Quer ans Denkmal angedockt

Moderner Erweiterungsbau mit Tonality-Fassadenkeramik

Die baden-württembergische Gemeinde Ofterdingen ist beliebt und wächst weiter: Weil das historische Rathaus daher an seine Kapazitätsgrenzen stieß, wurde es um einen Neubau erweitert. Dieser zeichnet sich insbesondere durch seine naturnahe Konstruktion aus Holzständerbauweise in Kombination mit einer Tonality-Keramikfassade aus. Gemischt wurden dabei Keramikelemente mit profilierter Reliefoberfläche und vor die Fenster gesetzte Baguettes – auch Squares genannt –, die die Architektur des Gebäudes mit ihrer Semitransparenz zusätzlich betonen. 

Das historische Rathaus in Ofterdingen wurde um einen Anbau mit Tonality-Keramikfassade ergänzt
© buero-magma.com

Das historische Rathaus in Ofterdingen wurde um einen Anbau mit Tonality-Keramikfassade ergänzt
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Alt trifft neu: Das 1523 erbaute, denkmalgeschützte Rathaus in Ofterdingen (Kreis Tübingen) hat einen Erweiterungsbau mit einer vorgehängten hinterlüfteten Tonality-Keramikfassade von Leipfinger-Bader erhalten. Denn das historische Gebäude erwies sich zunehmend als zu eng und zu klein, um die Geschicke der Stadtverwaltung langfristig zu lenken. Die kommunalen Aufgaben wachsen stetig weiter und werden vielfältiger, sodass im Rathaus mehr Personal benötigt wurde. Für mehrere Arbeitsplätze mussten zuletzt sogar Räumlichkeiten von privat angemietet werden.

Im rechten Winkel zueinander

Der Neubau ist großzügig angelegt und stellt das historische Ofterdinger Rathaus dennoch gekonnt in
den Mittelpunkt
© buero-magma.com

Der Neubau ist großzügig angelegt und stellt das historische Ofterdinger Rathaus dennoch gekonnt in
den Mittelpunkt
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Der Neubau setzt nun ein klares Zeichen für eine moderne Verwaltung und schafft Raum für zusätzliche Arbeitsplätze. Das Architekturbüro Glück + Partner GmbH aus Stuttgart entwarf in diesem Kontext einen modernen Neubau, der quer an das alte Rathaus andockt – mehr als doppelt so groß, dabei aber schlank, langgestreckt und harmonisch. Vor dem Gebäude befindet sich nun ein großzügiger Vorplatz, dahinter ein Garten samt Fußweg. Maßnahmen, die das Umfeld um das Rathaus aufwerten und stärken. Auch der denkmalgeschützte Bestandsbau wird in diesem Zusammenhang umfassend saniert. Die Fertigstellung ist für Oktober 2025 geplant.

Holz trifft auf Keramik

Im Sinne einer einheitlichen Baustoffstrategie setzten Glück + Partner die historische Holzbauweise des alten Rathauses mit Fachwerkträger auch beim Neubau fort. Verantwortlich für die Konstruktion der Wände und des Daches zeichnete sich dabei die Dieringer Holzbau GmbH, die den Anbau in Holzbauweise mit einer Kombination aus Holzständerwänden und Brettsperrholz-Elementen realisierte. Weil sie besonders leicht und robust ist, ist die vorgehängte hinterlüftete Tonality-Keramikfassade prädestiniert in Kombination mit der Holzbauweise. Da die Keramik einschalig produziert wird, ist sie im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen besonders leicht. Der Vorteil dabei: Die Unterkonstruktion kann minimiert werden. Dadurch wird sie zugleich leichter und die Anzahl an Verankerungen verringert sich. Die innenliegende Dämmung minimiert darüber hinaus die Gesamt-Aufbauhöhe an der Fassade. Daraus resultieren sowohl eine spürbare Gewichts- als auch Kostenreduktion – bei ausgezeichneten Brandschutzeigenschaften.

