Vom Getreidesilo zum Hotel
Baumit Deutschland gewinnt die Life Challenge 2026Zum siebten Mal wurden im Rahmen der Baumit Life Challenge architektonische Projekte aus ganz Europa gekürt. Rund 500 Gäste feierten die Gewinner des
Fassaden-Wettbewerbs bei einem Festakt im Vigadó Konzertsaal in Budapest.
Die Baumit Life Challenge wurde 2014 ins Leben gerufen – ein Wettbewerb, der im zweijährigen Turnus die besten Fassaden Europas auszeichnet. Aus mehr als 350 eingereichten Projekten aus 24 Ländern wurden in sechs Kategorien zunächst jeweils sechs Projekte nominiert. Eine internationale Jury aus 13 renommierten Architektinnen und Architekten zeichnete schließlich die sechs Kategorien-Sieger sowie den Gesamtsieger aus. Zur feierlichen Baumit Life Challenge Awards Zeremonie versammelten sich am 21. Mai Architektinnen, Fachhandwerker und Investorinnen aus ganz Europa in der ungarischen Hauptstadt.
Der Gesamtsieg der Baumit Life Challenge 2026 geht nach Deutschland
Der prestigeträchtige Titel „Baumit Life Challenge Winner 2026“ wurde dem Projekt „Kellogg‘s Hotel“ in Bremen verliehen – der Hauptpreis ging damit an das Farben Tiedeken-Team aus Deutschland.
Das Kellogg‘s Hotel steht für die Transformation eines denkmalgeschützten Industriebauwerks in eine zeitgemäße architektonische Ikone. Der ehemalige Silobau wurde in ein Hotel überführt, das seine prägnante Identität erhält und gleichzeitig neue Impulse für das urbane Leben setzt. Das Gebäude liegt im aufstrebenden Quartier der Überseeinsel. Es prägt heute als städtebaulicher Schwerpunkt die Entwicklung des Areals.
Das Projekt überzeugte die Jury durch die Verbindung von Innovationskraft und traditioneller Handwerksqualität. Durch den bewussten Erhalt des industriellen Charakters bei gleichzeitiger Integration einer neuen, gewagten Funktion entstand ein architektonisches Konzept mit klarer Zukunftsorientierung, das Vergangenheit und Gegenwart schlüssig miteinander verknüpft.
Besonders hervorgehoben wurden der Mut, die gestalterische Vision sowie das Engagement aller Beteiligten, ein derart komplexes und anspruchsvolles Vorhaben in den letzten sechs Jahren umzusetzen. Das Ergebnis ist ein Projekt, das als Europas schönste Fassade 2026 ausgezeichnet wurde.
Zwei weitere nominierte Projekte
Neben dem Kellogg‘s Hotel war Baumit Deutschland zudem mit zwei weiteren Objekten vor Ort vertreten: In der Kategorie Mehrfamilienhaus war das Wohnquartier „Bunte Mischung“ im Nürnberger Regensburgerviertel nominiert. Der Neubau mit 381 Wohnungen fördert durch bezahlbaren Wohnraum, soziale Infrastruktur und verkehrsberuhigte Freiräume ein lebendiges Miteinander. Farbige Putzfassaden geben dem Quartier Identität und machen Vielfalt sichtbar.
In der Kategorie Besondere Struktur war eine Fassade des portugiesischen Künstlers Vhils in Brüssel nominiert, bei der Street Art zu einem gesellschaftlichen Statement wurde. Ein großformatiges Wandbild, das durch Abtragen der Oberfläche direkt aus der Fassade heraus entstand. Das Werk nimmt Bezug auf die Nelkenrevolution und steht für Dialog, Freiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt im urbanen Raum.
Die besten Fassaden in sechs Kategorien
Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Nichtwohngebäude, Thermische Renovierung, Historische Renovierung und Besondere Struktur – jede Kategorie spiegelte unterschiedliche Facetten architektonischer Qualität wider, von innovativen Neubauten über nachhaltige Sanierungen bis hin zu anspruchsvollen Restaurierungen historischer Gebäude. Die Bewertungskriterien der Jury umfassten Design, Aussehen und Verarbeitung sowie Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und soziale Wirkung.
Nach dem Gesamtsieg des deutschen Teams in Budapest richtet die Branche nun ihren Blick auf Deutschland. Das Land, das den Hauptgewinn erzielt, trägt die kommende Veranstaltung in zwei Jahren aus – die achte Ausgabe der Baumit Life Challenge findet somit 2028 in Deutschland statt.
Baumit GmbH
www.baumit.de
Die Gewinner-Fassaden in den sechs Kategorien
Bauherr: Überseeinsel denkmalstadt GmbH, Bremen
Verarbeiter: Farben Tiedeken, Friesoythe
Architekt Entwurf: designboom, Zürich/Schweiz
Baustoffhandel: bauXpert Gebhard GmbH & Co.Zeven
Baustoff-Lieferant/ Bauberatung: Baumit GmbH, Bad Hindelang
Dieses Projekt beeindruckte die Jury mit seinem organischen Wohnkonzept, das natürlich in die Landschaft integriert war und dabei die Monotonie von Reihenhäusern vermied. Jedes Haus spiegelt die Individualität der dort lebenden Familien wider, während die sorgfältig gestalteten Fassaden den Charakter des Ensembles weiter stärken.
Die Jury bewertete die Qualität des Konzepts, bei dem einfache architektonische Entscheidungen eine deutliche Reaktion in einem inkohärenten städtischen Umfeld erzeugen.
Das Projekt zeichnet sich durch sein starkes und malerisches Fassadendesign aus, das dem Gebäude eine klare Identität verleiht. Besonderes Augenmerk wurde auf die subtilen und durchdachten Details gelegt, die Raffinesse und architektonische Tiefe verliehen.
Die Jury schätzte, wie das frei angeordnete Volumen sich natürlich in die Landschaft einfügte und eine ruhige und authentische Atmosphäre schafft. Saubere Formen und sorgfältig gestaltete Räume bilden ein starkes und harmonisches Konzept. Natürliche Materialien, raffinierte Fassaden und eine zurückhaltende Farbpalette schaffen eine Architektur, die die Weinkultur wunderschön widerspiegelt.
Über eine thermische Renovierung hinaus stellt dieses Projekt die Verbindung zwischen Haus und Garten durch eine sorgfältig gestaltete Erweiterung wieder her. Die Kontinuität zwischen Innenraum und Landschaft stärkt die Beziehung zur Umgebung. Die Jury schätzte besonders das Gleichgewicht zwischen funktionaler Renovierung und architektonischer Sensibilität.
Die Jury war tief beeindruckt von der Restaurierung dieses historischen Wahrzeichens, das mehr als ein Jahrhundert sozialer und politischer Geschichte widerspiegelt. Das Projekt zeichnet sich durch die Komplexität der Renovierung aus, insbesondere durch die Restaurierung der salzluftgeschädigten Struktur und die detaillierte Dekoration. Durch große Hingabe und handwerkliches Können wurde dieses architektonische Symbol erfolgreich wieder zum Leben erweckt.
Die Jury setzte auf die klare geometrische Komposition und das ausgewogene Zusammenspiel von Volumen und Formen innerhalb der Landschaft der Friulischen Ebene. Zwei Grautöne schaffen einen feinen Kontrast zur umliegenden Landschaft und verleihen dem Projekt eine ruhige architektonische Identität. Die strukturierten Fassadenoberflächen erzeugen ein subtiles Spiel von Licht und Schatten, das Solidität, Eleganz und Beständigkeit vermittelt.
