Großdrehbohrgeräte LB 28 & LB 36 im Kelly-Einsatz
in Courrendlin (CH)

Baugruben- und Hangsicherung aufwändig erstellt

Bei dem Straßenbau-Großprojekt A16 im Schweizer Kanton Jura setzt die Marti Tunnelbau AG zwei Liebherr-Bohrgeräte zur Erstellung einer Pfahlwand mit überschnittenen Pfählen zur Baugruben- und Hangsicherung ein.

Zwischen der Kantonsgrenze und Delémont-Ost entsteht der 3287 m lange Tunnel de Choindez. Die beiden Liebherr-Geräte sind am Nordportal, welches auf einer Länge von 300 m erstellt wird, im Einsatz. Des Weiteren werden von zwei Liebherr-Seilbaggern HS 835 und HS 841 und einem Liebherr-Raupenbagger R 944 Hilfsarbeiten durchgeführt. Der Tunnel soll 2016 eröffnet werden.

Überschnittene Bohrpfahlwand

Die Vorgaben des Auftraggebers beinhalten die Erstellung einer überschnittenen Bohrpfahlwand von 20 000 lfm in 9 Monaten. Die Pfahllänge der 1020 Pfähle beträgt zwischen 13 und 26 m mit einem Durchmesser von 1000 mm. Der Baugrund besteht aus Sandstein und Mergelschichten. Für diese Bodenbedingungen stellen besonders die Bohrantriebe der Liebherr-LB-Serie sicher, dass die Leistungsfähigkeit der Grundgeräte optimal in Arbeitsleistung umgesetzt wird. Die standardmäßige Kellydämpfung mit Federn und hydraulischen Dämpfern schont das Material und reduziert die Lärmbelästigung. Durch auswechselbare Mitnehmersysteme ist die Kompatibilität zu anderen Kellystangenabmessungen gewährleistet.

Stabiler Mäkler

Die Konzeption der LB-Serie basiert auf der jahrelangen Erfahrung von Liebherr mit Spezialtiefbauanwendungen und berücksichtigt auch schwerste Anforderungen wie sie heute für moderne Drehbohrgeräte gelten. Für ein effizientes Bohrgerät unerlässlich und technisch einzigartig sind beim LB 28 und beim LB 36 die stabile Ausführung des Mäklers sowie eine äußerst robuste Kinematik mit großer Systembreite. Im Unterschied zu vergleichbaren Wettbewerbsgeräten ähnlicher Größenordnung verfügt das Liebherr-Gerät damit über eine deutlich höhere Stabilität und Robustheit. Für den Anwender bedeutet das einen verminderten Verschleiß und damit automatisch eine höhere Lebensdauer des Gerätes. Die Liebherr-Großdrehbohrgeräte wurden speziell für Kelly-, Endlosschnecken-, Doppelbohrkopf– sowie Bodenmischeinsätze konzipiert. Mit einem Einsatzgewicht des LB 28 von ca. 95 t / LB 36 von 115 t und der kompakten Bauweise können Grundgerät und Mäkler in einem Stück transportiert werden. Dies ermöglicht ein schnelles und unkompliziertes Versetzen des Geräts und damit einen flexiblen Baustelleneinsatz. Das zeitsparende Schnellmontagesystem der LB-Serie ist ein wesentlicher Vorteil der Liebherr-Drehbohrgeräte. Das LB 28 ist mit einem 286 kNm und das LB 36 mit einem 366 kNm starken Bohrantrieb ausgerüstet und für Bohrdurchmesser bis max. 3000 mm und Bohrtiefen bis max. 70 m ausgelegt. Die starke Kellywinde und das Seilvorschubsystem mit 40 t Rückzugskraft bieten einen wesentlichen technischen Vorteil. Damit verfügt der Anwender über ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit, selbst bei schwersten Bodenverhältnissen und Einsatzbedingungen. Beide LB- Geräte sind mit einem 350 kW starken 6 Zylinder in-line Dieselmotor ausgerüstet. Der Durchschnittsverbrauch pro Stunde liegt weit unter dem Verbrauch vergleichbarer Konkurrenzprodukte.

Auf der Baustelle in Courrendlin wurde durch den Einsatz der leistungsstarken LB-Geräte und die sehr gute Baustellenorganisation der vorgegebene Terminplan deutlich unterschritten.n

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