Aufwertung des öffentlichen Raums

Ortsdurchfahrt Mengerskirchen zukunftsfähig gestaltet

Ortsdurchfahrten übernehmen heute weit mehr als die Funktion einer Verkehrsverbindung. Sie sind Lebensraum, Begegnungsstätte und prägen das Erscheinungsbild einer Kommune maßgeblich. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die verwendeten Baustoffe.

Neben einer ansprechenden Gestaltung müssen diese dauerhaft den Belastungen des täglichen Gebrauchs standhalten, wirtschaftlich zu unterhalten und zugleich sicher und komfortabel zu nutzen sein. Dies gilt insbesondere für Gehwege, die gleichermaßen von Fußgängern, mobilitätseingeschränkten Personen sowie regelmäßig auch von Liefer- und Einsatzfahrzeugen beansprucht werden. Werden diese gepflastert, so beobachten Planer in der Praxis jedoch immer wieder Schäden, denn die dauerhafte Funktionsfähigkeit von Pflasterflächen hängt maßgeblich von einer regelgerechten Ausbildung der Fugen ab. Werden Pflastersteine ohne ausreichenden Fugenabstand verlegt, kann das Fugenmaterial seine Funktion als elastischer Lastverteiler nicht erfüllen. Die Folge können Kantenabplatzungen, Verschiebungen innerhalb der Fläche oder im ungünstigsten Fall Schäden am Pflasterbelag sein. Der „Marktflecken“ Mengerskirchen im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg setzt bei der Sanierung des Belags für die Gehwege aus diesem Grund auf ein Steinsystem, das eine optimale Fugenfüllung gewährleistet und somit Schäden, die auf eine mangelhafte Fugenausprägung zurückgehen vermeidet.

Ortdurchfahrt grundlegend erneuert

Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit präsentiert sich die Ortsdurchfahrt von Mengerskirchen seit dem Frühjahr 2026 grundlegend erneuert. Im Rahmen einer Gemeinschaftsmaßnahme des Marktfleckens Mengerskirchen und der Straßenbaubehörde Hessen Mobil wurde die Landesstraße 3046 nicht nur verkehrstechnisch modernisiert, sondern auch der öffentliche Raum deutlich aufgewertet. Neben der grundhaften Erneuerung der Fahrbahn standen insbesondere die Neugestaltung der Gehwege sowie die Erneuerung der unterirdischen Infrastruktur im Mittelpunkt der Baumaßnahme. Kai Gerhardt von der artec Ingenieurgesellschaft mbH aus Limburg erläutert die Hintergründe: „Bisher war die Ortsdurchfahrt aufgrund der teilweise engen Bebauungssituation durch sehr unterschiedliche Straßenquerschnittsbreiten geprägt. Insbesondere in der alten Ortsmitte fanden sich zu schmale Bereiche von nur 8,50 Meter. Ausreichende Gehwegbreiten waren daher in großen Teilen kaum vorhanden. Abschnittsweise waren auch nur geringe Schrammborde vorhanden. Im Zuge der grundhaften Erneuerung der Ortsdurchfahrt sollten daher die Fahrbahnbreiten vereinheitlicht sowie beidseitig nutzbare Gehwege in einer Breite von mindestens 1,50 Meter erreicht werden. Mit Hilfe einer geeigneten Flächenbefestigung sollte nun dem Ortskern auf einer Länge von circa 1,4 Kilometer wieder ein harmonisches Erscheinungsbild gegeben werden“, so Gerhardt. Gesucht war ein Pflasterbelag, der den dörflichen Charakter aufgreift, gleichzeitig aber auch eine dauerhaft stabile Lösung bietet. Herkömmliches Pflaster schied aus, weil nach Erfahrung der verantwortlichen Planer bei der Pflasterverlegung der erforderliche Fugenabstand allzu oft nicht eingehalten wird. Auf den ersten Blick scheinen solche Flächen zwar stabil – über kurz oder lang ergeben sich jedoch Schäden, weil sich Verkehrsbelastungen nicht mehr über die Fläche verteilen können.

