Barrierefreie Verkehrsflächen

Amberg setzt auf Spezialmörtel für sicheres Pflaster

Seit November 2019 sind Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren in der Franziskanergasse im oberpfälzischen Amberg sicher unterwegs. In kürzester Zeit wurde hier eine rund 140 Meter lange Kopfsteinpflasterstrecke saniert.

Um eine möglichst ebene Fläche zu schaffen und den Komfort für die Verkehrsteilnehmer deutlich zu erhöhen, wurde das Altmaterial aus den Fugen entfernt und mit dem Korodur Reparaturmörtel neu verfugt. Anschließend wurden die Oberflächen der Steine mit einem speziellen Feinstfräswerkzeug abgefräst. Ermöglicht wurde dieses zeitsparende, effektive und nachhaltige Verfahren durch den Einsatz des Reparaturmörtels Mortar Mix aus dem Hause des ebenfalls in Amberg beheimateten Herstellers Korodur. Bei der Sanierung der Franziskanergasse handelte es sich um ein Pilotprojekt der Stadt Amberg, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Förderprogramms zur Verbesserung des Radverkehrs bezuschusst wurde. Das Fazit dieses Tests fällt aus Sicht der Stadt Amberg durchweg positiv aus.

 

Optimierte Befahrbarkeit, weniger Abrollgeräusche

„Die Sanierung hat zum einen für Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer die Befahrbarkeit optimiert. Zum anderen haben sich auch die Abrollgeräusche der Autos und Lieferfahrzeuge wesentlich verringert. Sehr vorteilhaft war auch, dass der betroffene Straßenabschnitt nicht lange abgesperrt werden musste. So konnte der Verkehr durchgängig weiter fließen“, erklärt Josef Setzer, stellvertretender Leiter des Amberger Tiefbauamts.

Johannes Heckmann, Inhaber von Korodur, hatte den Einsatz des hier angewendeten Verfahrens vorgeschlagen. Seine Firma sammelte mit dem ökologisch nachhaltigen Produkt bereits sehr gute Erfahrungen und stellte fest, dass Mortar Mix aufgrund seiner speziellen Materialeigenschaften für Pflastersanierungen perfekt geeignet ist: Mortar Mix verkrallt sich in kürzester Zeit mit dem Pflaster.

 

Erster Test 2017 in Lenningen

Der nicht-metallische und von Chloriden freie Baustoff aus dem Rapid-Set-Sortiment von Korodur ist ein mineralischer, schnellerhärtender und schwundneutraler Reparaturmörtel. Die Idee, Mortar Mix für Pflastersanierungen einzusetzen, entwickelte der Korodur-Außendienstmitarbeiter Jens Lang gemeinsam mit Günter Durst vom Baustoffhandel Wölpert (Kuchen) und Manfred Blessing, Geschäftsführer des Betonsanier- und Verlegebetriebs Blessing (Notzingen).

2017 wurde Jens Lang vom Baustoffhandel Wölpert angesprochen, der nach geeignetem Material für eine solche Maßnahme in der Gemeinde Lenningen (Baden-Württemberg) suchte. Ein Natursteinpflaster sollte neu ausgefugt und anschließend abgefräst werden, um die Fläche barrierefrei nutzen zu können.

Auf dem Markt waren für solche Arbeiten aber nach Kenntnis des Baustoffhändlers noch keine überzeugenden Lösungen für die Fugen erhältlich, die es ermöglicht hätten, die Steine abzufräsen, ohne das Pflaster erneut zu beschädigen. Bei anderen Materialien sollen häufig schon nach kurzer Zeit Risse entstanden sein.

Jens Lang kannte die besonderen Produkteigenschaften von Mortar Mix bereits aus verschiedensten Anwendungen und startete gemeinsam mit Wölpert sowie der Blessing GmbH im Auftrag des Lenninger Tiefbauamts auf 15 Quadratmetern einen ersten Versuch. „Dieser Test verlief auf Anhieb erfolgreich und bildete die Grundlage für ein neues Verfahren, das sich immer wieder bewährt hat. In wenigen Stunden war das Projekt abgeschlossen, und wir konnten unsere Erkenntnisse inzwischen für weitere Sanierungen nutzen“, blickt Jens Lang zurück.

 

Minutiöser, einfacher Ablauf

In der Folge wurden in Lenningen auf diese Weise rund 300 Quadratmeter Pflasterfläche ausgefugt und egalisiert. Weil für das Abfräsen der Steine sowohl fundiertes Know-how als auch spezielle Maschinen benötigt werden, hat sich die Kombination aus Korodur-Reparaturmörtel und der Verarbeitung durch die Firma Blessing als ideale Verbindung herausgestellt. Insbesondere die Herstellung ansatzloser Flächen für glatte Übergänge ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, das sich nur mit hochwertigen Maschinen erzielen lässt.

Der Ablauf: Zunächst wird das bestehende Fugenmaterial mit einem Hochdruckreiniger (> 300 bar) aus dem Pflaster entfernt. Nach einer kurzen Trocknungsphase wird ein sogenannter Oberflächenverzögerer appliziert. Nach einer weiteren Trocknung (in der Regel innerhalb von 30 Minuten) wird Mortar Mix flüssig auf die Fläche eingeschwemmt. Bei einer Fugentiefe von drei bis fünf Zentimetern werden rund 20 Kilogramm pro Quadratmeter aufgebracht. Eine Stärke des Reparaturmörtels zeigt sich in der besonders kurzen Aushärtungsphase. Je nach Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit etc. dauert es lediglich ein bis zwei Stunden – schon kann der Handwerksbetrieb damit beginnen, das Pflaster im Rahmen einer Sanierung zu reinigen und die Oberfläche gegebenenfalls abzufräsen.

 

Weitere Projekte bereits in der Planung

Aufgrund der positiven Erfahrungen ist unter anderem in Amberg geplant, das Verfahren bei der Sanierung weiterer Pflasterflächen einzusetzen. Voraussetzung ist, dass auf dem entsprechenden Straßenabschnitt keine weiteren Arbeiten an Ver- und Entsorgungsleitungen vorgesehen sind und dass die Fahrbahn eine ausreichende Tragfähigkeit besitzt. Außerdem muss die Strecke auch von Fahrradfahrern zu nutzen sein. Die Stadt Amberg möchte die Erneuerung der Radwege möglichst bald angehen. Noch bis zum 31. Dezember 2020 können Kommunen hierfür Mittel aus dem Förderprogramm des BMVI beantragen.

Korodur Westphal Hartbeton GmbH & Co. KG

www.korodur.de

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