Supermarkt aus dem 3D-Betondrucker
Neuer Maßstab für automatisiertes und nachhaltigeres BauenIn Neubulach entsteht der weltweit erste Supermarkt im 3D-Betondruck – und das mit deutlicher CO2-Reduzierung. Was bislang vor allem bei Pilotprojekten, Wohngebäuden oder kleineren Referenzobjekten zum Einsatz kam, wird hier erstmals auf einen realen Handels- und Gewerbebau im industriellen Maßstab übertragen.
In Neubulach entsteht der weltweit erste Supermarkt im 3D-Betondruck
© Aleksej Keksel
Nelcon verbindet auf der Baustelle digitale Bauvorbereitung, Maschinenbetrieb und Baustellenkoordination zu einem durchgängigen Prozess
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Das Projekt verbindet zwei zentrale Zukunftsthemen der Bauindustrie: automatisierten 3D-Betondruck und CO2-reduzierte Baustoffe. Zum ersten Mal kommt dabei evoZero, der weltweit erste Zement auf Basis von CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage), in Kombination mit mobilem 3D-Betondruck zum Einsatz. Die CO2-Reduktion bei evoZero wird durch den Einsatz innovativer CO2-Abscheidetechnologie im Werk Brevik von Heidelberg Materials in Norwegen erzielt, wobei das abgeschiedene CO2 dauerhaft im Meeresboden gespeichert wird. Getragen wird das Projekt von einem starken Partnernetzwerk: Instatiq stellt die 3D-Drucktechnologie bereit, Nelcon (Joint Venture von Züblin und Instatiq) verantwortet die Ausführung vor Ort und Heidelberg Materials liefert den speziell entwickelten 3D-Druckbeton mit dem Near-Zero-Zement evoZero. Bauherr ist die Bäckerei Sehne, zukünftiger Mieter Netto Marken-Discount. Das Rohbauunternehmen Köhler, das Planungsbüro S&L sowie Tragwerksplanung Stetter-Maier-Schmid Ingenieure begleiten das Projekt in der Umsetzung.
Andreas Lutz von der Sehne Backwaren KG: „Als Bauherr freuen wir uns, mit diesem Projekt eine innovative Bauweise in die Praxis zu bringen. Wir investieren damit nicht nur in einen neuen Standort, sondern auch in zukunftsfähige Bauprozesse.“
1.300 Quadratmeter Wandfläche – 292 Kubikmeter Druckbeton – Vier Wochen
Heidelberg Materials liefert den speziell entwickelten 3D-Druckbeton mit dem Near-Zero-Zement evoZero
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Mit mehr als 1.300 Quadratmeter gedruckter Wandfläche, rund 292 Kubikmeter Druckbeton und Wandhöhen von bis zu sieben Metern ist das Projekt derzeit weltweit das größte realisierte 3D gedruckte Gebäude. Die Wandflächen entstehen nahezu vollständig im 3D-Druck mit dem mobilen Instatiq P1 („Progress One“). In einzelnen Bauphasen kamen erstmals zwei parallel arbeitende mobile 3D-Betondrucker Instatiq P1 zum Einsatz. Ein wesentlicher Vorteil des Systems liegt darin, dass die Roboter auf der Baustelle abschnittsweise umgesetzt und neu positioniert werden können. So lassen sich auch großflächige Gebäude schrittweise direkt vor Ort mit einer oder mehreren Maschinen drucken. Ergänzt wird die Konstruktion durch konventionelle Bauteile wie Stützen und Ringbalken. Die direkte Umsetzung digitaler Entwurfsdaten durch den Drucker innerhalb weniger Wochen verdeutlicht das Potenzial für schnellere Bauprozesse und die Integration in reale Abläufe. „Mit dem ersten 3D-gedruckten Supermarkt zeigen wir, dass unsere Technologie im realen Gewerbebau angekommen ist. Das Projekt etabliert den 3D-Druck im industriellen Maßstab als wirtschaftlich relevanten Bauprozess unter realen Baustellenbedingungen“, so Markus Schilling von Instatiq.
