Systemgedanke überzeugt in Bad Staffelstein

Nach Adam Riese ist das logisch

In Bad Staffelstein wird Logik groß geschrieben. Und das nicht nur, weil der heutige Kurort im Obermain-Gebiet einen berühmten Sohn hervorgebracht hat: den Rechenmeister Adam Riese. Auch in ihr Kanalnetz bringt die fränkische Stadt seit Dezember 2005 mehr System. Dann nämlich begannen die ersten Tiefbaumaßnahmen, die 2010 abgeschlossen sein sollen. Ziel dabei ist es, die umliegenden Stadtteile an das zentrale Kanalnetz anzuschließen.

Eine Herausforderung, denn das Stadtgebiet erstreckt sich auf eine Fläche von knapp 100 km2; die Hälfte der Einwohner wohnt verteilt auf 29 Ortschaften. Derzeit wird die Kanalisation in Kümmersreuth erneuert. Das Stadtbauamt hat sich dabei für Produkte von Funke entschieden. Ausschlaggebend war für die Verantwortlichen unter anderem der Systemgedanke: Zum Einsatz kommen HS-Rohre der Nennweite DN/OD 250, bzw. für einen Verbindungskanal DN/OD 200, sowie HS-Abzweige mit VARIOmuffen, die die Einbindung der Haushalte in Kümmersreuth erleichtern.

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie schreibt nationale Grenzwerte für die Abwasserqualität vor und propagiert somit die Anbindung an die zentrale Entsorgung. Ziel der Richtlinie ist es, dass europäische Gewässer bis 2015 in „einem guten Zustand“ sind. In Bad Staffelstein hat diese EU-Vereinbarung vor drei Jahren den Anstoß gegeben, das Kanalnetz im gesamten Stadtgebiet neu zu organisieren. Der Einzugsbereich besteht aus 29 Ortschaften. Die Hälfte der insgesamt 10 500 Einwohner wohnt direkt in Bad Staffelstein, die andere Hälfte verteilt sich auf die Ortsteile. Die Kanalisation weist allgemein einen geringen Anschlussgrad auf. Doch damit soll bald Schluss sein: Nach Uetzing (2005/2006), Weisbrem, Gößmitz und Serkendorf (2007), Stublang, Schwabthal, End und Kaider (2008) wird aktuell die Kanalisation in Kümmersreuth erneuert.


Leichtes Handling überzeugt

Da der Stadtteil im Trennsystem entwässert wird, kommen verschiedene Werkstoffe zum Einsatz, wie Stadtbaumeister Dipl.-Ing. Andreas Ender vom Stadtbauamt Bad Staffelstein erläutert: „Für die Regenwasserkanäle verlegen wir in offener Bauweise Stahlbetonrohre oder sanieren bestehende Leitungen mit Hilfe des Inlinerverfahrens. Für die Schmutzwasserkanäle im Ortsteil nehmen wir HS-Rohre der Nennweite DN/OD 250.“ Insgesamt 2200 m ist die Baustelle in Kümmersreuth lang. Hinzu kommt ein 2000 m langer Verbindungskanal zum benachbarten Ortsteil Kaider, der ebenfalls Schmutzwasser führen soll und mit HS-Rohren der Nennweite DN/OD 200 gebaut wird. Das einfache Handling der Produkte hat Polier Georg Tempel, Müller Bau GmbH & Co. KG, überzeugt: „Die Rohre lassen sich gut ablängen, und es entsteht kein Abfall. Außerdem ist es gerade außerorts in dem teilweise unwegsamen Gelände von Vorteil, dass die PVC-Rohre so wenig Gewicht haben. Wir benötigen allenfalls leichte Hubgeräte. Mit Baulängen von 5 m können wir zudem richtig Tempo machen.“ Innerorts kommen dagegen wegen des zum Teil felsigen Untergrunds und der begrenzten Platzverhältnisse Baulängen von 3 m zum Einsatz. Die Rahmenbedingungen erwiesen sich als schwierig: Aufgrund der Bodenbeschaffenheit müssen die Tiefbauer teilweise fräsen.

Komponenten gut aufeinander abgestimmt

Die Bauleiter Dipl.-Ing. (FH) Carsten Zeschky und Dipl.-Ing. (FH) Marc Vierhuff vom Ingenieurbüro Miller haben innerorts Kanalrohre mit einer größeren Nennweite gewählt als für die Leitung nach Kaider, damit die rund 250 Hausanschlüsse – ebenfalls HS-Rohre DN/OD 160 – besser eingebunden werden können. Der Systemcharakter der Funke-Produkte hat sich vor Ort schnell als Pluspunkt herausgestellt, der die Arbeit auf der Baustelle deutlich erleichtert: „Wir haben die Hausanschlüsse mit dem HS-Abzweig eingebunden. Er wird ab Werk mit der VARIOmuffe geliefert. Das Besondere: Das Bauteil verfügt über eine integrierte Kugel, die die Rohrverbindungen in einem Bereich von 0° bis 11° schwenkbar macht. Für uns bedeutet das schon beim Einbau mehr Flexibilität, aber die Konstruktion ermöglicht es auch, nachträgliche Hausanschlüsse leichter zu realisieren“, zeigt sich auch Bauleiter Dipl.-Ing. (FH) Werner Schlötzer zufrieden. Da in Kümmersreuth im Trennsystem entwässert wird, punktet das HS-System darüber hinaus mit seiner optischen Gestaltung: Um Regen- und Schmutzwasserkanäle voneinander zu unterscheiden, hat der Hersteller Funke schon vor Jahren die Zweifarbigkeit eingeführt, die sich in der Praxis bereits mehrfach bewährt hat: Blau steht für Regenwasser, braun für Schmutzwasser. „Durch dieses Erkennungszeichen ist die Nutzung auf Anhieb abzulesen und eine Verwechselung auch nach Jahren ausgeschlossen“, beschreibt Funke-Fachberater Horst Derra den Vorteil.


Die richtige Wahl

Alle Beteiligten sind nach den positiven Erfahrungen in Kümmersreuth davon überzeugt, dass das HS-System für die Maßnahme die richtige Wahl war. „Wir haben uns im Vorfeld länger damit auseinandergesetzt, welchen Werkstoff wir einsetzen wollten und haben dafür den Markt genau sondiert. Die Funke-Produkte haben uns vor allem wegen des Systemcharakters, des leichten Handlings, der Flexibilität im Anschlussbereich sowie auch wegen der Zweifarbigkeit überzeugt“, fasst Stadtbaumeister Ender die Argumente zusammen, die für die Entscheidung ausschlaggebend waren.

Im Jahr 2010 sollen die Arbeiten am Kanalnetz in Bad Staffelstein abgeschlossen sein. Dann wird die Kanalisation, die bis dato über die Kläranlage Frauendorf geregelt wird, an die dortige Anlage angeschlossen werden. Bis es soweit ist, werden jedoch noch weitere Ortschaften in
das Kanalnetz eingebunden. Die Tiefbauer
vor Ort können sich gut vorstellen, dann
wieder das HS-Rohrsystem einzusetzen.n

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