Kircheneinrüstung mit System

Gerüsttechnik bei der Sanierung der Bamberger Kirche St. Stephan

Bei der Einrüstung der Bamberger Stephanskirche sorgte die Verwendung von Systembauteilen und die Kombinationsfähigkeit der Baukastensysteme Peri Up und Variokit für Zeit- und Kostenvorteile sowie durchgehend hohe Sicherheit.

Bamberg ist mit seiner historischen Altstadt nicht nur UNESCO Weltkulturerbe, die bayerische Universitätsstadt an der Regnitz gilt mit seinen unzähligen Kirchenbauwerken auch als Kirchenstadt. Eines der Baudenkmäler ist die Kirche St. Stephan, die im Jahr 1020 von Papst Benedikt VIII. als Stiftskirche geweiht wurde und heute die evangelische Hauptkirche von Bamberg ist. Die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaute und erneuerte Stephanskirche weist eine griechische Kreuzform mit Lang- und Querhaus auf. Ältestes und dominantes Bauteil ist der 58 m hohe Turm.

Flexible Kombinationslösung

Umfangreiche Sanierungsarbeiten am Kirchturm, am Westgiebel und im Dachwerk erforderten die partielle Einrüstung der Stephanskirche. Das beauftragte Gerüstbauunternehmen Karl GmbH aus VierethTrunstadt kombinierte für die aufwändigen Gerüstbauarbeiten das modulare Gerüstsystem Peri Up Flex mit dem Variokit Ingenieurbaukasten – zwei Baukastensysteme mit mietbaren, miteinander kompatiblen Systembauteilen.

Einerseits war es mit Peri Up möglich, jede Belagebene äußerst eng an die zu sanierende Kirchenfassade mit zahlreichen Vor- und Rücksprüngen ohne aufwändige Rohr-Kupplungsarbeiten anzupassen. Andererseits konnte mithilfe von Variokit Systembauteilen eine Überbrückungskonstruktion über die sogenannte Eisgrube geschaffen werden. Somit ließ sich die unmittelbar an der Kirche vorbeiführende Hauptzufahrt zum oberen Stephansberg für den Fahrzeug- und Passantenverkehr freihalten und war trotz laufender Gerüst- und Sanierungsarbeiten gefahrlos passierbar.

Gerüstplanung und Statik

Die Einrüstung war auf die Lastklasse 4 ausgelegt. In enger Zusammenarbeit mit dem Karl-Projektteam erstellten Ingenieure von Peri für die anspruchsvolle Kirchengeometrie eine 3D-Gerüstplanung. Auf dieser Basis ließ sich das benötigte Gerüstmaterial exakt ermitteln und die spätere Montageleistung optimieren. Der Planungsumfang umfasste zudem die Ausführungslösung der Überbrückungskonstruktion mit Variokit und Peri Up inklusive prüffähiger Statik. So konnte das Variokit Fachwerk bei hoher Tragfähigkeit äußerst schlank ausgebildet und an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Die ausschließliche Verwendung von Systembauteilen ermöglichte zudem die durchgehende Nachweisbarkeit und war wichtige Grundlage für die spätere Prüffähigkeit.

Arbeitsplattformen und Zugänge mit System

Das metrische Systemraster von Peri Up bildet eine ideale Grundlage für die Anpassung an komplizierte Bauwerksgeometrien. Bei der Kircheneinrüstung in Bamberg waren Rohr-Kupplungs- und Holzarbeiten nahezu überflüssig. Auch durch die Möglichkeit des Richtungswechsels der Systembeläge konnten die Arbeitsplattformen als ebene, geschlossene Fläche ausgebildet werden – ohne Spalten und störende Bohlenüberwürfe.

Allein das Entfallen von sonst notwendigen Holzarbeiten sorgte für knapp eine Woche Zeiteinsparung, so Bauleiter und Gerüstbaumeister Kevin Fleischmann von der ausführenden Karl GmbH. Die integrierte Belagsicherung hält die Beläge ohne zusätzliche Bauteile sofort nach jedem Einlegen fest: ein weiterer, wichtiger Zeit- und Sicherheitsvorteil. So konnte beispielsweise mit nur zwei Mann der 58 m hohe Kirchturm in 19 Tagen komplett eingerüstet werden.

Die hohe Anpassungsfähigkeit von Peri Up Flex an die Kirchengeometrie und die ebene Belagausbildung ohne Stolperstellen machen auch die Gerüstnutzung sicher. Zudem sorgen integrierte Treppenläufe mit 1,00 m Breite für komfortable Gerüstzugänge, die zugleich auch eine Möglichkeit zur etwaigen Verletztenbergung schaffen. Die Flex Treppe 100 war dabei einfach zu montieren: Die einzelnen Stufen werden von unten nach oben werkzeuglos auf die Treppenwangen eingelegt und verzahnen sich beim Einschwenken.

Logistische Herausforderung

Die zentrale und doch exponierte Lage auf dem Bamberger Stephansberg stellte auch an die Baustelleneinrichtung, die Logistik und die Gerüstmontage hohe Anforderungen. Die Anlieferung war in der Regel nur mit Fahrzeugen unter 3,5 t möglich, einige Baustellenbereiche waren teilweise gar nicht direkt anfahrbar. Aufgrund des damit verbundenen Materialtransports per Hand waren die geringen Einzelgewichte der Gerüstbauteile von besonderem Vorteil. Zudem erleichterte die Form des Rosett-Knotens das Ablegen und Stapeln der Vertikalstiele. So konnten die Stiele beispielsweise auch beim Zwischenlagern auf abschüssigem Gelände nicht einfach wegrollen.

Peri GmbH

www.peri.de

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