Geprüft und für gut befunden

Bamberg setzt konsequent auf Gütesicherung RAL-GZ 961

Im September 1995 fasste der Stadtrat Bamberg den Beschluss zur „Finanzierung der Abwasserbeseitigung in Bamberg“. Über einen Zeitraum von 25 Jahren werden etwa 250 Mio. Euro für Umbau, Neubau und Sanierung des Kanalnetzes investiert. Die Art und Weise, wie das so genannte „Jahrhundertprojekt Kanalbau“ in dem oberfränkischen Wirtschaftszentrum umgesetzt wird, hat sich mittlerweile bis weit über die Landesgrenzen hinaus herumgesprochen.

Bamberg gilt beim Umgang mit dem Kulturgut „Leitungsinfrastruktur“ bei vielen als Vorzeigekommune, vor allem wenn es um Themen wie Wirtschaftlichkeit, Langlebigkeit und Qualität bei der Bauausführung geht. Bei der Umsetzung der vielfältigen Aufgaben setzen die Verantwortlichen des Entsorgungs- und Baubetriebes der Stadt Bamberg (EBB) konsequent auf die Qualifikation der an der Ausführung beteiligten Personen. Das betrifft die Mitarbeiter von ausführenden Unternehmen und Ingenieurbüros ebenso, wie die Mitarbeiter im eigenen Haus.

So hat der EBB als erster kommunaler Entwässerungsbetrieb in Bayern das Gütezeichen Kanalbau erhalten. Am 13. September 2006 nahm die Werkleitung gemeinsam mit den Mitarbeitern die Verleihungsurkunde für die RAL-Gütezeichen I (Inspektion) und R (Reinigung) entgegen. Schon zwei Jahre länger, seit Januar 2004, vergibt der Entsorgungs- und Baubetrieb Leistungen im Bereich Neubau, Sanierung, Inspektion und Reinigung des städtischen Abwassernetzes nur noch an Bewerber, welche die Anforderungen der Gütesicherung Kanalbau RAL GZ-961 erfüllen. Diese Vorgehensweise untermauert nachdrücklich den hohen Anspruch in punkto Qualifikation und Ausführungsqualität.

Dementsprechend unterstreichen Regierungsbaumeister Dipl.-Ing. (TU) Andreas Jessen, Abteilungsleiter Entwässerung, und Dipl.-Ing. Bernhard Ruppert, Sachgebietsleiter Kanalunterhalt, die Bedeutung der Gütesicherung im Rahmen aller wichtigen Maßnahmen zum Erhalt der Lebensqualität in ihrer Kommune. Die Entwässerung gliedert sich in die Aufgabenbereiche Sammlung, Transport und Reinigung des anfallenden Abwassers. Auf den ca. 18 000 Privatgrundstücken im Stadtgebiet wird das anfallende Abwasser gesammelt. Täglich müssen zwischen 25 000 und 120 000 m3 Abwasser über das 340 km lange öffentliche Mischwasser-Kanalnetz mit ca. 60 Sonderbauwerken zur Kläranlage transportiert werden.


Konsequente Anwendung

„Ein Instrument wie die Gütesicherung Kanalbau unterstützt den Auftraggeber bei der Auswahl geeigneter Bieter und sorgt für fairen Wettbewerb“, ist sich Andreas Jessen sicher. „Sie ist ein von Auftraggebern und Auftragnehmern gemeinsam geschaffenes Instrument zur Beurteilung der Bietereignung und damit zur Sicherung der Qualität entsprechender Arbeiten.“ Dazu werden die Fachkunde sowie die technische Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit in Bezug auf konkrete Bauverfahren beurteilt.

Eine Vorgehensweise, die auch im Interesse der Auftragnehmer liegt. In konsequenter Anwendung werden Firmen von der Vergabe ausgeschlossen, welche die geforderten Nachweise nicht erbringen. Das schafft Vertrauen bei allen an der Gütesicherung beteiligten Partnern. Erreicht wird zudem eine Abgrenzung gegen schwarze Schafe, die mit nicht auskömmlichen Dumpingangeboten einen fairen Wettbewerb verhindern. Die Qualität der Bauausführung bei Kanalbaumaßnahmen im Stadtgebiet ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das bestätigen Jessen und Ruppert. Allerdings machen sie ebenfalls deutlich, dass es viel Zeit, Geld und Engagement gekostet hat, bis das „System Bamberg“ zur Zufriedenheit aller funktionierte. „Wir haben in den Leistungen von Firmen aber auch von Ingenieurbüros durchaus Unterschiede feststellen können“, erinnern sich beide. Bei der Suche nach einem geeigneten Instrument, das Auftraggeber bei der Auswahl geeigneter Partner unterstützt, haben sie sich nach Prüfung mehrerer Alternativen für die Gütesicherung Kanalbau entschieden. Ein Instrument, das Jessen und Ruppert als neutral, fair und zuverlässig einstufen und das in den letzten Jahren den gewünschten Erfolg bei den verschiedenen Aufgaben rund um das Thema Kanalisation gebracht hat. Das Ziel war allerdings nur zu erreichen – auch darin stimmen beide überein – weil der EBB als Auftraggeber Verantwortung übernommen hat. „Was wir von anderen verlangen, leisten wir auch; dies wollen wir durch das Gütezeichen Kanalbau dokumentieren“, stellt Bernhard Ruppert fest. Die Anforderungen zur Verleihung des Gütezeichens konnten nicht zuletzt aufgrund des hohen Leistungsniveaus, der Qualifikation der Mitarbeiter und des hohen Standards der technischen Ausrüstung einwandfrei erfüllt werden. Das bestätigt Dipl.-Ing. Dieter Walter, einer der vom Güteausschuss der Gütegemeinschaft beauftragten Prüfingenieure, der dem EBB als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Regelmäßig spricht er mit dem Fachpersonal, besichtigt die Geräte im Einsatz und überprüft die erforderlichen Nachweise für erfolgreiche Reinigung und Inspektion.n

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