Instatiq stellt die 3D-Drucktechnologie für dieses außergewöhnliche Projekt bereit
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Nelcon verbindet auf der Baustelle digitale Bauvorbereitung, Maschinenbetrieb und Baustellenkoordination zu einem durchgängigen Prozess. Chris Brandstätt, Technischer Geschäftsführer bei Nelcon, erläutert: „Für uns ist das Projekt ein wichtiger Schritt, um 3D-Betondruck in größere Bauvorhaben zu überführen. Besonders die Verzahnung mit klassischen Rohbauprozessen stand dabei im Fokus.“ Und Friedemann Waidelich, Geschäftsführer bei Köhler Bauunternehmung Wildberg ergänzt: „Die Kombination aus 3D-Druck und konventionellem Rohbau erfordert eine enge Abstimmung aller Gewerke. In Neubulach zeigen wir, wie sich beide Welten praxisnah und effizient miteinander verbinden lassen.“
Signifikante CO2-Reduktion durch Einsatz des Near-Zero Zements evoZero
Als 3D-Druckbeton kam ein speziell entwickelter Transportbeton von Heidelberg Materials zum Einsatz, der für den mobilen 3D-Druck optimiert wurde. Er zeichnet sich durch hohe Pumpfähigkeit, Formstabilität und schnelle Festigkeitsentwicklung aus – entscheidende Eigenschaften für den automatisierten Bauprozess.
Als 3D-Druckbeton kommt ein speziell entwickelter Transportbeton von Heidelberg Materials zum Einsatz
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Durch den zusätzlichen Einsatz von evoZero, dem weltweit ersten Near-Zero-Zement auf Basis von CO2-Abscheidung und -Speicherung, wird der CO2-Fußabdruck direkt im Herstellprozess reduziert. Spannend ist dabei die Kombination mit dem 3D-Druckbeton aus dem Fahrmischer, denn dank evoZero kann deutlich CO2 eingespart werden, ohne die Rezeptur oder Produktion anpassen zu müssen. Gerade für den technisch anspruchsvollen 3D-Druckbeton ist das ein entscheidender Vorteil. „Bei diesem Projekt gestalten wir die Zukunft des Bauens aktiv mit, weil hier zwei zukunftsweisende Ansätze unter realen Bedingungen zusammenkommen und funktionieren: innovative Materialien und neue Bauverfahren“, fasst Matthias Fischer von Heidelberg Materials zusammen.
3D-Betondruck im Handelsbau angekommen
Die Wandflächen entstehen nahezu vollständig im 3D-Druck
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Supermärkte und vergleichbare Gebäudetypen stellen hohe Anforderungen an Bauzeit, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Das Projekt in Neubulach zeigt, dass sich 3D-Betondruck für standardisierte Gebäude mit großen Wandflächen und klar strukturierten Abläufen eignet – und sich gleichzeitig in reale Bauprozesse integrieren lässt.
„Mit unserer Filiale in Neubulach setzt Netto Marken-Discount ein starkes Zeichen für die Zukunft des Handelsbaus: Der Einsatz von 3D-Druck und CO2-reduziertem Beton zeigt, wie sich innovative Technologien bereits heute effizient und nachhaltiger im Filialbau einsetzen lassen. Als Lebensmittelhandel entwickeln wir unser Filialnetz gezielt weiter – mit dem Anspruch, Ressourcen zu schonen, Bauprozesse zu beschleunigen und zugleich eine leistungsstarke Nahversorgung für unsere Kundinnen und Kunden zu günstigen Preisen sicherzustellen“, sagt Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation bei Netto Marken-Discount.
Mit dem 3D-gedruckten Netto-Filialstandort setzen die Projektpartner gemeinsam ein Zeichen für Automatisierung, Materialinnovation und partnerschaftliche Umsetzung im Bauwesen.
Heidelberg Materials
www.heidelbergmaterials.com
