Gelungene Städtebauförderung

Pflaster mit EPDM-Fuge

Das Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ unterstützt Kommunen bei der Anpassung von Quartieren. In Landstuhl wurde seit 2024 eine Haupteinkaufsstraße mit Betonpflaster und werkseitig fixiertem EPDM-Fugenfüllstoff umgestaltet.

Um Städte und Gemeinden dabei zu helfen, ihre baulichen Strukturen und den öffentlichen Raum an neue und sich ändernde Bedarfe anzupassen, hat die Bundesregierung das Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebenswerte Quartiere gestalten“ ins Leben gerufen. Es ist Teil der grundlegend neu geordneten Städtebauförderung, die seit 2020 mit reduzierten Programmen arbeitet, um flexibler auf demografische und wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Das Programm unterstützt Kommunen, die von funktionalen Strukturveränderungen, Schrumpfung oder Wachstum betroffen sind, bei der Gestaltung lebenswerter Quartiere. Im Rahmen dieser Förderung erfolgte in der Sickingenstadt Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz seit 2024 die Umgestaltung einer ihrer Haupteinkaufsstraßen. Zum Einsatz kam dabei ein Betonpflasterbelag mit einem werkseitig fixierten Fugenfüllstoff aus dem Material EPDM.

Mehrere Gründe sprachen dafür, die Landstuhler Kaiserstraße zwischen Hauptstraße bis zum Anschluss an die Saarbrücker Straße umzubauen: Einerseits war die Oberfläche in einem schlechten baulichen Zustand, andererseits wies der Bereich kaum Gestalt- und Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Besucher der Innenstadt auf. Vielmehr war der Straßenraum relativ breit und überwiegend verkehrstechnisch geprägt. Im Rahmen der Stadterneuerungsmaßnahme sollten deshalb durch die Um- und Neugestaltung des Straßenraums seine Aufenthaltsqualität verbessert, Gefahrenstellen für Fußgänger reduziert und die Fußgängerfunktion stärker betont werden. Hierzu Dipl.-Ing. Marco Zwick-Kyas, Leiter des Fachbereichs Tiefbau bei der Verbandsgemeindeverwaltung Landstuhl: „Neben der in diesem Zuge auch erfolgten Erneuerung der unterirdischen In-frastruktur, bestand das Ziel der Maßnahme in erster Linie in einer funktionalen und gestalterischen Attraktivierung des Straßenraums. Beitragen hierzu soll ein neues ansprechendes Stadtmobiliar, die Schaffung neuer Sitzmöglichkeiten und Spielmöglichkeiten für Kinder sowie eine neue atmosphärische Beleuchtung. Darüber hinaus sollten Konfliktpotenziale zum Beispiel durch Mischverkehrsflächen und eine Ausweitung der Gehwegbereiche mit verbesserter Aufenthaltsqualität reduziert werden“, so Zwick-Kyas.

Maximaler Lastabtrag bis einschließlich Bk 3,2

Eine wichtige Rolle nahm in diesem Kontext auch der verwendete Straßenbelag ein. Aus gestalterischen Gründen sollten sich die höhengleich anzulegenden, verbreiterten Gehwege optisch deutlich von der dun-klen Asphaltfahrbahn absetzen. „Daher kam für uns hier nur ein farblich ansprechender Betonpflasterbelag in Frage“, so Zwick-Kyas. Die Wahl fiel auf das CombiConnect-Pflastersystem vom Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Auf einer Fläche von circa 6.000 Quadratmeter erfolgte der Straßenausbau niveaugleich mit zweiseitiger Anordnung einer Muldenrinne aus Betonsteinen. Das CombiConnect-Pflaster wurde im Format 18/30/10 Zentimeter in den Farben buntsandstein und anthrazit von der Firma Hösgören GmbH aus Rodenbach eingebaut. Dieses Pflaster wird weder mit Sand noch mit Splitt verfugt. Stattdessen sind die Fugen mit dem Hochleistungsfugenfüllstoff EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) ausgebildet. Damit es zu einem dynamischen Lastabtrag zwischen den Steinen kommt – die Fläche also Belastungen abfangen kann, ist bei diesem System die Fuge dank des EPDM stets richtig ausgeprägt. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich hierbei um ein dynamisches Material, welches sich sehr gut für einen maximalen Lastabtrag bis einschließlich Bk 3,2 eignet. Die Steine sind bereits werkseitig damit ausgestattet. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von circa 4 Millimeter, was eine Verkehrsbelastung auch durch schwerere Fahrzeuge problemlos ermöglicht, ohne dass es zu Schäden kommt. Zwick-Kyas: „Dies war uns hier auch besonders wichtig, da die niveaugleichen Gehwege immer mal wieder überfahren werden und es auch zahlreiche Einfahrten zu den Grundstücken im sanierten Bereich gibt.“

Wartungsfreie Fugen

Nach Angaben des Planers überzeugte dieses System aber auch deshalb, da die fertig verlegten Flächen eine wartungsfreie Fuge haben. „Hier kann kein Splitt oder Sand aus den Fugen gespült werden. Der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist dabei völlig unbedenklich – auch Fehler beim Einsanden sind bei diesem System ausgeschlossen“, so Zwick-Kyas. Zudem versichert der Hersteller: Auch zukünftige Aufbrüche der Flächen durch Versorger sind kein Problem, da eine Bauteilentnahme und Wiederherstellung unproblematisch ist. „So erfolgte zum Beispiel die Verlegung der Glasfaserkabel bei einem anderen mit diesem Steinsystem befestigten Objekt auch teilweise noch nach Fertigstellung der Flächen noch problemlos“, bemerkt Zwick-Kyas.

Nach Abschluss des vierten Bauabschnitts soll die Maßnahme Ende 2027 fertig gestellt sein. Das zentrale Großprojekt zur Innenstadtentwicklung schlägt für die Stadt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 6 Millionen Euro zu Buche, wobei das Land Rheinland-Pfalz die Entwicklung der Innenstadt und der Kaiserstraße mit signifikanten Mitteln aus verschiedenen Programmen, u.a. aus dem Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebenswerte Quartiere gestalten“ bezuschusst.

 

Betonwerk Pfenning GmbH

www.beton-pfenning.de

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