BAUGRUBENAUSHUB FÜR TIEFGARAGE

Je tiefer, desto härter der Einsatz

Die ganze Kunst des Baugrubenaushubs für eine Tiefgarage mitten in Frankfurt am Main.

2012 waren die Baumaschinen der Chantré GmbH & Co. Wiederaufbereitungs KG aus Neu-Isenburg schon einmal hier. Es ging um den Abbruch in direkter Nachbarschaft zur Alten Oper in Frankfurt. Damit nach den Plänen des Projektentwicklers Cells Bauwelt auf dem Grundstück zwischen Wallanlage und Opernplatz  ein Luxushotel entstehen kann, mussten ein altes Umspannwerk, das die Innenstadt von Frankfurt versorgte, und ein leer stehendes Bürogebäude der ehemaligen Deutschen Flugsicherung abgerissen werden. Diesmal musste Chantré einen anderen Auftrag an gleicher Stelle auszuführen: Während sich zwei Arge-Partner um den Spezialtiefbau kümmerten, Großbohrpfähle bohrten und Ankerreihe für Ankerreihe setzten, war nun der Baugrubenaushub für eine viergeschossige Tiefgarage zu stemmen – hier waren Cat Geräte besonders gefordert.

Die ganze Kunst dabei: Auf eine Tiefe  von bis zu 20 Meter mit den Baumaschinen  zu kommen und damit 70 000 Kubikmeter  schwarzen Ton herauszuholen,  der sich nur schwer lösen ließ.  Ein Cat Bagger 330DL nahm  das Material am Rande der Baugrube von  oben aus mit einem Zweischalengreifer in  Empfang, um es auf Lkw zu verladen. In  Spitzenzeiten wurden täglich bis zu 2 500  Tonnen Material ausgehoben, das 80 Lkw  abtransportierten. „Das war aber schon das  Maximum des Möglichen, allein aufgrund  der Platzverhältnisse und was der Bagger  samt seiner Hubbewegungen zu leisten imstande ist angesichts der Einsatzbedingungen“, verdeutlicht Chantré-Bauleiter Albert  Mihm. Um möglichst viel Masse aus dem Untergrund herauszuschaffen, wurde der  Greifer eine Nummer größer gewählt. So wurden Hubbewegungen und Ladezeiten  reduziert.

 

Kettenbagger im Einsatz

Ein Cat Kettenbagger 336ELN war in der Baugrube im Einsatz, um das  Material zu lösen und aufzuhäufen, das ihm ein Cat Kettenlader 953D zuschob –  für ihn war die Rolle des Zuarbeiters vorgesehen. In der Anfangsphase arbeiteten sich  die Geräte über eine Rampe immer weiter in die Tiefe. „Von Vorteil erwies sich der  gerade Monoblockausleger, mit dem der Cat 336 eine große Reichweite erzielt.Somit konnten wir den Bagger in der Grube  etwas tiefer stellen und trotzdem noch Lkw  beladen“, äußert sich Albert Mihm.

Dabei hatten die Mitarbeiter des Abbruch-  und Erdbauunternehmens mit einer besonderen Geologie der Bodenklasse sechs und sieben zu kämpfen. Die Sohle  der Baugrube durchzog massives Kalkgestein, das mit dem Cat 336ELN und  einem Hammer aufgemeißelt werden musste, bis es der Bagger packen konnte.  „Im oberen Bereich konnten wir die  Schichten noch abkratzen, doch je tiefer  man kommt und je massiver das Gestein wird, desto härter wird der Einsatz“, so  der Bauleiter. Ein Löffelbrecher übernahm gleich an Ort und Stelle die weitere  Zerkleinerung des Materials, das dann  auf anderen Baustellen wiederverwendet  wurde. Dabei mussten die Mitarbeiter das  Beladen der Lkw immer im Blick behalten, das zügig vonstatten gehen musste.  

 

Das Wetter machte mit

Angesichts des trockenen Wetters während  der Wintermonate machte die Witterung den  Bauarbeiten entgegen aller Erwartungen keinen Strich durch die Rechnung. Während des Aushubs kamen die alten Fundamente der ehemaligen Stadtmauer aus dem Mittelalter und Reste einer  Bastion zum Vorschein, welche die Arbeiten doch erheblich einschränkten und letztendlich zu einer fünfmonatigen  Bauzeitverlängerung führten. Die  Baumaschinen hatten mit Platzmangel  zu kämpfen, weswegen sie immer wieder eine Pause einlegen mussten. JederArge-Partner musste aufgrund der Behinderungen durch die Stadtmauer und Bastion auf den anderen achten, wenn er seine Maschinen innerhalb der Baugrube  manövrierte, damit er dem anderen nicht in die Quere kam.

 

Überraschungen!

„Wir wussten, dass die Stadtmauer da ist, aber die Ausmaße waren uns nicht bekannt“, so Mihm. Zur großen Überraschung tauchten prähistorische  Fische auf – 20 Millionen Jahre alte Fossilien und damit einige der ältesten  Fundstücke, die in Frankfurter je geborgen wurden. Zusammen mit dem städtischen Denkmalamtund Archäologen wurdenStadtmauer, Bastion und was davonerhalten war freigelegt, eingemessen und dokumentiert – dabei sollte derBaustellenbetrieb am Laufen bleiben. Dann erfolgte sukzessive der Abtrag,  was in etwa bis zu 3 000 Kubikmeter  ausmachte. Letztlich musste Chantré  ein Planum ziehen – für die Sauberkeitsschicht  sorgten die Arge-Partner. Mithilfe eines Autokrans wurden die  Baumaschinen aus der Baugrube geholt.  Dann ging es mit der Bodenplatte,  dem Roh- und Hochbau weiter. Aber das ist eine andere Geschichte.

Infos unter www.zeppelin-cat.de

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