Kalksteinblöcke auf Länge fräsen

Präzise Arbeit mit der Kemroc-Universalfräse ES 60 HD

An den Portalen des Tunnels Trimberg werden die Steilböschungen aus Spritzbeton mit mächtigen Blöcken aus Jura-Kalkstein verblendet. Jeder der rund 9.000 Blöcke muss zentimetergenau auf die passende Länge gefräst werden.

Rund 600 Meter Länge misst der Tunnel Trimberg, eines der zahlreichen Ingenieurbauwerke, die beim Neubau der Autobahn A44 Kassel-Herleshausen entstehen. Nach dem bereits abgeschlossenen Durchstich in beiden Tunnelröhren erfolgt jetzt der Innenausbau, und an den Portalen gilt es, die Steilböschungen aus Spritzbeton mit vorgesetzten Futtermauern in Blockschichtung zu verkleiden. Der Generalunternehmer, die ARGE Hochtief/Züblin, die im Auftrag der Projektmanagementgesellschaft DEGES diesen Bauabschnitt realisiert, beauftragte hierfür die Strabag-Niederlassung Bad Hersfeld damit, die jeweils bis etwa 500 Meter langen und bis zu zehn Meter hohen Futtermauern aus Jura-Kalksteinblöcken zu errichten. Hierbei müssen die angelieferten, rund 90-180 Zentimeter langen und 50-90 Zentimeter hohen Steinblöcke zentimetergenau auf die richtige Länge gebracht werden. Nur so kann das vom Auftraggeber geforderte Fugenmaß eingehalten werden.

Zu Beginn der Arbeiten am Ostportal des Tunnels Mitte April 2021 verwendete man zunächst eine Querschneidkopffräse am Mobilbagger und fräste damit die einzelnen Kalksteinblöcke passgenau ab. Kurz darauf kam der Anwendungsberater Enrico Trender vom Hersteller Kemroc mit einer Universalfräse ES 60 HD plus Frästrommel und Rotator auf die Baustelle und schlug einen Vergleichstest der beiden Anbaugeräte vor. Die Experten der Strabag gingen darauf ein. Schon kurz darauf zeigten sich der Baggerfahrer und sein Vorarbeiter Simon Kox begeistert von der Geschwindigkeit und Präzision der Fräse.

 

Schnell und profilgenau

Die Universalfräsen der Serie ES von Kemroc sind für Bagger von 1 bis 40 Tonnen Einsatzgewicht verfügbar. Sie lassen sich durch den Anbau von Schneidrädern als Spezialschlitzfräsen für Beton, Asphalt und Gestein verwenden; mit Frästrommeln bestückt dienen sie als Spezialflächenfräsen zum profilgenauen Bearbeiten von horizontalen und vertikalen Flächen. Zur Baustelle am Tunnel Trimberg brachte Enrico Trender das Modell ES 60 HD. Die Maschine passt gemäß seiner Erfahrung aus zahlreichen Fräseneinsätzen genau zur Größe und Hydraulikleistung des eingesetzten Mobilbaggers Liebherr A920 Litronic und wurde in diesem Fall mit dem optional verfügbaren, endlos drehenden Rotator aufgerüstet. Der Bauleiter Andre Hatwig mietete nach dem erfolgreichen Probeeinsatz kurzerhand die Maschine an.

Immerhin rund 9.000 Kalksteinblöcke müssen bei diesem Großprojekt an den beiden Portalen und Voreinschnitten des Tunnels Trimberg verarbeitet werden. Der Einsatz der verwendeten Bagger-Fräsen-Kombination im Detail: Zunächst setzt der Baggerfahrer mit einem Greifer den Steinblock gegen ein Widerlager aus anderen Steinblöcken und unterkeilt ihn mit einem Holzstück, damit er etwas schräg und mit der abzufräsenden Seite vom Untergrund entfernt steht. Dann werden an der gewünschten Länge des Werkstücks die Ränder mit einem Benzintrennschleifer eingeschnitten, damit später saubere Kanten entstehen. Jetzt nimmt der Baggerfahrer mit dem vollhydraulischen Schnellwechsler die Universalfräse auf und fräst die Stirnfläche des Steinblocks in senkrechten Schwüngen von unten nach oben ab. Danach wechselt er wieder auf den Greifer und befördert den fertigen Steinblock zur entstehenden Natursteinmauer am Tunnelportal. Dort wird das Werkstück von einem Kettenbagger in den bestehenden Verband gesetzt.

Ende Mai 2021 waren die Arbeiten am Ostportal, wo die Natursteinmauer bis zu 8,50 Meter Höhe erreicht, etwa zur Hälfte abgeschlossen. Im gesamten Arbeitsablauf zeigt sich laut dem Bauleiter Andre Hatwig der Mobilbagger mit Greifer und Fräse als flexibler Tempomacher. Er erläutert: „Laut unserem Baggerfahrer arbeitet die Fräse genauer, schneller und ruhiger als die vorher verwendete Querschneidkopffräse. Unser Anwendungsberater Enrico Trender hat uns genau die richtige Bagger-Anbaufräse auf die Baustelle gebracht und auch die Bordhydraulik des Mobilbaggers auf die richtigen Kennwerte eingestellt. Jetzt kann der Baggerfahrer beim Fräsen enorm Zeit und Kraftstoff sparen.“

Kemroc Spezialmaschinen GmbH

www.kemroc.de

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 09/2019

Kemroc: Auswahl an Spezialfräsen

Die Kettenfr?se EK 100 – hier im harten Felseinsatz – k?nnen Fachbesucher der Tiefbau Live auf dem Karlsruher Messegel?nde in Aktion sehen.

www.kemroc.de Mit bewährten und neuen Maschinen kommt Kemroc zur TiefbauLive. Die Spezialfräsen erhöhen die Auslastung und Produktivität des Baggers und machen viele Arbeiten wirtschaftlicher....

mehr
Ausgabe 06/2018

Kemroc: Innovative und bewährte Anbaufräsen

Mit einem breiten Ausschnitt aus seinem Produktprogramm seiner innovativen und bewährten Spezialfräsen präsentiert sich die Firma Kemroc erstmals bei der Galabau in Nürnberg. Der Hersteller von...

mehr
Ausgabe 04/2020

Schnelle Schnitte unter Tage

Kemroc-Schneidrad im Bahntunnel Bad Cannstatt

Unerwartet schwierige geologische Verhältnisse haben die Mineure beim Bau des Fernbahntunnels Bad Cannstatt im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart 21 vorgefunden. Auf einer Strecke von rund 1.000 m des...

mehr

Kemroc baut Produktpalette aus

Anbaufräsen noch genauer definiert

Mit einer wahren Produktoffensive beginnt Kemroc das neue Jahrzehnt. Zusätzlich zu seinen bereits gut etablierten Kettenfräsen, Schneidrädern und Diamantsägen legt der Hersteller jetzt nochmals...

mehr

Kemroc kommt nach St. Pölten

Mawev-Show 2018

Kemroc tritt unter seinem neuen Namen zum ersten Mal auf der Mawev-Show auf und zeigt während der Messetage vom 14. bis 17. März 2018 auf dem Stand B54 im Freigelände eine Auswahl seiner...

mehr