Bremsklotz Öffentlicher Bau

Der öffentliche Bau entwickelt sich zunehmend zu einem Bremsklotz für die Baukonjunktur: Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im August im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar um nominal 1,5 % gestiegen, hierbei handelt es sich aber nicht um eine nachhaltige Verbesserung der baukonjunkturellen Lage. Im Gegenteil: Seit April kommt die Bauwirtschaft nicht richtig in Schwung. Die Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand verhindert einen robusten Bauaufschwung auf breiter Basis. Lediglich einzelnen industriellen Großprojekten und einer guten Entwicklung im Wohnungsbau ist es zu verdanken, dass die Baunachfrage im August insgesamt noch im Plus lag.

Die Konjunkturprogramme haben zweifellos einige Zeit konjunkturstabilisierend gewirkt, allerdings sind immer schon große Teile der Programme am Bauhauptgewerbe vorbeigegangen. Seit einigen Monaten kommen die Mittel nahezu ausschließlich dem Ausbaugewerbe zugute. Der Auftragseingang im öffentlichen Bauhauptgewerbe geht hingegen seit fünf Monaten in Folge zurück.

Erfreulich ist dagegen, dass die Ordereingänge im Wirtschaftsbau weiterhin im Plus liegen. Allerdings besteht nach wie vor Unsicherheit darüber, ob es sich um eine nachhaltige Entwicklung handelt. So steht das Auftragsplus nicht auf einer breiten
Basis, sondern ist überwiegend auf mehrere Großprojekte zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes überwiegend Ersatz- und weniger Erweiterungsinvestitionen vornehmen. Dies bestätigt auch die aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages wonach 60 % der befragten Industrieunternehmen den Ersatz als vorrangiges Investitionsmotiv angaben. Beruhigend ist, dass das Motiv der Kapazitätserweiterung mit einem Anteil von 30 % an Bedeutung gewonnen hat (Vorjahresumfrage: 16 %).


Petra Kraus,

Berlin

E-Mail: petra.kraus@bauindustrie.de

Auftragsplus durch Großprojekte

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