UNIVERSALBOHRGERÄT

Neubau der Vinckekanalbrücke

Da die rund 50 Jahre alte Vinckekanalbrücke im Duisburg – Ruhrorter Hafen den Anforderungen an ein modernes Brückenbauwerk kaum mehr genügt, hat die Stadt Duisburg 2010 den Auftrag für einen Neubau der Brücke vergeben. Im Rahmen dieses Bauprojekts waren zahlreiche Spezialtiefbau-Arbeiten erforderlich.

Der Duisburg – Ruhrorter Hafen liegt genau an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Er ist mit seinen 21 Hafenbecken der größte Binnenhafen Europas. Wenn man die weiteren, privaten Hafenanlagen mit einbeziehen würde, wäre er sogar der größte Binnenhafen der Welt.

Hoch frequentiertes Bauwerk

Der innerstädtische Verkehr muss jedoch wegen der vielen Kanäle und Hafenbecken über diverse Brücken geführt werden. Die Vinckekanalbrücke ist seit 1958 hier eine der wichtigsten Nord-Süd Verbindungen für den Straßenverkehr und für die Straßenbahn, wie auch für Strom-, Gas- und Telekommunikations-Versorgungsleitungen der Stadt Duisburg. Da die Brücke den heutigen Anforderungen kaum mehr genügte und mit dem künftigen Verkehrsaufkommen weit überlastet wäre, hat die Stadt Duisburg 2010 den Auftrag für einen Brückenneubau vergeben, der 2015 vollendet sein soll.

Anspruchsvoller Baugrund

Im Rahmen dieses Projektes wurde am nördlichen Ufer des Vinckekanals ein Fundamentkasten aus Spundwänden erstellt, der dauerhaft rückverankert werden musste. Dafür waren 21 sogenannte doppelt korrosionsgeschützte GEWI Daueranker einzubauen. Die gesamte Ankerlänge beträgt 37,5 m, und liegt durchweg in sehr dicht gelagerten, inhomogenen und schwer zu durchbohrenden Böden; Sanden, Kiesen, und Steinpacklagen. Den Auftrag für diese Ankerarbeiten erhielt das Hamburger Unternehmen VIT, das für die Durchführung dieser Maßnahme das Soilmec Bohrgerät SM-17 mit Krupp Doppelkopfbohranlage anmietete. Doch nicht nur der Baugrund stellte die Verantwortlichen vor Ort vor besondere Herausforderungen. Zudem mussten 16 der 21 Anker durch das 5-6 m mächtige, armierte Betonfundament der alten Brücke gebohrt werden.

Hightech Bohr-Equipment

Zum Abteufen der Bohrung wurde eine doppelte Rohrgarnitur, bestehend aus einem Außenrohr mit 152,4 mm, als äußerem Durchmesser, sowie ein Innengestänge mit 101 mm verwendet.

Die Doppelkopfbohranlage der Firma Krupp besteht aus einem Bohrhammer für das Innenrohr und einem Drehantrieb mit einem Drehmoment von bis 19,3 kNm der das Außenrohr antreibt. Die Zylinder für die Relativverschiebung der Antriebe sind in Bohrachse angeordnet, für eine optimale, axiale Krafteinleitung in den Bohrstrang. Da unmittelbar neben dem Kanal gearbeitet wurde, musste das Bohrklein zudem kontrolliert über einen Preventer abgeleitet werden.

Das Soilmec Bohrgerät SM-17 wird von einem 160 kW starken Dieselmotor angetrieben, der die Anforderungen der Abgasstufe EURO COM IIIB erfüllt und entsprechend zertifiziert ist. Die von diesem Motor angetriebenen moderne Load Sensing Mehrkreis Hydraulik verfügt über den notwendigen Aufbau und hinreichend Leistungsreserven, um alle gängigen Bohrantriebe an deren Leistungsoptimum zu betreiben. Die patentierte, neuartige Kinematik des Vorbaus erlaubt das Erreichen aller gängigen Bohrpositionen für das Ankerbohren, quer zur Kette, sowie neben der Spur des Bohrgerätes, für das senkrechte Bohren etwa von Mikropfählen.

Die in Duisburg verwendete Bohrlafette erlaubte die Verwendung von bis zu 3 m langen Bohrgestängen und verfügt über eine Rückzugskraft von 10 t. Alle Funktionen des Bohrgerätes können mittels Funkfernsteuerung, die bei Bedarf auch via Kabel betrieben werden kann, bedient werden. Damit sind für den Bediener die optimale Sicht und ein sicherer Standort in jeder Bohrposition möglich. Das Pendelfahrwerk erlaubt die baustellengerechte Positionierung des Geräts. Die Standsicherheit und die genaue Position der Lafette sind aufgrund der robusten Geräteauslegung stets gegeben. Das Gerät kann auf Wunsch des Anwenders oder nach dem Erfordernis der Bauaufgabe in vielerlei Hinsicht erweitert werden; beispielsweise mit Bohrlafetten, auf denen bis zu 6 m lange Bohrgestänge verwendet werden können oder mit Lafetten, die bis 13 t Rückzugskraft betrieben werden können, Hilfskränen, Spülpumpen oder 3-fach Klemm- und Brechvorrichtung.

Soilmec Deutschland GmbH

www.soilmec.de

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