Wartungsfreie Flächenbefestigung
Neuer Pflasterbelag für Wörrstadts VersorgungsachseMit dem Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ unterstützten Bund und Länder zwischen 2010 und 2019 insbesondere kleinere Städte und Gemeinden in ländlichen, vom demografischen Wandel betroffenen Räumen abseits von Verdichtungszentren.
Ziel war, diese Orte als wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ankerpunkte für die Region zukunftsfähig zu gestalten. Durch das Programm sollten die zentralörtlichen Versorgungsfunktionen dauerhaft, in angemessener Form und auf hohem Niveau für die Bevölkerung der Städte und Umlandgemeinden gesichert werden, um die Lebensqualität und Attraktivität dieser Kommunen im ländlichen geprägten Einzugsbereich langfristig zu stärken. Auch Wörrstadt im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz hat mit Hilfe dieses Förderprogramms durch gezielte Maßnahmen sein Stadtzentrum aufgewertet. Bis in den Mai 2026 liefen in diesem Rahmen die Arbeiten für die Sanierung einer der zentralen Straßen in der Ortsmitte. Bei der Befestigung des Straßenbelags setzten die Verantwortlichen auf einen besonders wartungsarmen Betonpflasterbelag.
Die Friedrich-Ebert-Straße spielt für Wörrstadt eine wichtige Rolle als zentrale Versorgungsachse. Entlang der Straße befinden sich zahlreiche Geschäfte des täglichen Bedarfs. Die bisherige Ausführung mit asphaltierter Fahrbahn und Gehwegen aus Doppelverbundpflaster entsprach jedoch nicht mehr den Anforderungen an einen modernen und einladenden Ortskern. Daher entschied sich die Gemeinde für eine umfassende Sanierung. Ziel war es, die Straße durch einen passenden Pflasterbelag optisch aufzuwerten und zugleich eine langlebige Lösung zu schaffen, die den Verkehrsbelastungen dauerhaft standhält. Bereits im August 2021 wurden in einem ersten Bauabschnitt Teile der Friedrich-Ebert-Straße in Wörrstadt saniert. Der zweite Teilabschnitt des zweiten Bauabschnitts in nördlicher Richtung wurde Anfang Mai 2026 für den Verkehr freigegeben.
Belastung durch mehr als 60 Busse pro Tag
Dipl.-Ing. (FH) Andrea Koch aus Hergenfeld erläutert die Maßnahme so: „Eine erneute Asphaltierung kam aus gestalterischen Gründen nicht infrage. Lediglich im letzten Abschnitt wurde die Fahrbahn aus Asphalt hergestellt, da dieser aufgrund der anliegenden Märkte insbesondere durch Lieferverkehr stark frequentiert wird. Für den restlichen Straßenraum wurde ein ansprechender Betonpflasterbelag gesucht, der zudem die Möglichkeit bietet, farbliche Akzente zu setzen. Gleichzeitig musste berücksichtigt werden, dass die Straße werktags von mehr als 60 Bussen und circa 5.000 KFZ genutzt wird. Die Belastungsklasse liegt hier zwischen 1,8 bis 3,2. Daher war ein Belag erforderlich, der auch unter hoher Belastung formstabil bleibt und sich nicht verschiebt.“
Betonpflastersystem mit EPDM-Fuge
Auch für diesen Bauabschnitt fiel die Wahl für die Sanierung des etwa 2.800 Quadratmeter umfassenden Straßenraums auf ein Pflastersystem vom Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Hendrik Jäger, Verkaufsleiter im Hause Pfenning erklärt: „Schon seit längerer Zeit haben wir nach Alternativen gesucht, die die Verlegung vereinfachen und die stets eine optimal ausgeprägte Fuge garantieren. Der Werkstoff EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) war schließlich die Lösung. In Belastungstests haben wir herausgefunden, dass sich dieser Synthesekautschuk sehr gut als Fugenmaterial eignet. Bei unserem Betonsteinsystem CombiConnect sind die Steine mit einem werkseitig fixierten, steinumfassendem EPDM-Profil ausgestattet. EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen maximalen Lastabtrag. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von 4 Millimeter.“
Ökologisch ist das Fugenmaterial EPDM unbedenklich und zudem sehr gut recycelbar. Auch zeichnet es sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus, denn es ist absolut frost- und tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen -50 und +145 Grad.
Koch erklärt weiter: „Der CombiConnect-Pflasterstein verfügt gegenüber herkömmlichem Pflaster über eine wartungsarme Fuge. Dadurch kann weder Splitt noch Sand aus den Fugen ausgewaschen werden, und auch der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist problemlos möglich. Das Pflaster im Format 30 × 18 × 10 Zentimeter ließ sich zudem einfach und zügig im Ellenbogenverband verlegen. Die integrierte EPDM-Fuge sorgt dabei für ein gleichmäßiges und sauberes Fugenbild“, so Koch.
CombiConnect mit edelstahl-kugelgestrahlter Oberfläche
Doch erscheint die Straße nach der Sanierung tatsächlich ansprechender als zuvor? Die verwendeten Steine verfügen durchweg über eine hochwertig wirkende, edelstahl-kugelgestrahlte Oberfläche. Für die Fahrbahn kamen helle Steine im Farbton „onyx Steel“ zum Einsatz, während die Gehwege mit „aurum Steel“ gestaltet wurden. Die Bereiche für den ruhenden Verkehr wurden hingegen mit dunkleren Steinen der Oberfläche „carbon Steel“ ausgeführt.
Andrea Koch dazu: „Das oberflächenveredelte Betonpflaster wirke deutlich attraktiver als die frühere Asphaltfläche. Zudem sorgt die farbliche Differenzierung von Fahrbahn, Gehwegen und Parkstreifen für eine klare Gliederung des barrierefrei gestalteten Straßenraums. Dies erhöht nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern trägt gleichzeitig zu einem insgesamt ansprechenden Erscheinungsbild bei.“
Durch die pflegeleichten Fugen erhoffen sich die verantwortlichen über die Jahre auch spürbare Einsparungen bei der Pflege der Flächen.
Betonwerk Pfenning GmbH
www.beton-pfenning.de
