Den gesamten Lebenszyklus im Blick

Nachhaltigkeit, Wohngesundheit und Einfachheit im Gebäudebetrieb

Stetig steigende Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden können einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, gehen aber oft einher mit komplexen und wartungsintensiven technischen Anlagen. Die funktionsgetrennte Bauweise von KS-Original schafft Abhilfe.

Etwa ein Drittel aller Treibhausgasemissionen weltweit geht momentan auf die Errichtung und den Betrieb von Gebäuden zurück. Aus diesen Zahlen ergibt sich eine große Verantwortung für die Baubranche – aber auch die Chance, mit konsequenten, zielgerichteten Maßnahmen einen großen positiven Einfluss auf das Erreichen der Klimaziele auszuüben. Entscheidend hierfür ist eine Architektur, die natürliche Materialien und die graue Energie, die mit der Errichtung von Gebäuden anfällt, ebenso berücksichtigt, wie den Betrieb über die – möglichst lange – Lebenszeit hinweg.

 

Über 100 Jahre wertbeständig

Für eine solche Architektur bildet Kalksandstein von KS-Original optimale Voraussetzungen. Bereits 1994 wurde eine Ökobilanz erstellt, die die positiven Eigenschaften des Baustoffs über seinen gesamten Lebenszyklus belegt. Der weiße Mauerstein wird von regional ansässigen Herstellern aus reichlich vorkommenden, heimischen Rohstoffen gefertigt, deren Gewinnung größtenteils in unmittelbarer Nähe der Werke stattfindet. Dies vermeidet von Anfang an unnötige Transportwege. Der umweltschonende Prozess in der Rohstoffgewinnung setzt sich auch in der energiearmen Herstellung fort: Die Kalksandsteine werden nicht gebrannt, sondern in Autoklaven unter Wasserdampfdruck bei gerade einmal 200° Celsius gehärtet – eine chemische Nachbehandlung ist nicht notwendig.

Die durch den Herstellungsprozess entstandenen Strukturen aus Kalk, Sand und Wasser machen den Stein besonders robust gegen äußere Einflüsse. Mauerwerk aus Kalksandstein ist daher über die gesamte Nutzungsdauer wartungsfrei und äußerst langlebig. Dass eine Lebensdauer von 100 Jahren und mehr ohne Probleme zu erreichen ist, belegen nicht nur Materialuntersuchungen, sondern auch die Häuser, die aus der Anfangszeit des „weißen Steins“ stammen, und immer noch bewohnt werden.

 

Nutzungsänderung leicht gemacht

Ebenso wichtig wie eine solide Substanz ist die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Raumanforderungen, wenn es um eine generationenübergreifende Nutzung geht. Denn wer kann schon heute mit Gewissheit sagen, was in 50 Jahren von einem Gebäude gefordert wird? Glücklicherweise lassen sich mit vorausschauender Planung trotz massiver Bauweise flexible Grundrisse entwerfen, mit denen sich Nutzungsänderungen schnell und einfach umsetzen lassen.

Ein Beispiel hierfür sind die drei Mehrfamilienhäuser am Rande des Hannoveraner Stadtteils Kronsberg-Nord. In den Dreigeschossern, die mit dem großformatigen Bausystem KS-Plus realisiert wurden, sind nach den Plänen von Kiefer | Sander Architekten BDA insgesamt 150 barrierefreie Wohnungen entstanden.

Bereits in der Entwurfsplanung wurde eine zukünftige Nutzungsänderung berücksichtigt. „Die Herausforderung bestand darin, ein Flüchtlingswohnheim zu integrieren, das nach Wohnheimverordnung genehmigt wird und zusätzlich über einen zweiten baulichen Rettungsweg verfügen musste. Im Gegensatz zu den zwei weiteren Gebäuden haben wir an dieser Stelle ein zweispänniges Haus entwickelt und den Rettungsweg über eine Stahlkonstruktion auf der Innenhofseite gelöst“, erklärt Architekt Harald Kiefer rückblickend. „Da das Wohnheim für eine temporäre Nutzungsdauer von zehn Jahren festgelegt ist, haben wir ein Haus geplant, das anschließend so zurückgebaut werden kann, dass aus dem Wohnheim später Sozialwohnungen entstehen können. Aus dem Zweispänner wird dann ein Dreispänner, und der Rettungsweg wird zu Balkonen umfunktioniert“, führt er weiter aus.