 

Pflastersystem: Ideal VSS mit

Verschiebe-Schutz-System

Aus diesem Grund entschieden sich die Planer für das Pflastersystem Ideal VSS aus dem Betonsteinwerk Hermann Meudt in Wallmerod. Dieses setzt genau bei dem Thema Fugenabstand an: VSS steht für Verschiebe-Schutz-System und beschreibt eine besondere Verbundtechnologie der Pflastersteine. Verdeckte Abstandhalter mit einer kombigeometrischen Nockenausbildung gewährleisten eine optimale Fugenbreite und unterstützen die vollständige Füllung der Fugen mit geeignetem Fugenmaterial. Gleichzeitig werden direkte Betonkontakte zwischen den Steinen auf ein Minimum reduziert. Dadurch erfolgt die Lastübertragung nicht punktuell von Stein zu Stein, sondern gleichmäßig über das Fugenmaterial auf die benachbarten Elemente. Dies trägt nach Aussage des Planers wesentlich zur dauerhaften Stabilität des Pflasterbelages bei. Damit verfügt es über eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber den im öffentlichen Raum auftretenden Belastungen. Auch wenn Gehwege überwiegend dem Fußgängerverkehr dienen, werden sie regelmäßig von Müllfahrzeugen, Lieferdiensten oder Einsatzfahrzeugen befahren. Entsprechend wichtig ist eine Flächenbefestigung, die sowohl den Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit als auch an die Dauerhaftigkeit gerecht wird.

 

Hoher Nutzungskomfort und attraktives Flair

Neben den technischen Eigenschaften spielte bei der Auswahl des Pflastersystems, das in den Formaten 30 x 22,5, 15 x 22,5 und 15 x 15 Zentimeter in einer Dicke von 10 Zentimeter verlegt wurde, auch der Nutzungskomfort eine wichtige Rolle. Das Ideal VSS-Pflaster verfügt über eine Mikrofase und gilt gleichzeitig als besonders gehfreundlich. Im Vergleich zu stärker gefasten Pflastersteinen ergeben sich angenehm begehbare Oberflächen, die insbesondere auch für mobilitätseingeschränkte Personen von Vorteil sind. Gleichzeitig wird die Gefahr von Kantenabplatzungen reduziert, wodurch die hochwertige Optik der Fläche langfristig erhalten bleibt. Neben den Stabilitätseigenschaften spielte aber auch die Optik des Pflasters in Mengerskirchen eine wichtige Rolle. Deshalb wählte man den Farbton Muschelkalk. Dieser passt sehr gut in den dörflichen Charakter und gibt dem gesamten Areal ein attraktives Flair.

 

Dauerhaft und wirtschaftlich

Gerade bei kommunalen Bauprojekten gewinnen Aspekte der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zunehmend an Bedeutung. Dauerhaft funktionierende Pflasterflächen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Schäden und damit verbundene Instandsetzungsmaßnahmen lassen sich durch geeignete konstruktive Lösungen reduzieren. Gleichzeitig bietet die Pflasterbauweise gegenüber monolithischen Belägen Vorteile bei später notwendigen Leitungsarbeiten, da einzelne Bereiche vergleichsweise einfach aufgenommen und nach Abschluss der Arbeiten wieder hergestellt werden können.

Mit der grundhaften Erneuerung der Ortsdurchfahrt wurde in Mengerskirchen nicht nur die Verkehrsin-frastruktur modernisiert. Die neugestalteten Gehwege leisten zugleich einen Beitrag zur gestalterischen Aufwertung des Ortsbildes und schaffen dauerhaft nutzbare öffentliche Räume. Das eingesetzte Ideal VSS-Pflastersystem verbindet dabei hohe technische Anforderungen mit Komfort und einer ansprechenden Gestaltung – Eigenschaften, die insbesondere bei kommunalen Infrastrukturprojekten von zunehmender Bedeutung sind.

 

Hermann Meudt Betonsteinwerk GmbH

www.meudt-betonsteinwerk.de

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