Bauen, was morgen gebraucht wird
Ein Meilenstein auf dem Weg der „Strategie 2030“Wolff & Müller feiert 2026 nicht nur den Gewinn des Deutschen Baupreises, sondern auch 90-jähriges Jubiläum. Das lädt zum Zurückblicken ein – und zum Blick auf die Bauaufgaben der kommenden Jahre.
Bei den Bewertungen für den Deutschen Baupreis geht es um weit mehr als einzelne Bauprojekte – das Unternehmen selbst wird unter die Lupe genommen. In der Kategorie „Bauunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden“ ging der erste Platz 2026 an Wolff & Müller. Dies passt zu dem Weg, den das Unternehmen im Hinblick auf die Zukunft eingeschlagen hat.
Neun Jahrzehnte, drei Generationen
Der Gewinn des Deutschen Baupreises fällt für Wolff & Müller in ein besonderes Jahr: 2026 feiert das familiengeführte Unternehmen sein 90-jähriges Bestehen. Seine Anfänge liegen 1936 in Stuttgart: Damals übernimmt der Diplomingenieur Karl Wolff ein Baugeschäft. Kurz darauf steigt der Baumeister Gottlob Müller ein. Das Unternehmen wächst rasch und baut unter anderem für Daimler-Benz und Bosch. 1948 scheidet Karl Wolff aus dem Unternehmen aus – der Doppelname bleibt jedoch. Unter der Leitung von Gottlob Müller baut Wolff & Müller über die Jahre eigene Kapazitäten für Baustoffe und Vorprodukte auf, unter anderem mit Holzwerken, Kiesgewinnungswerken und einem Betonfertigteilwerk. Zudem erweitert er das Leistungsspektrum um Tief- und Straßenbau, Wohnungsbau, Fertighäuser und Altbaumodernisierung.
1977 übernimmt Wolfgang Dürr, Schwiegersohn von Gottlob Müller, die Geschäftsführung. Er stärkt etwa das schlüsselfertige Bauen, etabliert Partnerschaftsmodelle mit der öffentlichen Hand und erweitert die Aktivitäten um Immobilienservices, Spezialtiefbau, Quarzsande und Beteiligungen. Seit 2005 führt Dr. Albert Dürr, Enkel von Gottlob Müller, das Unternehmen. Unter seiner Verantwortung wird die Gruppe unter dem Dach einer Holding neu geordnet. Jede der drei Generationen hat Wolff & Müller auf ihre Weise geprägt. Daraus hat sich eine Unternehmensgruppe mit den Geschäftsfeldern Bauen, Baustoffe und Dienstleistungen entwickelt, die 2025 eine Jahresleistung von 1,092 Milliarden Euro erzielte.
Mit der Strategie 2030 auf Zukunftskurs
Heute beschäftigt Wolff & Müller 2.250 Mitarbeitende an 25 Standorten in Deutschland. Sie arbeiten auf Grundlage der „Strategie 2030“, mit der sich das Unternehmen auf die kommenden Jahre ausrichtet. Dafür hat Wolff & Müller analysiert, wie sich Markt, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Technik, Umwelt und Recht entwickeln, und daraus Zukunftsthesen für die Bauwirtschaft und die Holding abgeleitet. Entstanden ist ein gemeinsamer Plan, um in den nächsten Jahren zu wachsen – die „Strategie 2030“. Ziel ist es, das zu bauen, was langfristig gebraucht wird und das Leben der Menschen verbessert. Ein besonderer Fokus liegt daher auf dem Bau von Infrastrukturen für die Energie- und Verkehrswende, dem seriellen Bauen und dem Bauen im Bestand.
Bauen für die Energiewende
Die strategischen Schwerpunkte zeigen sich bundesweit in vielfältigen Bauvorhaben. So unterstützt Wolff & Müller im Saarland den Wandel der Stahlindustrie: Im Auftrag der ROGESA errichtet das Bauunternehmen auf dem Gelände von Dillinger neue Wasserwirtschaftsanlagen für das Stahlwerk. Diese werden benötigt, um das Prozesswasser des auf Direktreduktion umgerüsteten Werks aufzubereiten. Bei der Direktreduktion ersetzt Wasserstoff den Koks – ein wichtiger Schritt zur CO2-neutralen Stahlproduktion. Das Projekt ist Teil des Dekarbonisierungsprogramms „Power4Steel“, mit dem die saarländische Stahlindustrie ihre CO2-Emissionen bis Anfang der 2030er Jahre um 55 Prozent senken will.
Serielles Bauen und Bauen im Bestand
Neben dem, was gebaut wird, nimmt die Strategie 2030 auch in den Blick, wie gebaut wird. Dabei gewinnen serielle Bauweisen zunehmend an Bedeutung. So können etwa vorgefertigte Raummodule oder Elemente Bauprozesse beschleunigen und Materialverluste reduzieren. Häufig wird serielles Bauen durch konventionelles Bauen ergänzt, wodurch hybride Lösungen entstehen. Ein Beispiel dafür ist ein Gebäude am Campus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim, das Wolff & Müller errichtet. Im Erdgeschoss entstehen eine Aldi-Süd-Filiale und eine Bäckerei, darüber 193 Studierenden-Apartments in Holzmodulbauweise. Der Sockel wird konventionell gebaut, die wiederkehrenden Wohnetagen seriell. So bleibt der Erdgeschossbereich frei gestaltbar, während die Wohnebenen von Tempo und Planbarkeit des Modulbaus profitieren.
Bauen im Bestand setzt an einer anderen Stelle an: Es nutzt vorhandene Bausubstanz und kann zusätzliche Flächenversiegelung begrenzen. Das macht es zu einem wichtigen Baustein zukunftsfähiger Stadtentwicklung. Im Stuttgarter Schlossgartenquartier revitalisiert Wolff & Müller aktuell das Gebäude in der Königstraße 1c. Dabei wird die ehemalige Karstadt-Filiale zu einem Büro-, Einzelhandels- und Gastronomiegebäude mit begrüntem, begehbarem Dach umgewandelt. Für das Projekt verbindet Wolff & Müller die Ertüchtigung und Sanierung des Bestands mit einem Neubau in Holzhybridbauweise.
Regionale Präsenz
Zum Wachstumskurs von Wolff & Müller zählt auch eine stärkere regionale Präsenz. So ist zum Beispiel Berlin seit Anfang 2025 eine eigenständige Niederlassung. Die Sparte Hoch- und Industriebau hat zum 1. Juli 2026 eine Geschäftsstelle in Leipzig eröffnet, der Ingenieurbau sowie Tief- und Straßenbau werden folgen.
Auf die nächsten 90 Jahre
Vom Stuttgarter Baugeschäft zur breit aufgestellten Unternehmensgruppe: Wolff & Müller hat sein Leistungsspektrum über 90 Jahre immer wieder erweitert und angepasst. Mit der Strategie 2030 hat das Unternehmen die Weichen für weiteres Wachstum gestellt und richtet seine Aktivitäten gezielt auf zukunftsweisende Bauprojekte und Bauweisen aus. Der Deutsche Baupreis im Jubiläumsjahr ist dafür eine Wegmarke und Ansporn zugleich.
Wolff & Müller Holding GmbH & Co. KG
www.wolff-mueller.com