 

Mit Kalksandstein zum Passivhausstandard

Neben der grauen Energie, die mit der Errichtung von Gebäuden anfällt, ist bei der Gesamtbetrachtung auch der Verbrauch während ihres Betriebs relevant. Und auch hier tragen die bauphysikalischen Eigenschaften des Kalksandsteins zur Verringerung des Energieaufwands bei. Mit seiner hohen Rohdichte unterstützt er – neben seiner tragenden Funktion innerhalb des funktionsgetrennten Wandaufbaus – zudem beim sommerlichen wie winterlichen Wärmeschutz. Wird es beispielsweise innerhalb eines Raumes zu warm, nimmt das Kalksandsteinmauerwerk auf natürliche Weise Wärme auf und kann diese zeitversetzt, bei sinkenden Temperaturen wieder an die Raumluft abgeben. Insbesondere im Sommer macht sich dies bemerkbar, da die Kühllast geringer und die Einsparungen in der Anlagentechnik dadurch höher sind.

Für den Wärmeschutz an kalten Tagen sorgt die Wärmedämmschicht, die individuell und entsprechend dem geforderten Wärmedämmniveau geplant wird. So auch in Peine, wo im Jahr 2018 die neue Grundschule des Ortsteils Stederdorf eröffnet wurde. Geplant vom Architektur- und TGA-Planungsbüro Carsten Grobe Passivhaus, handelt es sich bei dem Neubau um eine Mischkonstruktion, bei der die tragenden Außenwände mit Kalksandsteinen von KS-Original errichtet wurden. Den äußeren Abschluss bildet eine Wärmedämmung, die teils verputzt, teils verklinkert, das Kalksandsteinmauerwerk vollständig umhüllt. Auf diese Weise werden konstruktive Wärmebrücken und deren Einfluss auf den Jahres-Heizwärmebedarf minimiert. Heute entspricht das Schulgebäude bereits dem Standard eines Passivhauses. Sollten die energetischen Anforderungen jedoch in Zukunft steigen, so ist dies Dank der funktionsgetrennten KS-Bauweise ohne Zielkonflikte möglich. Im Gegensatz zu einer monolithischen Konstruktion ist der Wärmedämmstandard allein von den Eigenschaften der dämmenden Schicht abhängig, während die tragende Kalksandsteinschicht unberührt bleibt.

 

Mehr geben als nehmen

Im Fall eines Rückbaus werden für das mineralische KS-Abbruchmaterial bereits seit vielen Jahren verschiedene Recyclingpfade genutzt. Als homogenes Material werden die Steine zum Beispiel im Straßen-, Beton- und Deponiebau oder als Vegetationsbaustoffe eingesetzt. In sortenreiner Form, das heißt frei von Verunreinigungen, Gipsputz oder Bitumen, stehen sie auch für hochwertige Verwertungswege zur Verfügung. Begünstigt durch den funktionsgetrennten Wandaufbau der KS-Bauweise werden im Rahmen eines selektiven Rückbaus einzelne Bauteilschichten voneinander separiert. Die so gewonnenen sortenreinen Kalksandsteine können in Brechanlagen zerkleinert und als Granulat zur Herstellung neuer Steine verwendet werden. Im Rahmen einer abfalllosen Produktion ist dieses Verfahren mit Reststoffen aus der Fertigung und Ausschusswaren wie Verschnitt bei KS-Original bereits gelebte Realität. Zur Wahrung der hohen bauphysikalischen Ansprüche können so rund zehn Prozent wiederverwertbares Granulat als Zuschlagsstoff in den Produktionsprozess zurückfließen.

 

KS-Original GmbH

www.ks-original.de

Serie „Einfach Bauen“

Teil 1: Einführung / Einfache Planung

Teil 2: Intelligente Vorfertigung und einfache Materialien

Teil 3: Einfachheit auf der Baustelle

Teil 4: Einfachheit im Gebäudebetrieb

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