HOMO MOBILIS AN DER WATERKANT

Um- und Neubau von „Schuppen Eins“

Wo einst Hafenkräne unermüdlich Waren verluden, entsteht heute mit der Bremer Überseestadt ein neuer Stadtteil. Mit der Umnutzung traditioneller Hafengebäude wie dem „Schuppen Eins“ gelingt der Brückenschlag zwischen Schifffahrtstradition und Aufbruch an der Weser.

Mehrere Jahrhunderte lang betrieb Bremen traditionell über den Hafen einen schwunghaften Außenhandel in alle Welt. Von dieser langjährigen Tradition zeugen bis heute die großflächigen Hafenreviere entlang der Weser. Doch wo einst das Herz der Bremer Wirtschaft schlug, wird nun mit der Überseestadt auf rund 300 Hektar ehemaliger Hafenflächen eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas verwirklicht. Um ein Gefühl für die Dimensionen des neuen Stadtteils zu bekommen, hilft ein Blick nach Hamburg: Das Areal der HafenCity umfasst „nur“ 157 Hektar.

Masterplan 2015

Im Rahmen des Masterplans entstehen bis 2025 zahlreiche Neubauten, aber auch markante Hafengebäude werden saniert und knüpfen mit ihrer Industriearchitektur an die alte Hafentradition an. Der direkt am Kai des Europahafens gelegene „Schuppen Eins“ war bei seiner Fertigstellung im Jahr 1959 der größte Hafenschuppen in Europa. Im Gegensatz zu einem Speicher, in dem Waren über einen längeren Zeitraum eingelagert werden, diente der Schuppen stets als kurzfristiger Umschlagplatz für Güter aller Art. Der Investor KJH Verwaltungs GmbH & Co. KG erwarb 2007 die nordwestliche Hälfte des denkmalgeschützten Schuppens und baute ihn bis 2013 zu einem Zentrum für Automobilkultur und Mobilität um. „Mit dem ‚Schuppen Eins’ wollten wir ein Kompetenzcenter für Mobilität von gestern, heute und morgen schaffen“, erläutert Daniel Hornung, Projektleiter des Investors. „Jetzt können Besucher beim Flanieren auf dem Boulevard Tradition und Fortschritt rund um das Automobil erleben.“

Umbaukonzept

Das Konzept für den Umbau stammt von Westphal Architekten aus Bremen, die das vorangegangene Wettbewerbsverfahren für sich entscheiden konnten. Das zweigeschossige Lagergebäude erstreckt sich über 200 Meter entlang des Hafenbeckens und ist 50 Meter tief. Im neun Meter hohen Erdgeschoss erschließt ein 150 Meter langer Boulevard die Werkstätten, Einzelhändler und Gastronomie. Im Obergeschoss entstanden neue Büros und Wohnlofts.

Über zwei Autolifts gelangen die Bewohner mit ihrem Auto ins Obergeschoss und können dort auf einer breiten Fahrstraße direkt in eine zum Wohnloft gehörende Garage fahren. Das mobilitätsaffine Umbaukonzept erwies sich als preiswürdig und wurde vom BDA Bremen mit dem BDA-Preis 2014 ausgezeichnet.

Entkernung und Rohbau

Als Generalunternehmen übernahm Züblin die Sanierung und den Umbau. Nach der Entkernung erstellte das Baugeschäft Heinrich Tillmann aus Bleckede den Rohbau. Für die neuen Wohnlofts im Obergeschoss lieferte die Heidelberger Beton GmbH Transportbeton vom Werk Industriehafen per Fahrmischer auf die Baustelle. Wände und Decken der zweistöckigen Lofts wurden aus insgesamt 1.318 Kubikmetern eines C25/30 und 913 Kubikmetern eines C30/37 erstellt, wovon 200 Kubikmeter als Easycrete C30/37 für schlanke Bauteile geliefert wurden. Sämtlicher Transportbeton musste dabei vom Betonpumpendienst Nordost der Heidelberger Beton GmbH über Schlauchpumpen zunächst über eine Steigleitung ins Obergeschoss und dann bis zu 150 Meter horizontal gepumpt werden. Für die Rezeptur bedeutete dies, dass der Beton als Zuschlag nur ein maximales Größtkorn von 16 Millimeter aufweisen durfte.

Für den Boden des landseitigen Bürotrakts lieferte die Heidelberger Beton GmbH 137 Kubikmeter Anhyment, der über eine Schneckenpumpe Estrich Boy FHS 200/3 der Firma Brinkmann mit einer Förderleistung von 12 Kubikmetern pro Stunde ebenfalls ins Obergeschoss gepumpt wurde. Über 50-Millimeter-Schläuche wurde der Calciumsulfatfließestrich als 3,5 Zentimeter Estrichschicht unter Schwabbeln für eine optimale Oberfläche auf einer Hohlraumbodenkonstruktion eingebracht. Die Bauweise bot dem Bauherrn große Flexibilität in der späteren Raumaufteilung, da sich alle Kabellagen in dem entstandenen Hohlraum verlegen lassen und so jederzeit Neuverteilungen vorgenommen werden können.⇥■

HeidelbergCement

www.heidelbergcement.de

BAUTAFEL


Projekt: Schuppen Eins, Bremen
Bauherr: KJH Verwaltungs GmbH & Co. KG, Bremen
Architekturbüro: Westphal Architekten BDA, Bremen
Generalunternehmen: Ed. Züblin AG, Bremen
Bauunternehmen: Baugeschäft Heinrich Tillmann, Bleckede
Fertigstellung: 2013
Auszeichnung: BDA Bremen: BDA-Preis 2014 Betonpumpen: Heidelberger Beton GmbH, Bereich Betonpumpen Nordost
Betonlieferant: Heidelberger Beton GmbH, Gebiet Niedersachsen-Bremen, Werk Industriehafen
Produkteinsatz: 1.318 m³ C25/30; 713 m³ C30/37; 200 m³ Easycrete C30/37; 137 m³ Anhyment CAF-C25-F5

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