötigt, die an ihrer höchsten Stelle 2,50 m misst. Das bedeutet in Spitzenzeiten mehr alle 300 LKW-Anlieferungen pro Tag. Um die Versorgung mit den benötigten Materialien zu gewährleisten, mietete das Unternehmen ein externes Lagerareal mit einer Fläche von ca. 10.000 m² an, das nur 500 m entfernt ist.

Die Baugrube für das Center misst 50 x 300 m und ist damit die größte in München und im Umland. Die Besonderheit: Bei höchstem Grundwasserspiegel steht das Bauwerk ca. sieben Meter im Grundwasser. Aus diesem Grund muss der Gesamtkomplex mit einem Gewicht von rund 200.000 t komplett fertig gestellt sein, bevor die Wasserhaltung ausgeschaltet werden kann. Auf der Großbaustelle stehen insgesamt neun Kräne. Sechs davon sind in die Baustelle integriert.

Das gesamte Projekt wird in Ortbetonbauweise realisiert. Für einen optimalen Bauablauf ist daher vor allem der ideale Einsatz der notwendigen Schalung entscheidend: Klebl setzt neben 1.500 m² Wandschalung von Doka mehr als 8.000 m² HV Titan Deckenschalung des Herstellers Ischebeck ein. Die Decken des Gebäudes sind teilweise 40 cm bis einen Meter stark. Hier müssen wir zeitweise mit bis zu 15.000 Deckenstützen arbeiten“, erklärt Klebl-Schalungstechniker Jörg Nißlbeck. „Der Gesamtwarenwert für Wand- und Deckenschalung beträgt in den Spitzenzeiten mehr als sechs Millionen Euro.

 

Die Basis für den Erfolg:

Das Team

Dass alle Aufgaben und Prozesse der aufwändigen Rohbaumaßnahme stets optimal aufeinander abgestimmt sind, dafür sorgt ein Team mit rund 150 Mitarbeitern aus dem Hause Klebl sowie von Subunternehmern. Wenn auf der Baustelle Hochbetrieb herrscht, können bis zu 200 Personen gleichzeitig vor Ort sein, wie Projektleiter Michael Staudinger verlauten lässt. In der Verantwortung für einen reibungslosen Prozessablauf stehen neben dem Projektleiter primär Oberbauleiter Jürgen Walz, die Bauleiter Christoph Lehmeier und Stefan Haller, Andy Görner, Experte für Arbeitssicherheit, ein Team von fünf Polieren um Oberpolier Erhard Glas, ein 2-köpfiges Vermessungsteam unter Leitung von Bernhard Müller sowie Schalungsprofi Jörg Nißlbeck und zwei Spezialisten für die Abrechnung.

„Hohe Qualität, Offenheit und vor allem Kosten- und Termintreue“, erklärt Geschäftsführer Kelch, „sind Werte, die unmittelbar mit unserem Unternehmen in Verbindung stehen. „Daher bauen wir bei Klebl auf modernste Technologie, zuverlässige Projektpartner sowie ein stets hoch motiviertes, technisch und organisatorisch erstklassiges Team. Auf diese Weise meistern wir auch aufwändige Baumaßnahmen, wie den Rohbau der Pasing-Arcaden München. Wir pflegen eine besondere Unternehmenskultur“, fasst der Manager des Neumarkter Bauunternehmens zusammen. „Und diese ist nicht nur vor Ort auf unseren Baustellen spürbar, sondern sie ist das
Fundament unseres Erfolges.“

[www.klebl.biz]

[www.pasing-arcaden.de]

Verena Mikeleit,

Stuttgart,

Arbeitskreis Baufachpresse

Hohe Qualität, Offenheit und vor allem Kosten- und Termintreue

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 12/2010

Klebl baut zentrale Produktion für Südwestdeutschland

Fleisch und Wurst für 1.500 Supermärkte kommen ab 2011 aus Rheinstetten

Die Innsbrucker Planungsgesellschaft ATP Architekten und Ingenieure legte das Layout des Betriebs in Rheinstetten so an, dass alle Produktlinien einen linearen, kontinuierlichen Weg mit zunehmender...

mehr
Ausgabe 07/2017

Shopping-Center in Husum

Wolff & Müller übernimmt Rohbau

Auf dem Grundstück des ehemaligen Hertie-Hauses, in der Großstraße 15-19, wird der zweistöckige Neubau samt Parkhaus stehen. Bauherr ist die Husum Shopping Center GmbH. Sie hat, vertreten durch...

mehr
Ausgabe 04/2014 BETONPFLASTER

Bahnhof und Pflaster mit besonderer Funktion

Von vorne herein stand fest, dass das Bahnhofsgebäude aus dem Jahre 1900 in einen Kulturbahnhof umfunktioniert werden soll. Im Jahre 2011 wurden neue Bahnsteige erschlossen und somit die...

mehr
Ausgabe 11/2009

Durchgängig ans Ziel

Ein Baumanagement-System für alle Prozesse

Deutschlands größte Papierfabrik Die in Offenbach ansässige Progroup AG hat im brandenburgischen Eisenhüttenstadt den Bau der deutschlandweit größten Papierfabrik in Auftrag gegeben. Der Grund:...

mehr
Ausgabe 1-2/2010

Willkommen 2010!

Liebe Leserin, lieber Leser, die Redaktion baumarkt+bauwirtschaft wünscht Ihnen ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2010, etwas verspätet, aber besser spät als nie! Was wird uns...

mehr