Naturnahe Farbgestaltung

Die Baguettes verfügen über eine quadratische Form und sind dabei innen hohl. Sie werden in einem speziellen Verfahren hängend produziert, so dass keine Abdrücke auf der Oberfläche entstehen
© buero-magma.com

Die Baguettes verfügen über eine quadratische Form und sind dabei innen hohl. Sie werden in einem speziellen Verfahren hängend produziert, so dass keine Abdrücke auf der Oberfläche entstehen
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Ofterdingen liegt idyllisch zwischen der Schwäbischen Alb und dem Landschaftsschutzgebiet Rammert. Der Ort ist umgeben von viel Grün. Diese Naturnähe spiegelt sich auch in dem neuen Verwaltungs­gebäude wider. Einerseits in der Kombination der Naturmaterialien Holz und Keramik, andererseits in der individuellen, bei Tonality stets objektbezogenen Geometrie- und Farbgestaltung der Keramik. Beim neuen Verwaltungsgebäude entschieden sich die Verantwortlichen dabei für den Farbton „Creme“. Mit seiner natürlichen Ausstrahlung passt sich dieser besonders gut an den historischen Teil des Rathauses an und setzt dessen natürliche Ausstrahlung schlüssig fort.

Dynamische Fassade

Die Giebelseite des Neubaus wurde komplett mit keramischen Baguettes gestaltet. Dies lockert die Fassade nochmals auf und sorgt dafür, dass der Neubau nicht wie ein bewegungsloser Fremdkörper wirkt
© buero-magma.com

Die Giebelseite des Neubaus wurde komplett mit keramischen Baguettes gestaltet. Dies lockert die Fassade nochmals auf und sorgt dafür, dass der Neubau nicht wie ein bewegungsloser Fremdkörper wirkt
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Bei diesem Projekt kam die Fassadenkeramik in zwei unterschiedlichen Ausführungen zum Einsatz: als profiliertes Plattenelement sowie als Baguette/Square. Die Platten erstrecken sich dabei über eine Gesamtfläche von circa 500 Quadratmetern und bedecken damit einen Großteil des Gebäudes. So umschmeicheln sie unter anderem auch den Eingangsbereich des Gebäudes und lassen den aufgesetzten Schriftzug „Rathaus“ optimal zur Geltung kommen. Die Elemente sind dabei abwechslungsreich profiliert. Die Relief­optik – ein Unikat für jedes einzelne Gebäude – wirkt besonders lebendig und abwechslungsreich. Die einzelnen Elemente verfügen über unterschiedlich ausgeprägte, im Wechsel angeordnete Stege. Die Erhebungen erzeugen eine dynamische Oberflächenstruktur, die je nach Tageszeit durch Licht und Schatten zusätzlich betont wird. Alle Keramikelemente verfügen über dieselbe Breite, aber über unterschiedliche Höhen, was dem Äußeren eine zusätzliche Abwechslung verleiht.

Vor die Fenster gesetzt

Chamäleonartig gibt sich die Baguette-Fassade entweder als schwarz-creme-gestreift oder als überwiegend cremefarben zu erkennen
© buero-magma.com

Chamäleonartig gibt sich die Baguette-Fassade entweder als schwarz-creme-gestreift oder als überwiegend cremefarben zu erkennen
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Ein weiterer Blickfang sind die 4.000 laufenden Meter keramische Baguettes. Sie zieren die komplette Giebelseite des Neubaus sowie Teile der Fenster. Sie wurden als gestalterisches Element buchstäblich vor die Fenster gesetzt, lassen aber dennoch ausreichend Licht ins Innere. Die Baguettes verfügen über eine quadratische Form von 60 mal 60 Millimetern à 1,8 Meter Länge und wiegen je 8,7 Kilogramm. Sie wurden präzise vorgefertigt und vor Ort montiert. Die Baguettes führen dabei die Reliefstruktur ihrer vertikal montierten Plattenpendants optisch fort und schaffen damit einheitliche Übergänge.

Auf diese Weise sind eine moderne, abwechslungsreiche Fassade und ein nachhaltiger Neubau entstanden, der die Werte und Eigenschaften der Stadtverwaltung Ofterdingen selbstbewusst nach außen präsentiert. Der denkmalgeschützte Alt- und der darauf abgestimmte Neubau ergeben in Kombination einen stimmigen Blickfang, der zum Betreten einlädt. Dabei ist die Keramik­fassade auf Langfristigkeit über Jahrzehnte hinweg ausgelegt. Sollte das neue Gebäude beispielsweise mit Graffiti-Schmierereien beschädigt werden, lassen sich diese mit herkömmlichen Putzmitteln einfach und schnell entfernen, ohne dass Reste in der naturnahen Oberfläche verbleiben. Die Resistenz der Keramik gilt dabei zuverlässig auch in Bezug auf UV-Strahlung sowie Wetter- und sonstige Umwelteinflüsse.

Tonality GmbH
www.tonality.de

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